Fed hält Zinsen stabil – Meta und Microsoft investieren massiv in KI
US-Notenbank belässt Leitzins unverändert, während Tech-Giganten ihre KI-Ambitionen mit Milliardeninvestitionen unterstreichen.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihre Zinspolitik wie erwartet nicht verändert und den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Fed-Chef Jerome Powell betonte die anhaltende Stärke der amerikanischen Wirtschaft und signalisierte, dass die Auswirkungen der Trump-Zölle auf die Inflation bald nachlassen könnten. Die Entscheidung fiel trotz politischen Drucks aus dem Weißen Haus, die Zinsen schneller zu senken.
Die US-Aktienmärkte reagierten positiv auf die Entscheidung. Die Futures des S&P 500 legten um 0,2 Prozent zu, während die technologielastigen Nasdaq-100-Futures um 0,3 Prozent kletterten. Der Referenzindex S&P 500 hatte am Mittwoch erstmals die Marke von 7.000 Punkten überschritten – ein historischer Meilenstein, der die Stärke des aktuellen Bullenmarktes unterstreicht. Seit November 2024 hat der Index rund 1.000 Punkte zugelegt.
Politischer Druck auf die Fed wächst
Bemerkenswert ist die zunehmende politische Einflussnahme auf die Zentralbank. Stephen Miran, der von Präsident Donald Trump zum temporären Fed-Gouverneur ernannt wurde, stimmte gemeinsam mit Christopher Waller für eine Zinssenkung um einen Viertelpunkt. Damit positionierten sich zwei der zwölf Mitglieder des Zinsausschusses gegen die Mehrheitsmeinung. Trump hatte die Fed wiederholt aufgefordert, die Zinsen aggressiver zu senken, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Powell lehnte es in der Pressekonferenz ab, sich zur laufenden Untersuchung des Justizministeriums gegen ihn zu äußern. Stattdessen konzentrierte er sich auf wirtschaftliche Themen und stellte klar, dass eine Zinserhöhung zwar nicht ausgeschlossen sei, derzeit aber "nicht das Basisszenario von irgendjemandem" darstelle. Die Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed haben in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen.
Tech-Giganten setzen auf KI-Offensive
Parallel zur Fed-Entscheidung präsentierten Meta und Microsoft ihre Quartalszahlen und kündigten umfangreiche Investitionen in künstliche Intelligenz an. Beide Konzerne wollen ihre KI-Ambitionen weiter vorantreiben und planen hohe Ausgaben für die kommenden Quartale. Die Technologiebranche meldete nahezu durchweg robuste Ergebnisse und positive Prognosen, was den Sektor zum Haupttreiber der jüngsten Börsenrally macht.
Tesla gab bekannt, in Elon Musks privates KI-Unternehmen investieren zu wollen. Diese Ankündigung unterstreicht den anhaltenden Optimismus rund um künstliche Intelligenz, der die Märkte seit Monaten beflügelt. Analysten von Vital Knowledge betonten, dass der "große Fokus auf der Technologiebranche" liege und die Unternehmen in diesem Sektor die Erwartungen übertreffen.
Gold erreicht neues Rekordhoch
Inmitten der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten kletterte der Goldpreis erneut auf ein Allzeithoch. Anleger suchen offenbar weiterhin nach sicheren Häfen, während sie gleichzeitig auf mögliche Zinssenkungen der Fed im späteren Jahresverlauf setzen. Die relative wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der USA in Zeiten handelsbezogener Spannungen stützt sowohl Aktien als auch Edelmetalle.
Analysten von ING verwiesen auf die "optimistischere Wachstumseinschätzung" der Fed, die darauf hindeutet, dass die US-Wirtschaft trotz globaler Herausforderungen robust bleibt. Die Stabilisierung des Arbeitsmarktes und die anhaltende Konsumstärke geben der Notenbank Spielraum für eine abwartende Haltung bei den Zinsen.
