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EU und Vietnam vertiefen Partnerschaft bei kritischen Rohstoffen und Halbleitern

Strategische Zusammenarbeit soll Abhängigkeit von China reduzieren und Lieferketten diversifizieren

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EU und Vietnam vertiefen Partnerschaft bei kritischen Rohstoffen und Halbleitern

Die Europäische Union und Vietnam wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit deutlich ausbauen. Im Fokus stehen kritische Mineralien, Halbleiter und Telekommunikationsinfrastruktur. Ein Reuters vorliegender Entwurf einer gemeinsamen Erklärung zeigt das Ausmaß der geplanten Kooperation.

Die achtseitige Erklärung soll am Donnerstag unterzeichnet werden, wenn EU-Ratspräsident Antonio Costa die vietnamesische Führung in Hanoi trifft. Gleichzeitig werden beide Seiten ihre diplomatischen Beziehungen auf die höchste Stufe anheben – vergleichbar mit den Beziehungen Vietnams zu den USA, China und Russland. Das bereits 2020 in Kraft getretene Freihandelsabkommen bildet die Grundlage für die vertiefte Partnerschaft.

Besonders brisant: Die EU erwägt die Übertragung von Verteidigungstechnologie an Hanoi. Zudem streben beide Seiten eine engere Kooperation bei "vertrauenswürdigen" Telekommunikationsnetzen an. Dies ist bemerkenswert, da chinesische Unternehmen bereits Aufträge für den 5G-Ausbau in Vietnam erhalten haben.

Seltene Erden als strategischer Trumpf

Vietnam verfügt über erhebliche, aber weitgehend unerschlossene Vorkommen an Seltenen Erden und Gallium. Bislang dominiert China die globale Versorgung und Raffination dieser für die Technologieindustrie unverzichtbaren Rohstoffe. Vietnam fehlt jedoch die Technologie zur vollständigen Nutzung seiner Ressourcen.

Laut dem Entwurf wollen EU und Vietnam "Handel und Investitionen in Gütern, Dienstleistungen und Technologien fördern, die einen nachhaltigen Abbau und die Verarbeitung" kritischer Mineralien unterstützen. Hanoi hat bereits Interesse an der Entwicklung eigener Verarbeitungskapazitäten bekundet.

Besonders wichtig ist auch Wolfram, ein Hartmetall für Verteidigung und Elektronik. Vietnam ist hier bereits ein wichtiger Lieferant. Westliche Diplomaten äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich des chinesischen Interesses an einer großen Mine in Vietnam.

Halbleiter-Industrie im Aufbau

Die Halbleiterindustrie wird als weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit genannt. Vietnam ist bereits ein bedeutender Akteur im Bereich Chip-Verpackung, -Test und -Montage. Unternehmen wie Intel und Amkor Technology betreiben dort Produktionsstätten. Anfang Januar begann Vietnam mit dem Bau seiner ersten eigenen Halbleiterproduktionsanlage.

Zulieferer des niederländischen Weltmarktführers ASML haben Teile ihrer Produktion nach Vietnam verlagert. Die vietnamesische Regierung teilte nach einem hochrangigen Treffen mit, dass ASML die Erweiterung seiner Lieferkette und die Belieferung potenzieller Kunden vor Ort prüfe.

5G-Netz und Sicherheitsbedenken

Die Zusammenarbeit bei "vertrauenswürdiger Kommunikationsinfrastruktur" ist eine weitere Priorität. Europäische Firmen wie Ericsson und Nokia entwickeln das 5G-Netz Vietnams. Allerdings vergab Hanoi im vergangenen Jahr kleinere Bauaufträge an chinesische Unternehmen, darunter Huawei, was auf westlicher Seite Sicherheitsbedenken auslöste.

Die EU erwägt nun die Übertragung von "nicht-sensibler Technologie und Know-how" im Sicherheitsbereich. Zudem zeigen EU-Staaten Interesse an Investitionen in die vietnamesische Infrastruktur, einschließlich des geplanten landesweiten Hochgeschwindigkeitsnetzes – Vietnams bisher größtes Projekt.

Politische Signale gegen China und USA

Obwohl der Entwurf nicht bindend ist, besitzt er politisches Gewicht. EU-Präsident Costa warnte in einem Gastbeitrag vor "zwanghaften Handelspraktiken" und "Herausforderungen für Souveränität und internationales Recht" – eine indirekte Kritik an China und den USA.

Die Erklärung bekräftigt die Unterstützung für eine "regelbasierte internationale Ordnung" und die Stärkung der Welthandelsorganisation. Dies geschieht zu einer Zeit, in der die USA Zölle verhängen und multilaterale Gremien untergraben. Zudem wird ein "gerechter und nachhaltiger Frieden in der Ukraine" gefordert – eine heikle Position für Vietnam, das traditionell enge Beziehungen zu Russland unterhält.

Beim Thema maritime Sicherheit im Südchinesischen Meer, wo Chinas Territorialansprüche mit denen Vietnams kollidieren, planen beide Seiten eine vertiefte Zusammenarbeit.

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