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Deutschland und Frankreich wollen Klimaneutralität für Autos aufgeben

Paris und Berlin einigen sich auf gemeinsame Lobbyarbeit gegen das EU-Ziel von 100 Prozent emissionsfreien Pkw bis 2035.

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Deutschland und Frankreich wollen Klimaneutralität für Autos aufgeben

Deutschland und Frankreich arbeiten zusammen, um ein wegweisendes Klimaziel der Europäischen Union aufzugeben. Konkret geht es um das Vorhaben, bis 2035 Klimaneutralität für Pkw zu erreichen. Beide Länder wollen damit ihre heimische Automobilindustrie im Zuge verschärfter globaler Wettbewerbsbedingungen schützen. Das berichtet Bloomberg Europe unter Berufung auf eine am Freitag erzielte Einigung.

Paris und Berlin werden demnach darauf abzielen, die geforderten Gesamtemissionsreduzierungen für Autos bis 2035 auf 90 Prozent zu senken. Statt einer vollständigen Klimaneutralität von 100 Prozent soll also ein deutlich abgeschwächtes Ziel gelten. Damit würde ein zentraler Pfeiler des Grünen Deals der EU zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen bis 2050 erheblich verwässert.

Die Einigung spiegelt nach Angaben der Quelle zwei unterschiedliche nationale Interessen wider. Auf der einen Seite steht der deutsche Anspruch auf lockerere CO₂-Standards für den europäischen Automobilsektor. Auf der anderen Seite steht der französische Wunsch nach einer strengen Definition „Made in Europe“. Beide Positionen wurden in dem am Freitag gefundenen Kompromiss zusammengeführt.

Ein zentraler Pfeiler des Grünen Deals wackelt

Das ursprüngliche EU-Ziel sah vor, dass neue Pkw bis 2035 keine klimaschädlichen Emissionen mehr ausstoßen dürfen. Dieses Vorhaben galt bislang als eine der wichtigsten Säulen der europäischen Klimapolitik und als entscheidender Baustein auf dem Weg zur Netto-Null bis 2050. Mit der nun vereinbarten gemeinsamen Linie von Deutschland und Frankreich gerät dieses Fundament ins Wanken.

Beide Länder wollen nun dafür lobbyieren, das Ziel deutlich abzuschwächen. Die Absenkung der Reduktionsvorgabe auf 90 Prozent würde den Automobilherstellern mehr Spielraum lassen und den Druck zur vollständigen Umstellung auf emissionsfreie Antriebe verringern. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet dies eine spürbare Entlastung bei der Planung ihrer Modellpaletten und Investitionen.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung, da die Automobilbranche zu den wichtigsten Industriezweigen der Bundesrepublik zählt. Eine Lockerung der CO₂-Vorgaben könnte den Druck auf die Margen der Hersteller verringern und Investitionsentscheidungen beeinflussen. Zugleich steht die Debatte im Spannungsfeld zwischen Klimaschutzambitionen und dem Erhalt industrieller Wettbewerbsfähigkeit.

Die Quelle nennt als Begründung für das Vorgehen beider Regierungen ausdrücklich den Schutz der heimischen Industrie angesichts verschärfter globaler Wettbewerbsbedingungen. Wie sich die gemeinsame Position von Paris und Berlin auf die weiteren Verhandlungen auf EU-Ebene auswirken wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. Klar ist jedoch, dass die beiden größten Volkswirtschaften der EU mit vereinten Kräften auftreten wollen.

Ob sich das ursprüngliche Klimaneutralitätsziel für Pkw bis 2035 tatsächlich aufgeben lässt, hängt vom weiteren politischen Prozess in Brüssel ab. Die am Freitag erzielte Einigung zwischen Deutschland und Frankreich ist zunächst eine gemeinsame Ausgangsposition für die kommenden Gespräche. Für die europäische Automobilindustrie und ihre Aktionäre dürfte die Entwicklung dennoch ein wichtiges Signal sein.

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