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Deep Sea Minerals und Westwin planen US-Verarbeitung von Tiefsee-Knollen

Nicht bindende Absichtserklärung ebnet den Weg für die Bewertung von Nickel, Kobalt, Kupfer und Mangan aus polymetallischen Knollen.

• 6 Min
Deep Sea Minerals und Westwin planen US-Verarbeitung von Tiefsee-Knollen

Deep Sea Minerals (CSE: SEAS) hat mit Westwin Elements eine nicht bindende Absichtserklärung für ein vorgeschlagenes Joint-Venture-Entwicklungsabkommen unterzeichnet. Ziel ist es, potenzielle Verarbeitungswege in den USA für polymetallische Knollen zu evaluieren. Die Vereinbarung schafft zunächst nur einen Rahmen für die Parteien, um über ein verbindliches Abkommen zu verhandeln.

Der Zeitpunkt dieser Verhandlungen ist im Dokument klar geregelt: Erst nachdem das Unternehmen die Unterwasser-Mineralrechte sowie alle erforderlichen Lizenzen, Genehmigungen und anderen behördlichen Zulassungen zur Exploration, Gewinnung, Testförderung und Ernte von polymetallischen Knollen auf dem Meeresboden erhalten hat, sollen die Gespräche über ein bindendes Abkommen konkret werden. Die Absichtserklärung ist damit ausdrücklich nicht bindend und begründet noch keine kommerzielle Beziehung.

Für das kanadische Unternehmen, das sich für den Tiefseebergbau bewirbt, ist die aktuelle Entwicklung Teil eines längeren regulatorischen Weges. Deep Sea Minerals gehört zu mehreren Unternehmen, die beabsichtigen, den Pazifischen Ozean zu erkunden und kritische Mineralien aus polymetallischen Knollen am Meeresboden zu extrahieren.

Die Details

Das Abkommen mit Westwin würde einen formalen Rahmen schaffen, innerhalb dessen die Unternehmen gemeinsam Verarbeitungs- und Rückgewinnungspfade für Nickel, Kobalt, Kupfer und Mangan bewerten, die in polymetallischen Knollen enthalten sind. Diese Knollen sollen reich an kritischen Mineralien sein, die für die Elektrifizierung, Energieinfrastruktur, Verteidigungsanwendungen und fortschrittliche Fertigungstechnologien unerlässlich sind. Jede zukünftige Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung, Rohstoffversorgung, Offtake oder kommerziellen Verarbeitung bleibt weiteren Verhandlungen, geltenden Bedingungen und der Unterzeichnung verbindlicher Vereinbarungen vorbehalten.

Die Absichtserklärung legt auch die Aufgabenverteilung fest. Das Unternehmen stellt im Falle einer zukünftigen Joint-Venture-Entwicklungsvereinbarung mit Westwin repräsentative Proben polymetallischer Knollen sowie verfügbare geologische und geochemische Daten zur Bewertung bereit. Westwin führt dagegen Labor- und Pilotversuche durch, um potenzielle Verarbeitungswege zu beurteilen.

Das vorgeschlagene Programm soll die wichtigsten Verarbeitungsschritte vom polymetallischen Knollenmaterial bis hin zu Zwischenprodukten und potenziell verkaufsfähigen Produkten bewerten. Ziel ist laut Deep Sea Minerals die Entwicklung eines empfohlenen Verarbeitungsprozesses und eines Prozessblock-Flussplans. Nach der Absichtserklärung trägt das Unternehmen die Kosten für die Bereitstellung von Proben und damit verbundenen Daten, während Westwin für die Kosten der Versuche verantwortlich ist, die in seinen Einrichtungen durchgeführt werden.

"Die Bewertung potenzieller nachgelagerter Verarbeitungswege ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit, um zu verstehen, wie polymetallische Knollen letztlich in eine US-basierte Lieferkette für kritische Mineralien integriert werden könnten", sagte James Deckelman, CEO von Deep Sea Minerals, in einer Pressemitteilung. "Diese nicht bindende Vereinbarung mit Westwin bietet einen Rahmen für künftige Diskussionen über eine Joint-Venture-Entwicklungsvereinbarung, um die technischen Arbeiten zu bewerten, die erforderlich sind, um potenzielle Verarbeitungswege zu prüfen", sagte Deckelman. "Derzeitiger Schwerpunkt liegt auf der technischen Bewertung; jede zukünftige kommerzielle Beziehung bleibt weiterhin von geltenden Bedingungen sowie der Verhandlung und Unterzeichnung verbindlicher Vereinbarungen abhängig."

Auf regulatorischer Seite hat Deep Sea Minerals bereits Fortschritte erzielt. Im Juni wurde der Antrag des Unternehmens, der im Rahmen des Deep Seabed Hard Mineral Resources Act (DSHMRA) eingereicht wurde, von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) als konform erachtet. Der Lizenzantrag war bereits im März eingereicht worden. Das Unternehmen bezeichnete diese Feststellung als Meilenstein im US-bundesweiten Prüfungsverfahren, das Explorations- und kommerzielle Gewinnungsaktivitäten für polymetallische Knollen in Gebieten außerhalb nationaler Hoheitsgewässer regelt.

An der Börse reagierten die Anleger verhalten positiv. Die Aktien von Deep Sea Minerals stiegen am Mittwochmittag in Toronto um 2,4 Prozent. Das Unternehmen verfügt über eine Marktkapitalisierung von C$40,7 Millionen (28,5 Millionen US-Dollar).

