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Fed-Banker zuversichtlich: Neuer Chef wird Unabhängigkeit wahren

Trotz massiver Kritik von Donald Trump zeigen sich hochrangige Fed-Vertreter optimistisch, dass der künftige Notenbankchef die Unabhängigkeit der Institution verteidigen wird. Die Bedeutung der Verantwortung werde jeden neuen Vorsitzenden prägen.

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Fed-Banker zuversichtlich: Neuer Chef wird Unabhängigkeit wahren

Während US-Präsident Donald Trump seine Attacken auf die Federal Reserve verschärft und klare Erwartungen an den kommenden Fed-Vorsitzenden formuliert, bleiben führende Zentralbanker gelassen. John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank of New York, und Alberto Musalem von der St. Louis Fed äußerten sich zuversichtlich, dass der Nachfolger von Jerome Powell die Mission der Notenbank aufrechterhalten wird.

Vertrauen in die Institution

Williams zeigte sich am Montag überzeugt, dass jeder neue Fed-Chef die Tragweite seiner Verantwortung verstehen wird. "Die eine Konstante in meiner Erfahrung bei der Fed ist, dass man, sobald man diese Türen betritt, versteht, dass wir eine sehr, sehr wichtige Verantwortung gegenüber dem amerikanischen Volk haben", erklärte der New Yorker Fed-Präsident. Die vom Kongress festgelegte Doppelmission – niedrige Inflation und maximales Beschäftigungswachstum – werde jeden Amtsinhaber leiten.

Musalem bekräftigte diese Einschätzung bei einer Webcast-Veranstaltung: "Ich erwarte, dass der neue Vorsitzende sich sehr dem Doppelmandat verpflichtet fühlt." Die Reaktionsfunktion der Geldpolitik werde beibehalten und der Öffentlichkeit transparent kommuniziert, unabhängig von der Person an der Spitze.

Eskalation durch Trump

Die optimistischen Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund beispielloser Angriffe auf die Fed. Trump hat Powell seit seiner Rückkehr ins Amt vor einem Jahr wiederholt scharf kritisiert und aggressive Zinssenkungen gefordert – trotz einer Inflation deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel. Der Präsident drohte mehrfach mit Powells Entlassung und kündigte an, einen Nachfolger zu ernennen, der die Zinsen drastisch senken werde.

Am Sonntag erreichte die Konfrontation einen neuen Höhepunkt: Das Justizministerium erließ Vorladungen gegen die Fed im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten am Hauptsitz. Powell wehrte sich scharf und erklärte, es gehe in Wahrheit darum, dass die Fed keine geldpolitischen Anweisungen vom Präsidenten entgegennehme. "Die Drohung mit strafrechtlichen Anklagen ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinssätze auf der Grundlage unserer besten Einschätzung festlegt", so der Fed-Chef.

Kandidaten unter Beobachtung

Zu den Favoriten für Powells Nachfolge, dessen Amtszeit im Mai endet, zählen Fed-Gouverneur Christopher Waller, Wirtschaftsberater Kevin Hassett, Ex-Gouverneur Kevin Warsh sowie Rick Rieder von BlackRock. Besonders die Kandidaturen von Hassett und Warsh lösen an den Märkten Besorgnis aus. Investoren befürchten, dass einer der beiden die Fed-Politik den Vorgaben des Weißen Hauses unterordnen könnte.

Unabhängigkeit als Grundpfeiler

Williams betonte beim Council on Foreign Relations, dass die Geschichte zeige: Eine Beeinträchtigung der Zentralbank-Unabhängigkeit durch politische Einflussnahme führe "oft zu sehr bedauerlichen wirtschaftlichen Ergebnissen mit wirtschaftlicher Instabilität und hoher Inflation". Musalem zeigte sich dennoch entspannt: "Die Kandidaten sind hochqualifiziert."

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von Bedeutung, da eine politisch beeinflusste Fed die globalen Finanzmärkte destabilisieren könnte. Die Unabhängigkeit von Notenbanken gilt als Grundpfeiler stabiler Währungen und verlässlicher Geldpolitik – ein Prinzip, das auch die Europäische Zentralbank prägt.

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