ANZEIGE

EU-Zölle auf Stahl treffen Ukraine: Metinvest-Chef fordert Ausnahme

Metinvest-Chef Yuriy Ryzhenkov nennt die EU-Stahlzölle "ungerecht" und warnt vor dramatischen Folgen für die ukrainische Industrie.

•• 3 Min
EU-Zölle auf Stahl treffen Ukraine: Metinvest-Chef fordert Ausnahme

Der Chef eines der größten ukrainischen Stahlunternehmen hat die Europäische Union aufgefordert, die Einfuhrbeschränkungen für Produkte aus seinem Land aufzuheben. Yuriy Ryzhenkov, Chief Executive von Metinvest, argumentiert, die Ukraine sei in Maßnahmen „mit einbezogen" worden, die eigentlich darauf abzielten, billige Importe aus Ländern wie China zu dämpfen. Gegenüber der BBC bezeichnete er die kürzlich verhängten Zölle auf in die EU importierten Stahl als „ungerecht".

Die EU hatte die Beschränkungen eingeführt, um die Stahlhersteller der Mitgliedstaaten zu schützen. Die Menge an Stahl, die zollfrei in die Union eintreten darf, wurde auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr begrenzt – eine Reduktion um 47 Prozent im Vergleich zu den Werten von 2024. Zwar gibt es einige länderspezifische Quoten, doch das übergeordnete Ziel bleibt die Senkung der importierbaren Stahlmenge, da die Mitgliedstaaten Schwierigkeiten haben, mit billigen Importen aus Ländern wie China und der Türkei zu konkurrieren.

Ukraine fordert Carve-out vom EU-Markt

Ryzhenkov wünscht sich zumindest eine „Ausnahme" (Carve-out) für die Ukraine, um den EU-Markt zu erschließen. „Die Ukraine wurde in diese Maßnahmen ohne Rücksicht auf ihre aktuelle Lage einbezogen", sagte er mit Verweis auf den Krieg mit Russland. „Der Zugang zum europäischen Markt ist entscheidend für das Überleben", fügte er hinzu. „Die restriktiven Maßnahmen, die von den Behörden der Europäischen Union ergriffen wurden, helfen nicht. Ich finde es ungerecht, dass die Ukraine genauso behandelt wurde wie alle anderen Importeure in die Europäische Union."

Ein Sprecher der Europäischen Kommission erklärte, die EU habe bei der Festlegung ihrer Stahlpolitik die „schwierige Lage" der Ukraine berücksichtigt. Die spezifische Stahlquote für die Ukraine garantiere die Ausfuhr des Metalls, räumte der Sprecher ein, liege jedoch auf einem „niedrigeren Niveau als in den vergangenen Jahren". „Trotz des Kriegseinsatzes bleibt die Ukraine ein wichtiger Exporteur von Stahl in die EU", sagte er und fügte hinzu, man habe „Kompensationen" für seine größten Lieferanten angeboten, zu denen auch die Ukraine gehört.

Bemerkenswert ist, dass ein bestehendes Freihandelsabkommen (FTA) zwischen der EU und der Ukraine die Union nicht daran hindert, separate handelspolitische Schutzmaßnahmen einzuführen. Die ukrainische Stahlindustrie schätzt, dass die Stahlexporte in die EU langfristig um etwa 50 bis 60 Prozent sinken könnten.

Stahlindustrie als Fundament der ukrainischen Wirtschaft

Stahlprodukte sind eine Grundlage der ukrainischen Wirtschaft. Vor Beginn des russischen Großangriffs im Jahr 2022 entfielen Metallurgie und Bergbau auf rund zehn Prozent des ukrainischen Nationaleinkommens und ein Drittel seiner Exporte. Die EU ist der wichtigste Kunde der Branche. Doch die Industrie leidet unter den anhaltenden russischen Bombardements. Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2022 wurden alle ukrainischen Stahlwerke zeitweise bombardiert, doch Ryzhenkov sagte, die Angriffe hätten „in letzter Zeit erheblich zugenommen".

Im September gab es zeitweise „keine einzige Tonne produzierten Stahls" in der Ukraine – zum ersten Mal seit etwa 150 Jahren, wie der Metinvest-Chef betonte. Seit Kriegsbeginn sind fast 800 Mitarbeiter von Metinvest getötet worden. Ryzhenkov sagte, das Unternehmen habe die „geschützten Bereiche" in seinen Werken verbessert, in denen Arbeiter während Luftalarmen Schutz suchen können. „Das Einzige, was wir tun können, ist, Verfahren zu entwickeln, um die Menschen sicher zu halten, diese Verfahren genau einzuhalten und die Risiken so gering wie möglich zu halten. Leider kann man nicht ein ganzes Stahlwerk abdecken, um zu vermeiden, dass es beschädigt wird."

Für deutsche Anleger und Beobachter des europäischen Stahlmarkts ist die Entwicklung von Bedeutung, da die EU mit ihren Schutzmaßnahmen einerseits heimische Hersteller stützen will, andererseits aber geopolitische Verbündete wie die Ukraine unter Druck geraten. Ryzhenkov erwartet, dass der kommende Winter „einer der härtesten in unserer Geschichte" sein werde. „Wir befinden uns in einer prekären Lage, da wir keine Logistik haben, um andere Märkte außer der EU zu erschließen, und die Kürzung unseres verfügbaren Marktes um 60 Prozent hilft der Branche nicht beim Überleben", so der Metinvest-Chef.

Eu StahlzölleUkraine StahlindustrieMetinvestYuriy RyzhenkovStahleinfuhren EuFreihandelsabkommen UkraineStahlquoteChina Stahlimporte

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  3. Pieper sieht veränderte Marktstruktur als Treiber heftiger Kursausschläge
  4. Iran-Krieg: Hubschrauberabsturz tötet zwei Soldaten, Tankerangriffe bedrohen Hormuz
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.