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 30.05.2026 berichtete aktien.news, dass Deep Sea Minerals offiziell seinen Antrag auf eine Notierung an der Nasdaq-Börse eingereicht hat. Das in Vancouver ansässige Unternehmen gab dies als Teil seiner langfristigen Wachstumsstrategie bekannt, die auf eine breiter diversifizierte Investorenbasis abzielt. Der Antrag wurde an einem Freitag bei der Nasdaq eingereicht. Im Falle einer Genehmigung wäre Deep Sea Minerals das dritte an der Nasdaq gelistete Unternehmen im Bereich Meeresbodenexploration – neben The Metals Company (Nasdaq: TMC) und Odyssey Marine Exploration (Nasdaq: OMEX). Das Uplisting soll die Sichtbarkeit bei institutionellen und privaten Anlegern in den USA erhöhen und die potenzielle Aktionärsbasis verbreitern.

Ebenfalls am 30.05.2026 berichtete aktien.news, dass die NOAA offiziell den zweiten Antrag von The Metals Company (NASDAQ: TMC) auf eine Tiefsee-Explorationslizenz zertifiziert hat. Die Zertifizierung des Antragsgebiets "USA B" ebnet den Weg für die Erstellung einer standortspezifischen Umweltverträglichkeitsprüfung (Environmental Impact Statement, EIS). Das Gebiet "USA B" erstreckt sich über rund 122.000 Quadratkilometer internationalen Meeresbodens.

Am 01.05.2026 meldete aktien.news, dass die Aktie von TMC the metals company Inc. (NASDAQ: TMC) um 10 Prozent zugelegt hat. Auslöser war eine Entscheidung der NOAA, die den Tiefseebergbau-Antrag des Unternehmens als vollständig regulatorisch konform einstufte. Die NOAA stellte fest, dass der konsolidierte Antrag der TMC-Tochtergesellschaft The Metals Company USA LLC auf eine Explorationslizenz und eine Genehmigung zur kommerziellen Gewinnung alle Anforderungen des Deep Seabed Hard Mineral Resources Act sowie der entsprechenden Durchführungsverordnungen vollständig erfüllt.

Am 02.05.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktien von The Metals Company (NASDAQ: TMV) an einem Freitag deutlich zugelegt haben. Im frühen Handel stiegen die Papiere um mehr als 7 Prozent auf 5,62 US-Dollar, zuletzt notierten sie bei 5,43 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens belief sich damit auf rund 2,3 Milliarden US-Dollar. Die Entscheidung bringt das Projekt in der Clarion-Clipperton-Zone im Pazifischen Ozean einen bedeutenden Schritt näher an eine potenzielle endgültige Genehmigung.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Meldung in erster Linie ein Zwischenschritt und kein Durchbruch. Die Absichtserklärung ist ausdrücklich nicht bindend, und selbst eine spätere Joint-Venture-Entwicklungsvereinbarung stünde unter dem Vorbehalt geltender Bedingungen sowie der Verhandlung und Unterzeichnung verbindlicher Vereinbarungen. Der aktuelle Fokus liegt nach den Worten des CEO auf der technischen Bewertung.

Interessant ist die Reihenfolge der Ereignisse: Erst die regulatorische Konformität, dann die technische Prüfung der Weiterverarbeitung. Deep Sea Minerals arbeitet damit an zwei Enden gleichzeitig – an der Genehmigung des Abbaus und an der Frage, wie das geförderte Material überhaupt in eine US-Lieferkette für kritische Mineralien gelangen könnte.

Der Vergleich mit dem Wettbewerb lohnt sich. Die Aktien von The Metals Company reagierten in den vergangenen Monaten deutlich stärker auf regulatorische Fortschritte als Deep Sea Minerals, dessen Kurs zuletzt um 2,4 Prozent zulegte. Bei einer Marktkapitalisierung von C$40,7 Millionen (28,5 Millionen US-Dollar) handelt es sich um ein kleines Unternehmen, was sowohl Chancen als auch Risiken vergrößert. Anleger sollten deshalb die weitere Nachrichtenlage zu Lizenzen, Proben und Verhandlungsergebnissen aufmerksam verfolgen.

Ausblick

Konkrete Termine nennt die Absichtserklärung nicht. Der weitere Fahrplan hängt davon ab, dass Deep Sea Minerals die Unterwasser-Mineralrechte sowie alle erforderlichen Lizenzen, Genehmigungen und behördlichen Zulassungen erhält. Erst danach wollen die Parteien über ein bindendes Abkommen zur gemeinsamen Entwicklung, Rohstoffversorgung, Offtake oder kommerziellen Verarbeitung verhandeln. Bis dahin bleibt das vorgeschlagene Programm auf Labor- und Pilotversuche beschränkt, die Westwin in seinen Einrichtungen durchführt. Parallel verfolgt das Unternehmen sein Vorhaben einer Notierung an der Nasdaq weiter, über deren Genehmigung nichts berichtet wird.

Kurz erklärt

  • Polymetallische Knollen: Mineralische Gebilde am Meeresboden, die mehrere Metalle in konzentrierter Form enthalten.
  • Absichtserklärung (MOU): Unverbindliches Dokument, das den Rahmen für spätere Verhandlungen festlegt.
  • Offtake: Langfristiger Abnahmevertrag über die künftige Lieferung von Rohstoffen oder Produkten.
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