Disney lizenziert Film- und Serienprogramm an Netflix weltweit
Der Disney-Konzern überlässt Netflix die Lizenzrechte an mehreren Film- und Serienproduktionen, darunter „Ice Age" und „Will Trent".

Der Unterhaltungskonzern Disney hat <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix die Lizenzrechte an einer Reihe von Film- und Fernsehproduktionen eingeräumt, wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten. Zu den Titeln, die künftig beim Streaming-Rivalen zu sehen sein werden, gehören bestehende „Ice Age"-Filme sowie die Serien „Percy Jackson and the Olympians" und „Will Trent". Der Schritt erweitert den Zugang von Netflix zu Inhalten aus dem Hause Disney.
Der Deal ist Teil einer breiteren Strategie: Die Streamingplattform baut ihre Bibliothek gezielt durch Lizenzvereinbarungen aus. Erst im Juli hatte Netflix einen entsprechenden Vertrag mit AMC Global Media geschlossen, der die Serie „The Walking Dead" auf die eigene Plattform bringt. Die nun bekannt gegebene Disney-Vereinbarung setzt diese Linie fort und verschafft Netflix Zugriff auf prominente Marken, die bislang als weitgehend konzerneigen galten.
Konkrete Starttermine und Laufzeiten
Die ersten beiden Staffeln der Disney+-Originalserie „Percy Jackson and the Olympians" werden ab dem 4. Oktober für drei Monate weltweit auf Netflix verfügbar sein. Auch die fünf „Ice Age"-Filme werden vor der Kinopremiere von „Ice Age: Boiling Point" Anfang nächsten Jahres für drei Monate weltweit über Netflix gestreamt – ein Zeitfenster, das den Start des neuen Kinofilms begleiten soll.
Darüber hinaus umfasst der Deal eine Auswahl an Disney- und Pixar-Filmen. Genannt wurden unter anderem „Soul", „Elio" und „Raya and the Last Dragon". Diese Titel sollen ab Anfang 2027 weltweit auf Netflix verfügbar sein, wobei die konkreten Starttermine und Regionen laut den Unternehmen variieren können.
Für deutsche Streaming-Nutzer bedeutet das: Zumindest bei den genannten Titeln dürfte sich die Auswahl auf Netflix in den kommenden Monaten und Jahren erweitern, während die Verfügbarkeit je nach Region unterschiedlich ausfallen kann. Netflix positioniert sich damit im zunehmend umkämpften Streaming-Markt breiter aufgestellt – mit Inhalten, die zuvor exklusiv an die hauseigenen Dienste gebunden waren.
Disney-Marken bleiben überwiegend exklusiv
Trotz der Lizenzvereinbarung bleiben Disney-branded Titel laut Unternehmensangaben weitgehend exklusiv für die eigenen Streamingplattformen und Fernsehsender reserviert. Die Lizenzierung betrifft also nicht das gesamte Portfolio, sondern ausgewählte Produktionen. Die Strategie deutet darauf hin, dass Disney einerseits zusätzliche Erlöse aus Lizenzgeschäften generieren will, ohne die Exklusivität seiner Kernmarken grundsätzlich aufzugeben.
Für Anleger ist die Nachricht vor allem vor dem Hintergrund des Wettbewerbs im Streaming-Segment interessant. Lizenzdeals zwischen eigentlich konkurrierenden Anbietern sind inzwischen ein etabliertes Mittel, um die Auslastung bestehender Inhalte zu steigern. Wie sich die Vereinbarung finanziell auswirkt, wurde in der Mitteilung nicht beziffert. Konkrete Angaben zu Volumen oder Laufzeit über die genannten Zeitfenster hinaus machten die Unternehmen nicht.
Die Entwicklung zeigt, dass sich die Grenzen zwischen den Bibliotheken der großen Streaming-Anbieter zunehmend verschieben. Während Netflix auf Zukäufe setzt, um sein Angebot zu verdichten, öffnet Disney sein Archiv in begrenztem Umfang – eine Konstellation, die für Nutzer mehr Auswahl bringen kann, ohne dass die Konzerne ihre Kernmarken vollständig teilen.
