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EGA hält trotz Iran-Krieg an Aluminium-Investitionsplänen fest

Der Golfstaaten-Konzern setzt Wachstumsstrategie fort – trotz Produktionsstopp nach iranischem Angriff auf VAE-Hütte.

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EGA hält trotz Iran-Krieg an Aluminium-Investitionsplänen fest

Emirates Global Aluminium (EGA), der größte Aluminiumproduzent am Persischen Golf, hält unbeirrt an seinen Investitions- und Wachstumsplänen fest. Das erklärte Chief Marketing Officer Adel Abubakar am Dienstag auf der CRU World Aluminium Conference in London. Dies geschieht trotz der anhaltenden militärischen Spannungen im Nahen Osten und eines direkten Angriffs auf eine der eigenen Produktionsanlagen.

Ende März war EGA gezwungen, seine Aluminiumhütte Al Taweelah in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach einem iranischen Angriff vorübergehend stillzulegen. Der Vorfall verdeutlicht die geopolitischen Risiken, denen Industrieunternehmen in der Region ausgesetzt sind. Die zweite VAE-Hütte des Unternehmens in Jebel Ali lief während des andauernden Konflikts jedoch wie gewohnt weiter, wie Abubakar gegenüber Reuters am Rande der Konferenz bestätigte.

„Ich denke, aus Investitionssicht ändert sich nichts Wesentliches", sagte Abubakar während einer Podiumsdiskussion. „Wir stellen offensichtlich sicher, dass wir in den VAE alles wieder anfahren und in Betrieb nehmen, um unsere Kunden weltweit zu unterstützen. Wir exportieren 90 Prozent." Die hohe Exportquote unterstreicht, wie bedeutend eine stabile Produktion für die globale Lieferkette des Unternehmens ist.

Milliardenprojekt in Oklahoma schreitet voran

Besonders ambitioniert ist EGAs Expansionsprojekt in den USA. Gemeinsam mit Century Aluminum plant das Unternehmen den Bau der ersten neuen Primäraluminiumhütte in den Vereinigten Staaten seit fast 50 Jahren. Der Standort befindet sich in Oklahoma, und das Handelsministerium des Bundesstaates erwartet Gesamtkosten von rund 4 Milliarden US-Dollar. EGA hält an dem Joint Venture eine Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent.

Die geplante Anlage soll eine jährliche Produktionskapazität von 750.000 Tonnen Aluminium erreichen. Das entspräche mehr als einer Verdoppelung der gesamten aktuellen US-amerikanischen Primäraluminiumproduktion – ein industriepolitisch bedeutsames Vorhaben, das auch im Kontext der amerikanischen Bestrebungen zur Stärkung heimischer Rohstoffkapazitäten zu sehen ist. Abubakar betonte, dass EGA noch in diesem Jahr den ersten Spatenstich für das Projekt setzen wolle.

„Was das Wachstum betrifft, glaube ich nicht, dass sich etwas ändert. Wir machen Fortschritte im Bereich Recycling. Im Primärbereich haben wir offensichtlich das Projekt in Oklahoma angekündigt. Das schreitet wie geplant voran", so Abubakar.

Recycling als zweite Wachstumssäule

Neben dem Großprojekt in den USA treibt EGA auch seine Recyclingaktivitäten voran. Aluminium-Recycling gewinnt in der globalen Industrie zunehmend an Bedeutung, da es im Vergleich zur Primärproduktion erheblich weniger Energie verbraucht. Details zu konkreten Recyclingprojekten nannte Abubakar auf der Konferenz nicht, machte jedoch deutlich, dass dieser Bereich fester Bestandteil der Wachstumsstrategie des Unternehmens ist.

EGA positioniert sich damit als einer der wenigen Aluminiumproduzenten weltweit, der trotz geopolitischer Turbulenzen offensiv in neue Kapazitäten investiert. Für deutsche und europäische Aluminiumabnehmer, die auf stabile Lieferketten angewiesen sind, dürfte die Standhaftigkeit des Golfkonzerns ein positives Signal sein.

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