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Australien weist Offshore-Speicherstätte für Inpex' Bonaparte-CCS-Projekt aus

Die australische Regierung hat die West-Peron-Formation vor der Nordküste als dauerhafte Speicherstätte für Kohlendioxid ausgewiesen.

• 2 Min
Australien weist Offshore-Speicherstätte für Inpex' Bonaparte-CCS-Projekt aus

Sydney – Australien hat am Freitag die Unterwasser-Felsformation West Peron vor der Nordküste des Landes als Speicherstätte für das Bonaparte-Projekt zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) ausgewiesen. Das Vorhaben wird vom japanischen Energiekonzern Inpex vorangetrieben und ist auf eine Kapazität von acht Millionen metrischen Tonnen pro Jahr ausgelegt.

Bei West Peron handelt es sich um eine poröse Gesteinsschicht, die tief unter dem Meeresboden liegt. Genau solche Formationen eignen sich für die dauerhafte Einlagerung von Kohlendioxid, das zuvor bei industriellen Prozessen abgeschieden wurde.

Start mit Ichthys-LNG, spätere Ausweitung

Das Bonaparte-Projekt soll zunächst Kohlendioxid aus dem Ichthys-Projekt von Inpex aufnehmen, einem Flüssigerdgasprojekt (LNG). In einem zweiten Schritt beabsichtigt Inpex, die Speicherdienstleistungen auf mehrere industrielle Anlagen auszuweiten. Damit würde die Formation nicht nur dem eigenen Konzern, sondern auch weiteren Emittenten als Speicherort dienen.

Nach Angaben des Unternehmens sollen bis zu 443 Millionen Tonnen Kohlendioxid über einen Zeitraum von bis zu 35 Jahren dauerhaft tief unter der Erde in der West-Peron-Formation gespeichert werden. Diese Größenordnung macht das Vorhaben zu einem der größeren CCS-Projekte in der Region.

Regierung sieht Unterstützung für schwer dekarbonisierbare Branchen

Die australische Ressourcenministerin Madeleine King erklärte, die Entscheidung zeige die Unterstützung der Regierung für Technologien, die darauf abzielen, Emissionen aus Industrien zu reduzieren, bei denen die Senkung von Treibhausgasemissionen nach wie vor schwierig ist. „Kohlenstoffabscheidung und -speicherung werden eine wichtige Rolle bei der Reduzierung von Emissionen aus schwer dekarbonisierbaren Branchen spielen und den Übergang Australiens zu Netto-Null-Emissionen unterstützen“, so King.

Australien hat ein gesetzlich verankertes Ziel, bis zum Jahr 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Die Ausweisung von Speicherstätten ist ein Baustein dieser Strategie, da sie CCS-Vorhaben den nötigen regulatorischen Rahmen gibt.

Was CCS für Anleger und den Energiemarkt bedeutet

Kohlenstoffabscheidung und -speicherung gilt als eine der Schlüsseltechnologien für Branchen, deren Emissionen sich nur schwer oder gar nicht vermeiden lassen. Dazu zählen unter anderem die Förderung und Verarbeitung fossiler Energieträger sowie Teile der Schwerindustrie. Befürworter sehen in CCS ein Werkzeug, um solche Emissionen zu reduzieren, ohne die betreffenden Industrien vollständig aufzugeben. Kritiker verweisen dagegen auf Kosten und den Energiebedarf der Abscheidung.

Für Inpex ist die Ausweisung ein wichtiger Schritt, weil sie die rechtliche Grundlage für die geplante Einlagerung schafft. Der Konzern verbindet damit sein LNG-Geschäft mit einer Emissionsstrategie. Die Verbindung aus Flüssigerdgas und CCS dürfte auch für andere asiatische Energiekonzerne von Interesse sein, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

In Deutschland wird CCS bislang überwiegend im Zusammenhang mit der Entlastung schwer vermeidbarer Emissionen diskutiert, etwa in der Zement- und Chemieindustrie. Der australische Fall zeigt, wie ein rohstoffreiches Land die Technologie regulatorisch einbettet und mit verbindlichen Klimazielen verknüpft. Ob das Bonaparte-Projekt die angepeilte Speichermenge tatsächlich erreicht, wird sich erst über die Laufzeit von bis zu 35 Jahren zeigen.

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