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Deutsches Finanzsystem nach Credit Suisse-Rettung stabil

Experten warnen vor Panik auf den Kapitalmärkten und möglichen Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur

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Deutsches Finanzsystem nach Credit Suisse-Rettung stabil

Nachdem die Credit Suisse gerettet wurde, betonen die Bundesregierung und die Aufsichtsbehörden die Widerstandsfähigkeit des deutschen und europäischen Finanzsystems. Die Deutsche Bankenlandschaft habe aus der Finanzkrise 2008 gelernt und die Bankenregulierung erheblich verschärft, so Bundeskanzler Olaf Scholz. Daher sei das deutsche Bankensystem gut aufgestellt. Auch die Finanzaufsicht BaFin hält das deutsche Finanzsystem für weiterhin widerstandsfähig und robust.

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) versicherte, dass das europäische Bankensystem widerstandsfähig sei und die Kapitalausstattung und Liquidität der Institute robust seien. Die EZB begrüße die umfassenden Maßnahmen der Schweizer Behörden, um die Finanzstabilität zu gewährleisten.

Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), gab zu bedenken, dass die Krise um die Credit Suisse und die Pleite der kalifornischen Silicon Valley Bank auch auf die deutsche Konjunktur durchschlagen könnten. Allerdings seien die systemischen Risiken im Finanzsystem heute deutlich geringer als nach der Lehman-Pleite im September 2008. Viele Finanzinstitutionen hätten mehr Eigenkapital und Absicherungen.

Fratzscher warnte jedoch vor einer Panik auf den Kapitalmärkten und bei Anlegern und Sparern. Eine solche Panik könnte zu sogenannten selbsterfüllenden Erwartungen führen. Dies bedeutet, dass die Sorge um die Liquidität von Banken die Existenz von solchen Banken gefährdet, die ansonsten solvent wären. "Finanzkrisen sind per Definition kaum vorhersehbar", so Fratzscher weiter.

Die Vertrauenskrise bei der Credit Suisse hatte zunächst weltweit Schockwellen durch die Finanzmärkte gesandt. Die Rivalin UBS hatte die Credit Suisse dann am Sonntag für drei Milliarden Franken übernommen; die Schweizer Zentralbank sicherte zudem Hilfe von bis zu 100 Milliarden Franken zu. Die EZB, die US-Notenbank Fed und andere große Zentralbanken kündigten zudem eine "koordinierte Maßnahme" an, um Bankgeschäfte in Dollar zu erleichtern und so die Finanzmärkte zu beruhigen.

Trotz der Rettungsaktion bleiben jedoch Zweifel und Sorgen bestehen. Insbesondere Anleger und Sparer können verunsichert sein. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt und ob weitere Maßnahmen notwendig sein werden, um die Finanzstabilität zu gewährleisten. In jedem Fall wird die Situation weiterhin von den Aufsichtsbehörden sorgfältig beobachtet.

BankensektorCredit SuisseDeutschlandEZB

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