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DAX vorbörslich schwächer: US-Technologiebilanzen rücken in den Fokus

Proteste in Südeuropa und wachsende Zweifel an KI-Investitionen drücken die Kurse vor dem Xetra-Start.

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DAX vorbörslich schwächer: US-Technologiebilanzen rücken in den Fokus

Der deutsche Leitindex geht mit Verlusten in den Handelstag. IG Markets taxiert den DAX vorbörslich 0,5 Prozent tiefer bei 25.199 Punkten. Bereits am Vortag hatte der Index 1,2 Prozent auf 25.319 Zähler nachgegeben. Damit setzt sich die schwache Stimmung aus der Vorwoche fort, in der Technologietitel den größten Wochenverlust seit Ende Juni verbuchten.

Für Belastung sorgen vor allem die anhaltenden Proteste in Frankreich, Italien und Spanien. Die politischen Unruhen drücken auf die europäischen Aktienmärkte insgesamt. Chris Weston, Analysechef bei Pepperstone, bringt die Lage auf den Punkt: "Das Risiko für französische Staatsanleihen werde eindeutig in die europäischen Aktien eingepreist". Anleger sollten diese Verflechtung im Blick behalten, denn sie zeigt, wie eng politische Entwicklungen und Kursentwicklung inzwischen zusammenhängen.

US-Technologiewerte im Zentrum der Woche

Der eigentliche Höhepunkt der Handelswoche liegt jedoch in den USA. Dort stehen die Bilanzen der großen Technologiekonzerne an. SpaceX legt seinen Geschäftsbericht für heute vor. Netflix präsentiert seine Quartalszahlen nach US-Börsenschluss. Am Mittwoch folgen dann Tesla und Meta mit ihren Zahlen. Für Privatanleger bedeutet das: Die kommenden Tage dürften deutlich mehr Bewegung bringen als der heutige Vormittag.

Bei Netflix richtet sich der Blick besonders auf das internationale Geschäft und die Werbeeinnahmen. Der US-Markt gilt bei dem Streamingkonzern als gesättigt. Deshalb drängt das Unternehmen seine Nutzer verstärkt zu anzeigenfinanzierten Abonnements. Langfristig erhofft sich Netflix dadurch höhere Einnahmen. Wer die Aktie hält, sollte daher nicht nur auf die Abonnentenzahlen schauen, sondern vor allem auf die Entwicklung der Werbeerlöse.

Die größere Frage betrifft jedoch die gesamte Branche. Die Technologiekonzerne haben milliardenschwere Investitionen in Künstliche Intelligenz getätigt. Bislang dominierten die Wachstumschancen die Bewertung. Nun fordern Investoren den Nachweis, dass sich diese Ausgaben auch in Gewinnen niederschlagen. Maximilian Wienke, Marktbeobachter beim Broker etoro, fasst die Erwartungen zusammen: "Überzeugen die Unternehmen mit starken Margen und Ausblicken, könnten die Zweifel an der Rentabilität der KI-Investitionen abnehmen. Enttäuschungen könnten dagegen die Sorgen über die Finanzierung der KI-Infrastruktur verstärken und den Druck auf den gesamten Technologiesektor erhöhen".

Gemischtes Bild an den US-Börsen

Die Vorgaben aus den USA fallen uneinheitlich aus. Der Nasdaq legte am Vortag 1,1 Prozent auf 26.430 Punkte zu. Der S&P 500 gewann 0,4 Prozent auf 7.690 Zähler. Der Dow Jones schloss dagegen unverändert. Diese Divergenz zeigt, dass die Anleger zwischen Technologie- und Standardwerten derzeit klar unterscheiden.

In Asien überwiegt Zurückhaltung. Viele Anleger warten dort auf die US-Quartalszahlen, bevor sie neue Positionen eingehen. Der Nikkei in Tokio verlor 0,6 Prozent auf 64.512 Punkte. Schwache Vorgaben aus Japan gehen auf geopolitische Risiken zurück. Besonders deutlich fiel der Kospi aus, der mehr als vier Prozent einbüßte. Der südkoreanische Index ist stark von Samsung und SK Hynix geprägt, also von Halbleiterwerten. Die Shanghai-Börse notierte dagegen nahezu unverändert.

Der KI- und Halbleitersektor steht im Oktober insgesamt unter Vertrauensdruck. Für Privatanleger heißt das: Die kommenden Bilanzvorlagen sind mehr als nur Zahlenwerke. Sie geben Auskunft darüber, ob die hohen Erwartungen an das KI-Geschäft weiter tragen. Wer in diesem Segment investiert ist, sollte auf Margen, Ausblicke und die Finanzierung der Infrastruktur achten. Enttäuscht ein Schwergewicht, kann das den Druck auf den gesamten Sektor erhöhen.

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