Australien will Darwin-Hafen von chinesischem Investor zurückkaufen
Premierminister Albanese bekräftigt Pläne zur Rückführung – China droht mit Handelsreprälien

Australiens Regierung bekräftigt ihre Absicht, den strategisch wichtigen Hafen von Darwin wieder in nationales Eigentum zu überführen. Premierminister Anthony Albanese erklärte am Mittwoch bei einem Besuch in Osttimor, die Rückführung des Hafens liege im nationalen Interesse des Landes. Der Hafen war 2015 für umgerechnet 306 Millionen Euro an das chinesische Unternehmen Landbridge verpachtet worden – für eine Laufzeit von 99 Jahren.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter geopolitischer Spannungen im pazifischen Raum. Chinas Botschafter in Canberra, Xiao Qian, warnte unmittelbar vor möglichen Handelsreprälien, sollte Australien den Verkauf erzwingen. "Wir werden Maßnahmen zum Schutz der Interessen des chinesischen Unternehmens ergreifen", zitierte die Australian Broadcasting Corporation den Diplomaten. Ein erzwungener Verkauf könne auch chinesische Investitionen und den Handel mit Australien beeinträchtigen.
Strategische Bedeutung für USA und Australien
Die Verpachtung des Darwin-Hafens an Landbridge im Jahr 2015 war bereits damals auf heftige Kritik der Vereinigten Staaten gestoßen. Der Deal erfolgte nur wenige Jahre, nachdem die USA begonnen hatten, Marines in Darwin zu stationieren. Aktuell bauen beide Länder Luftwaffenstützpunkte im Norden Australiens aus, um künftig auch US-Bomber aufnehmen zu können.
Die damalige Regierung des Northern Territory hatte den Hafen für 506 Millionen Australische Dollar verkauft. Landbridge Australia, das den Hafen betreibt, äußerte sich zunächst nicht zu Albaneses Ankündigung. Im November hatte das Unternehmen noch erklärt, der Hafen befinde sich in einer starken finanziellen Lage.
Diplomatische Verstimmungen
Chinas Außenministerium schaltete sich ebenfalls in die Debatte ein. Sprecher Guo Jiakun betonte in Peking, das chinesische Unternehmen habe den Pachtvertrag "auf dem Marktwege" erhalten. Die legitimen Rechte und Interessen des Unternehmens müssten vollständig geschützt werden. Es ist nicht das erste Mal, dass Botschafter Xiao Albaneses Wahlversprechen kritisiert, den strategisch wichtigen Nordhafen wieder in lokalen Besitz zu überführen.
Die australische Regierung zeigt sich von den Warnungen aus Peking unbeeindruckt. "Wir sind entschlossen sicherzustellen, dass dieser Hafen wieder in australische Hände gelangt", bekräftigte Premierminister Albanese. Details zum geplanten Rückkauf oder einer möglichen Entschädigung für Landbridge nannte die Regierung bislang nicht.
