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Europäische Aktien erholen sich vor Jackson Hole – Kupfer gibt nach

STOXX 600 steigt um 0,5 Prozent, während Anleger auf Fed-Signal warten.

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Europäische Aktien erholen sich vor Jackson Hole – Kupfer gibt nach

Die globalen Finanzmärkte bewegen sich Ende August 2026 in einem komplexen Umfeld aus sich verschiebenden Zentralbankerwartungen, geopolitischen Haushaltssorgen und den Auswirkungen der US-Handelspolitik auf Rohstoffpreise. Anleger balancieren eine moderate Erholung der europäischen Aktienmärkte gegen eine Abkühlung am Kupfermarkt aus, während alle Blicke auf die bevorstehende Rede von Federal-Reserve-Chef Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium gerichtet sind.

Europäische Märkte: Vorsichtige Erholung

Europäische Aktien zeigten am Freitag Zeichen von Widerstandsfähigkeit. Der STOXX 600 stieg um 0,5 Prozent auf 655,33 Punkte. Dieser Anstieg folgt auf zwei Wochen mit aufeinanderfolgenden Verlusten und deutet auf eine mögliche Stabilisierung der Anlegerstimmung hin. Die französischen Märkte, die in der vorherigen Sitzung einen deutlichen Ausverkauf erlebt hatten, führten die regionale Erholung an: Der CAC 40 kletterte um 1,1 Prozent.

Bankaktien wie BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole verzeichneten Gewinne zwischen 0,8 und 1,4 Prozent. Diese Institute standen zuvor aufgrund von Bedenken hinsichtlich der politischen und fiskalischen Aussichten Frankreichs vor der anstehenden Präsidentschaftswahl unter Druck. Trotz der Erholung bleibt das makroökonomische Umfeld herausfordernd: Das französische BIP-Wachstum im zweiten Quartal wurde auf null Prozent nach unten korrigiert, nach einer ersten Schätzung von 0,2 Prozent – ein Zeichen für eine schwächere wirtschaftliche Dynamik in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone.

Die Unternehmensentwicklung sorgte für etwas Optimismus. EssilorLuxottica gewann drei Prozent nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms. Der österreichische Baukonzern Strabag legte sogar um 11,2 Prozent zu, nachdem er seinen Jahresausblick angehoben hatte. Die belgische Ackermans & Van Haaren stieg um 8,3 Prozent, nachdem sie ihre Gewinnwachstumsprognosen nach oben korrigiert hatte. Anleger warten zudem auf eine Bonitätsprüfung durch Fitch, nachdem die Agentur Frankreich im vergangenen Jahr auf A+ herabgestuft hatte.

Geldpolitik und Zentralbankausblick

Der primäre Fokus der globalen Märkte bleibt das Jackson-Hole-Symposium. Anleger erwarten Klarheit von Fed-Chef Kevin Warsh hinsichtlich Inflation, Zinsen und der jüngsten Volatilität am Anleihemarkt. Von besonderem Interesse ist, ob Warsh von seiner historisch zurückhaltenden Kommunikation abweichen wird.

Gleichzeitig steht die Europäische Zentralbank (EZB) unter Beobachtung. Der Marktkonsens, unterstützt von Analysten der Berenberg Bank, deutet auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September hin. Während die jüngsten geopolitischen Spannungen – insbesondere der US-Iran-Konflikt – die Energiepreise nach oben getrieben und den Inflationsdruck erhöht haben, haben EZB-Entscheidungsträger laut Berichten wenig Neigung, über die September-Sitzung hinaus weitere Straffungen anzukündigen. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel wird voraussichtlich ebenfalls an den Jackson-Hole-Diskussionen teilnehmen, was das Ereignis zu einem entscheidenden Wendepunkt für die globale Geldpolitik macht.

Kupfer: Das von Zöllen getriebene Tauziehen

Im Rohstoffsektor erleben die Kupferpreise eine Phase der Volatilität. Nachdem sie Anfang der Woche Rekordhöhen erreicht hatten, sind die Comex-September-Kupferkontrakte um über drei Prozent gefallen. Dieser Rückgang spiegelt eine Verschiebung des Marktfokus von künstlichem Lieferketten-Management hin zur Realität einer verhaltenen Endnachfrage wider.

Ein Großteil des jüngsten Preisanstiegs bei Kupfer wurde durch die Erwartung von US-Importzöllen verursacht, die ab Januar einen Zollsatz von 15 Prozent auf raffiniertes Kupfer vorsehen, der bis 2028 auf 30 Prozent steigen soll. Diese Politik hat Anreize geschaffen, Metall in US-Lagerhäuser zu bringen, was zu lokalen Versorgungsengpässen führt. David Wilson, Leiter der Metallstrategie bei BNP Paribas, hat darauf hingewiesen, dass der finanzielle Anreiz, Metall vor diesen Fristen in die USA zu verschiffen, die traditionellen Liefermuster an die London Metal Exchange (LME) gestört hat.

Trotz des Preisrückgangs bestehen weiterhin Angebotsprobleme. Die LME-Lagerbestände sinken weiter, und die Aufschläge für Kassa-Metall haben sich auf 189 Dollar erholt. Citi bleibt optimistisch für das Metall und hält an einem Jahresendziel von 15.000 Dollar pro Tonne fest. Die Analysten argumentieren, dass der Angebotsdruck – begrenzte Minenproduktion und eine schwache Schrottreaktion – die Bedenken hinsichtlich einer nachlassenden Nachfrage überwiegt.

Divergierende Wirtschaftssignale

Die Abkühlung der Kupferpreise fällt mit Daten aus China zusammen, dem weltweit größten Verbraucher des Metalls. Das industrielle Gewinnwachstum in China verlangsamte sich im Juli auf 11,2 Prozent – der schwächste Wert des Jahres. Die Daten deuten auf eine ungleichmäßige Erholung hin, bei der das Wachstum auf Elektronik und Rohstoffe konzentriert ist, während verbraucherorientierte Sektoren weiterhin hinterherhinken.

Während breitere Kupferaktien wie Ivanhoe Mines und First Quantum gemeinsam mit dem Metall nachgaben, zeigten die Schwergewichte der Branche eine Divergenz. Southern Copper setzte seinen Aufwärtstrend fort und legte um 2,1 Prozent zu, womit das Unternehmen seinen Marktwertvorsprung vor Freeport-McMoRan auf rund 70 Milliarden Dollar ausbaute. Auch Freeport-McMoRan verzeichnete Gewinne und erreichte ein neues Allzeithoch – ein Zeichen für die Widerstandsfähigkeit der großen Produzenten, selbst während der breitere Rohstoffmarkt eine Korrektur durchläuft.

Zum Abschluss der Woche bleibt das Zusammenspiel von Zentralbankpolitik, fiskalischer Unsicherheit in Frankreich und den langfristigen Auswirkungen der US-Handelszölle das dominierende Narrativ für globale Anleger.

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