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Energiekrise: Iran-Blockade und Jemen-Kämpfe bedrohen Ölversorgung

Saudi Aramco warnt vor „beängstigend dünnen" Reserven, während 3 Milliarden Barrel Öl ausgefallen sind.

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Energiekrise: Iran-Blockade und Jemen-Kämpfe bedrohen Ölversorgung

Die globale Energieversorgung befindet sich in einer kritischen Phase. Während die anhaltende Blockade der Straße von Hormus durch den Iran die Märkte unter massiven Druck setzt, verschärfen sich die Kämpfe um die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab im Jemen. Amin Nasser, CEO von Saudi Aramco, warnte auf dem Energy Intelligence Forum in London vor „beängstigend dünnen" globalen Ölreserven.

Seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar sind schätzungsweise 3 Milliarden Barrel Ölversorgung ausgefallen. Von dieser Menge wurden bereits 1 Milliarde Barrel aus den Beständen entnommen. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der angespannten Lage auf dem Weltmarkt.

Nasser betonte, dass die geplante Freigabe von 100 Millionen Barrel aus G7-Notreserven lediglich eine kurzfristige Entlastung darstelle. Das grundlegende Ungleichgewicht der Versorgung könne dadurch jedoch nicht behoben werden. Selbst bei einer sofortigen Wiederöffnung der Straße von Hormus würde es nach seinen Angaben schätzungsweise zwei Jahre dauern, die Lagerbestände wieder auf ein normales Niveau zu heben.

Begrenzte Reserven verschärfen die Situation

Die Verfügbarkeit der verbleibenden globalen Reserven von 6 Milliarden Barrel ist zudem begrenzt. Etwa 90 % davon sind als Mindestfüllmengen oder in Pipelines gebunden und stehen damit kurzfristig nicht zur Entnahme bereit. Dieser Umstand verschärft die ohnehin angespannte Versorgungslage zusätzlich.

Saudi-Arabien versucht, die Versorgungssicherheit durch eine maximale nachhaltige Produktionskapazität von 12 Millionen Barrel pro Tag zu stützen. Zusätzlich treibt das Königreich den Ausbau alternativer Exportrouten voran, etwa der East-West-Pipeline zum Roten Meer. Ohne diese Infrastruktur, so Nasser, hätte der Brent-Preis bereits die Marke von 200 US-Dollar überschritten.

Die Lage wird durch die Entwicklungen im Jemen weiter destabilisiert. Regierungstruppen, unterstützt durch saudi-arabische Luftangriffe, kämpfen um die Kontrolle der Bab-al-Mandab-Meerenge, um den Einfluss der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen zurückzudrängen. Während die Regierung Geländegewinne bei Dhubab meldet, bleibt die militärische Lage unübersichtlich.

Experten warnen, dass die Huthis die Schifffahrt weiterhin mittels Drohnen aus dem Hinterland bedrohen könnten. Parallel dazu verschärft sich die humanitäre und militärische Lage um die Stadt Taiz. Die Meerenge Bab al-Mandab gilt als zentrale Route für den Seetransport zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten.

Diplomatische Bemühungen bleiben festgefahren

Diplomatisch bleibt die Situation festgefahren. Der Iran knüpft die Wiederöffnung der Straße von Hormus an sieben Bedingungen, die im Rahmen eines Interimsabkommens mit den USA diskutiert werden. Bisherige Vermittlungsversuche durch Katar blieben jedoch erfolglos.

Für deutsche Anleger und Verbraucher ist die Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Engpässen des globalen Ölhandels, und Störungen dort wirken sich unmittelbar auf Energiepreise und Inflationsraten aus. Da die Märkte die geopolitischen Risiken im Persischen Golf und am Roten Meer weiterhin einpreisen, bleibt die Stabilität des globalen Energiesystems unter erheblichem Druck.

Eine Entspannung ist erst zu erwarten, wenn eine Rückkehr des Vertrauens und eine vollständige Öffnung der Handelswege erreicht ist. Bis dahin dürften die Risikoaufschläge an den Energiemärkten bestehen bleiben und die Preise für Rohöl weiterhin volatil reagieren.

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