DAX unter Druck: Inflation treibt Zinsängste – VW und Commerzbank im Fokus

Der September bleibt seinem Ruf als schwacher Börsenmonat treu: Mit einem Monatsminus von vier Prozent verabschiedete sich der DAX aus dem September – und das unter einem charttechnisch bedeutsamen Niveau. Der deutsche Leitindex schloss am letzten Handelstag des Monats 0,8 Prozent tiefer bei 25.199 Punkten und rutschte damit klar unter die viel beachtete 100-Tage-Linie, die dem Index in den vergangenen Handelstagen noch als Unterstützung gedient hatte. Immerhin: Auf Quartalssicht steht noch ein kleines Plus von 0,8 Prozent zu Buche.
Hauptauslöser für den heutigen Verkaufsdruck waren neue Inflationsdaten aus den großen Euro-Volkswirtschaften. Nach Spanien am Vortag meldeten heute Frankreich, Italien und Deutschland allesamt Teuerungsraten, die weit über dem EZB-Ziel von zwei Prozent liegen. Besonders alarmierend: In Deutschland kletterte die Inflation im September auf 3,3 Prozent – den höchsten Stand seit Ende 2023. Für Anleger bedeutet das vor allem eines: Die Europäische Zentralbank könnte erneut an der Zinsschraube drehen. Analysten der Helaba zufolge ist eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende bereits vollständig in den Märkten eingepreist, für das erste Quartal des Folgejahres wird eine weitere erwartet. Steigende Zinsen machen Aktien als Anlageklasse weniger attraktiv – das spürte der Markt heute deutlich.
Unter den Einzelwerten sorgte Volkswagen für Schlagzeilen. Der Wolfsburger Autokonzern kündigte am Nachmittag an, zum Jahresende zahlreiche Tarifverträge zu kündigen. Personalvorstand Arne Meiswinkel begründete den Schritt mit dem gravierend verschärften wirtschaftlichen Umfeld der vergangenen 18 Monate: „Unser Ziel ist es, Volkswagen zukunftssicher aufzustellen.
