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Ex-Mossad-Chef: Finanzsanktionen könnten Nahost-Krieg beenden

Udi Levi, ehemaliger Leiter einer Mossad-Spezialeinheit, sieht im Kampf gegen die Finanzströme der Hamas den Schlüssel zum Frieden. Der aktuelle Waffenstillstand greife zu kurz, solange die Terrororganisation Zugang zu Millionenbeträgen aus Iran, Katar un

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Ex-Mossad-Chef: Finanzsanktionen könnten Nahost-Krieg beenden

Der zwischen Israel, Hamas und den USA ausgehandelte Friedensplan wird nach Einschätzung des ehemaligen Mossad-Experten Udi Levi nicht zum Ende des Gaza-Krieges führen. Der Grund: Die entscheidende Schwachstelle der Hamas – ihre Finanzen – werde im Abkommen kaum berücksichtigt.

Geld als Kriegstreiber

Levi leitete jahrelang eine Spezialeinheit des israelischen Geheimdienstes, die Terrorfinanzierung aufspürte. Seine Analyse ist eindeutig: Solange die Hamas über ausreichende Finanzmittel verfügt, kann sie den Kampf fortsetzen. Bei 90 Prozent Arbeitslosigkeit im Gazastreifen sei es für notleidende Bewohner extrem verlockend, sich der gut zahlenden Terrororganisation anzuschließen.

"Das könnte sogar den Krieg beenden", erklärt Levi mit Blick auf einen konsequenten Kampf gegen die Finanzquellen. Dieser Weg wäre "viel effizienter, als wenn wir weiter Terroristen oder Unschuldige im Gazastreifen töten."

Fünf Hauptfinanzierungsquellen identifiziert

Die Hamas finanziert sich nach Levis Erkenntnissen aus mehreren Kanälen: Erstens fließt trotz US-Sanktionen weiterhin iranisches Geld. Zweitens unterstützt Katar die Terrorgruppe seit Jahren. Drittens erzielt die Hamas Einkünfte aus Unternehmensbesitz in arabischen Ländern.

Viertens presst sie der eigenen Bevölkerung Geld ab, indem sie Hilfsgüter konfisziert und weiterverkauft. Fünftens sammeln Unterstützer vor allem in Europa Spenden für die Organisation.

Kryptowährungen und Drohnen-Schmuggel

Da die Hamas vom klassischen Bankensystem abgeschnitten ist, nutzt sie alternative Transferwege. Spezialisierte Geldwechsler schmuggeln Bargeld physisch in den Gazastreifen – teils per Drohne. Parallel transferiert die Organisation Gelder über Kryptowährungen rund um den Globus.

"Wir wissen sehr gut darüber Bescheid, wie die Hamas digitales Geld nutzt", betont der Ex-Geheimdienstler. Das Problem: Kryptowährungen seien kaum reguliert. Hier müssten USA und Europa den Fahndungsdruck intensivieren und strengere Regeln erlassen.

Netanjahus fatale Entscheidungen

Besonders kritisch sieht Levi die Rolle von Premierminister Benjamin Netanjahu. Dieser habe 2017 die von Levi geleitete Mossad-Spezialeinheit gegen Terrorfinanzierung aufgelöst. Die Folge: Die Hamas kam wieder leichter an Geld.

Zudem ließ Netanjahu zu, dass Katar die Hamas in den 2010er Jahren offen finanzierte. Nach der Invasion 2023 fanden israelische Streitkräfte zahlreiche Belege für diese Kooperation. Levi vermutet politische Motive: Der Fortbestand der Hamas verhinderte eine geeinte palästinensische Stimme und half jenen Kräften in Israel, die gegen eine Zwei-Staaten-Lösung sind.

Rückkehr zur Anti-Terror-Allianz nach 9/11

Der Ex-Mossad-Chef fordert keine vollständige Unterbindung der Hamas-Finanzen – das hält er für unrealistisch. Stattdessen sollte Israel zur engen Kooperation mit USA und Europa zurückkehren, wie sie nach dem 11. September 2001 bestand.

"Sollte uns das künftig abermals gelingen, bin ich davon überzeugt, dass die Hamas allmählich ihren Zugang zu ihren Finanzquellen verliert", so Levi. Doch die politische Realität erschwert diesen Ansatz: Netanjahu habe Israel mit dem umstrittenen Gaza-Krieg "in eine politisch sehr, sehr schwierige Situation gebracht".

Fehlende Expertise bei Sicherheitsbehörden

Levi kritisiert zudem, dass Geheimdienste traditionell die ökonomische Perspektive fehle. Sie verstünden nicht gut genug, wie Finanz- und Wirtschaftssysteme funktionieren. "Die kennen sich besser damit aus, aus welchen Materialien Terroristen Bomben bauen können."

Diese Wissenslücke erkläre, warum dem Kampf gegen illegale Finanzströme international nicht mehr Bedeutung zugestanden werde – obwohl dieser Ansatz möglicherweise effektiver wäre als militärische Operationen.

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