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Fed hält Leitzins stabil – Powell vor letzten Amtswochen

US-Notenbank pausiert Zinssenkungen bei 3,5-3,75 Prozent. Wirtschaftsaussichten verbessern sich, während politische Spannungen zunehmen.

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Fed hält Leitzins stabil – Powell vor letzten Amtswochen

Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch den Leitzins unverändert in einer Spanne zwischen 3,5 und 3,75 Prozent belassen. Die Entscheidung entspricht den Markterwartungen und beendet eine Serie von drei aufeinanderfolgenden Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Der Offenmarktausschuss (FOMC) begründete die Pause mit verbesserten Wirtschaftsaussichten und einer ausgewogeneren Risikolage.

Die Notenbanker hoben ihre Einschätzung zum Wirtschaftswachstum an und milderten ihre Bedenken zum Arbeitsmarkt ab. Besonders bedeutsam: Die Fed strich eine Formulierung, die bisher auf ein höheres Risiko durch einen sich abschwächenden Arbeitsmarkt hindeutete. Dies signalisiert, dass die beiden Hauptziele der Notenbank – niedrige Inflation und Vollbeschäftigung – nun als ausgeglichener bewertet werden. Die Märkte erwarten, dass die Fed mindestens bis Juni mit weiteren Zinsanpassungen warten wird.

Abweichende Stimmen aus den eigenen Reihen

Erneut gab es Gegenstimmen im Ausschuss: Die Gouverneure Stephen Miran und Christopher Waller votierten für eine weitere Senkung um 0,25 Prozentpunkte. Für Miran war es bereits die vierte aufeinanderfolgende abweichende Stimme. Beide wurden von Präsident Donald Trump ernannt, wobei Mirans Amtszeit am Samstag endet. Die übrigen zehn FOMC-Mitglieder stimmten für die Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus.

Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen nach der Bekanntgabe, während der S&P 500 knapp über der Marke von 7.000 Punkten verharrte. Für deutsche Anleger bedeutet die Zinspause, dass der Dollar vorerst attraktiv bleiben dürfte und US-Anleihen weiterhin höhere Renditen als europäische Pendants bieten.

Politische Turbulenzen überschatten Powells letzte Amtswochen

Die routinemäßige Zinsentscheidung fällt in eine alles andere als routinemäßige Phase für die Notenbank. Fed-Chef Jerome Powell hat nur noch zwei Sitzungen vor sich, bevor seine Amtszeit endet. Das Justizministerium hat ihn wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten in der Fed-Zentrale vorgeladen. Präsident Trump hatte zudem mehrfach mit Powells Entlassung gedroht und tatsächlich Schritte eingeleitet, um Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen – ein Fall, der nun vor dem Obersten Gerichtshof liegt.

Powell bezeichnete diesen Fall als "möglicherweise den wichtigsten" in der 113-jährigen Geschichte der Fed. Im Zentrum steht die Unabhängigkeit der Notenbank – ihre Fähigkeit, ohne politische Einmischung zu agieren. Powell führte die Untersuchung durch das Justizministerium direkt auf Trumps Bemühungen zurück, die Geldpolitik zu kontrollieren. Frühere Präsidenten hatten zwar ebenfalls Fed-Entscheidungen kritisiert, doch keiner war dabei so aggressiv und öffentlich wie Trump.

Die Fed muss zudem vor einem herausfordernden wirtschaftlichen Hintergrund navigieren. Während das Wachstum robust erscheint, bleiben Unsicherheiten bestehen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Pause bei den Zinssenkungen gerechtfertigt war und wie sich der Machtwechsel an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt auf die globalen Finanzmärkte auswirken wird.

Federal ReserveLeitzinsJerome PowellGeldpolitikUs-Notenbank

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