ANZEIGE

Eine Million Dollar im 401(k): Warum der Fiskus mitrechnet

Ein siebenstelliges Altersvorsorgekonto klingt nach Sicherheit – doch Steuern können den tatsächlichen Wert erheblich schmälern.

2 Min
Eine Million Dollar im 401(k): Warum der Fiskus mitrechnet

Wer eine Million US-Dollar auf einem 401(k)-Konto angespart hat, fühlt sich für den Ruhestand gut gerüstet. Doch dieser Eindruck kann trügen – denn das angesparte Kapital gehört nicht vollständig dem Kontoinhaber. Der Fiskus fordert seinen Anteil, und das kann die tatsächlich verfügbare Summe deutlich reduzieren.

„Eine Million US-Dollar in einem 401(k) sind nicht wirklich eine Million US-Dollar wert", warnt David Schneider, ein zertifizierter Finanzplaner. Diese Aussage trifft den Kern eines Problems, das viele Sparer unterschätzen: Bei traditionellen Altersvorsorgeplänen werden Einzahlungen vor der Besteuerung vorgenommen – die Steuerlast wird also nicht eliminiert, sondern lediglich in die Zukunft verschoben.

Was das 401(k)-Konto für deutsche Leser bedeutet

Das 401(k)-Konto ist das amerikanische Pendant zur deutschen betrieblichen Altersvorsorge oder dem Riester-Vertrag. Beiträge werden in der Regel aus dem Bruttogehalt eingezahlt und wachsen steuerbegünstigt. Erst bei der Auszahlung im Rentenalter greift der Staat zu – und besteuert die Entnahmen als reguläres Einkommen.

Genau hier liegt die Crux: Wer im Ruhestand Geld aus einem traditionellen 401(k)-Konto entnimmt, muss diese Beträge als Einkommen versteuern. Je nach persönlichem Steuersatz und Höhe der Entnahmen kann ein erheblicher Teil der angesparten Million an das Finanzamt fließen. Die vermeintlich sichere Millionen-Grenze schrumpft damit auf einen deutlich niedrigeren tatsächlichen Wert.

Steuerlast im Ruhestand oft unterschätzt

Viele Sparer machen den Fehler, ihren Kontostand mit ihrem tatsächlichen Vermögen gleichzusetzen. Dabei handelt es sich bei den Guthaben auf traditionellen Altersvorsorgekonten um Bruttowerte – also um Beträge, von denen die Steuern noch nicht abgezogen wurden. Wer also plant, im Ruhestand von einer Million Dollar zu leben, sollte realistischerweise mit einem deutlich geringeren Nettobetrag kalkulieren.

Dieses Prinzip gilt nicht nur in den USA, sondern ist auch für deutsche Anleger relevant, die in steuerbegünstigte Vorsorgeprodukte investieren. Auch hierzulande werden Auszahlungen aus der gesetzlichen Rente, aus Betriebsrenten oder aus bestimmten privaten Altersvorsorgeprodukten im Rentenalter besteuert – der sogenannte Ertragsanteil oder die nachgelagerte Besteuerung sorgt dafür, dass der Staat auch im Alter mitverdient.

Frühzeitige Planung ist entscheidend

Für Anleger bedeutet dies: Die reine Zahl auf dem Kontoauszug ist kein verlässlicher Maßstab für die finanzielle Sicherheit im Alter. Eine realistische Ruhestandsplanung muss die zu erwartende Steuerlast auf Entnahmen einkalkulieren. Wer dies frühzeitig berücksichtigt, kann gezielt gegensteuern – etwa durch die Nutzung von Roth-Konten in den USA, bei denen Beiträge nach Steuern eingezahlt werden und Auszahlungen im Ruhestand steuerfrei sind.

Die Botschaft von Finanzplanern wie David Schneider ist klar: Ein Millionen-Konto ist ein beeindruckender Meilenstein, aber kein Freifahrtschein für einen sorgenfreien Ruhestand. Wer die Steuerfrage ignoriert, riskiert eine böse Überraschung – genau dann, wenn es am wenigsten passt.

401KAltersvorsorgeSteuern RuhestandRentenplanungAltersvorsorge SteuernVermögensplanungRuhestandsplanung

Meistgelesene News

  1. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  2. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  3. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  4. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  5. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden

Disclaimer