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Deutsche Bank erklärt: Warum Märkte nach US-Iran-Deal enttäuschten

Trotz des Interimsabkommens zwischen den USA und dem Iran profitierten Risikoanlagen kaum – die Deutsche Bank nennt vier konkrete Gründe.

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Deutsche Bank erklärt: Warum Märkte nach US-Iran-Deal enttäuschten

Das Interimsabkommen zwischen den USA und dem Iran ließ die Ölpreise sinken – doch an den Aktienmärkten kam die erhoffte Erleichterungsrally kaum an. Henry Allen, Analyst bei der Deutschen Bank, hat vier Faktoren identifiziert, die das Aufwärtspotenzial der Märkte nach dem Deal effektiv begrenzten.

Der erste und wohl gewichtigste Faktor war die gleichzeitige Kehrtwende der US-Notenbank Federal Reserve. Die Fed signalisierte mit ihrem sogenannten „Dot Plot" eine restriktivere Geldpolitik: Die Hälfte der beteiligten Notenbanker deutete mindestens eine Zinserhöhung im laufenden Jahr an. Fed-Chef Kevin Warsh betonte zudem die Notwendigkeit, die Preisstabilität wiederherzustellen. Die Folge: Die Realrendite 10-jähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 2,22 Prozent – den höchsten Stand seit über einem Jahr. Laut Allen „konterkarierte" dies die anfängliche Erleichterung nach dem Abkommen effektiv.

Märkte hatten den Konflikt bereits als temporär eingepreist

Als zweiten Grund führt die Deutsche Bank an, dass die Finanzmärkte den geopolitischen Konflikt von Beginn an als vorübergehend bewertet hatten. Die Terminkurve für Rohöl-Futures spiegelte bereits die Erwartung künftig niedrigerer Preise wider. Das bedeutete: Das Aufwärtspotenzial nach Abschluss eines Deals war strukturell begrenzt, weil ein positiver Ausgang bereits in den Kursen antizipiert worden war.

Drittens waren die Bewertungen an den Aktienmärkten nach einer historisch außergewöhnlichen Rally bereits stark gedehnt. Allen hebt dabei besonders den S&P 500 hervor, der innerhalb von nur zwei Monaten um 16 Prozent zulegte. „Ein Ereignis, das wir seit dem Zweiten Weltkrieg nur viermal erlebt haben", schrieb der Analyst. Noch bemerkenswerter: Bei drei dieser vier Fälle handelte es sich um Erholungen nach einer Rezession. Der einzige vergleichbare Nicht-Rezessions-Fall ereignete sich wenige Monate vor dem Börsenkrach am „Schwarzen Montag" im Oktober 1987 – ein historischer Vergleich, der Anlegern zu denken geben sollte.

Reale Auswirkungen des Konflikts noch nicht vollständig beseitigt

Als vierten Faktor nennt Allen die nach wie vor spürbaren Folgen des Konflikts in der Realwirtschaft. Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus – eine der bedeutendsten Ölpassagen der Welt – erreiche trotz des Abkommens immer noch „nur einen Bruchteil des Niveaus vor dem Konflikt". Zudem notiere die Ölsorte Brent weiterhin rund 30 Prozent über dem Stand zu Jahresbeginn. Das Interimsabkommen hat die Lage also noch nicht vollständig normalisiert.

Trotz dieser kurzfristigen Dämpfer bleibt die Deutsche Bank für den längerfristigen Ausblick optimistisch. Eine restriktive Fed-Politik, die durch positive Wachstumsüberraschungen getrieben werde, sei „ein Szenario, das die Märkte verkraften können", so die Einschätzung der Analysten. Zudem betont die Bank ausdrücklich, dass sich die aktuelle Ausgangslage deutlich von den Bedingungen vor dem Crash am Schwarzen Montag 1987 unterscheide – der historische Vergleich diene also eher der Einordnung als einer Warnung vor einem unmittelbar bevorstehenden Einbruch.

Für deutsche Anleger verdeutlicht die Analyse der Deutschen Bank einmal mehr, wie komplex das Zusammenspiel geopolitischer Ereignisse, Geldpolitik und Marktbewertungen ist. Ein positives Nachrichtenereignis allein reicht nicht aus, um Märkte nachhaltig anzutreiben – entscheidend ist stets das Gesamtbild aus Zinsen, Bewertungen und realwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

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