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DAX beendet Verlustserie: Ölpreisrückgang und Nahost-Hoffnung sorgen für Erholung

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DAX beendet Verlustserie: Ölpreisrückgang und Nahost-Hoffnung sorgen für Erholung

Eine mögliche Einigung im Nahost-Konflikt und leicht nachgebende Ölpreise haben dem deutschen Aktienmarkt am Freitag Auftrieb gegeben. Der DAX schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 25.409 Punkten und beendete damit eine dreiwöchige Verlustserie. Auf Wochensicht steht dennoch nur ein mageres Plus von 0,4 Prozent zu Buche – der Gegenwind durch hohe Anleiherenditen und den elevated Ölpreis bleibt spürbar.

Bestimmendes Thema bleibt der Ölmarkt: Der Preis für ein Fass Brent-Rohöl fiel am Freitag um 1,5 Prozent, nachdem aus Verhandlungskreisen verlautete, eine mögliche Iran-Vereinbarung könnte die strategisch wichtige Meerenge von Hormus wieder für den Öltransport öffnen. "Dies verschafft den Investoren eine Atempause", kommentierten die Experten der Helaba. Dennoch notiert Brent weiterhin über der psychologisch bedeutsamen 100-Dollar-Marke und verzeichnete auf Wochensicht ein Plus von rund einem Prozent.

Die anhaltend hohen Ölpreise haben in den vergangenen Wochen die Inflation angeheizt und die Renditen am Anleihenmarkt in die Höhe getrieben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zuletzt auf über fünf Prozent – der höchste Stand seit Juli 2007. Carsten Klude, Chefvolkswirt der Privatbank M.M. Warburg, stellt die entscheidende Frage: "Erleben wir aktuell eine gesunde Normalisierung nach den zwischenzeitlichen Nullzinsjahren der jüngeren Vergangenheit, oder kommt es gerade zu einem perfekten Sturm und zum Beginn einer neuen Ära dauerhaft höherer Zinsen und Renditen?"

Für Gesprächsstoff auf dem Parkett sorgten heute die Chemiekonzerne BASF und Evonik. Der Evonik-Vorstand bestätigte, eine "unverbindliche Ansprache" von BASF erhalten zu haben, die auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle Evonik-Aktien abziele. Gespräche fänden derzeit jedoch nicht statt. Zuvor hatten bereits die Financial Times und Bloomberg über die mögliche Übernahme berichtet. BASF will mit dem Schritt seinen regionalen Fußabdruck und seine Produktpalette ausbauen – unter anderem, um im wachsenden Wettbewerb mit chinesischen Anbietern besser aufgestellt zu sein. Die Reaktion an der Börse war eindeutig: BASF-Aktien verloren zeitweise gut zwei Prozent, während Evonik-Papiere am Nachmittag um rund zehn Prozent in die Höhe schossen.

Ein weiterer Verlierer des Tages war HelloFresh. Der Kochboxversender überraschte Anleger mit einer deutlich gesenkten Jahresprognose. Wegen unerwartet schwacher Nachfrage erwartet das Unternehmen nun einen Umsatzrückgang von neun bis elf Prozent – statt der bisher prognostizierten drei bis sechs Prozent. Auch beim operativen Gewinn rudert HelloFresh zurück: Die Prognose sinkt auf 350 bis 370 Millionen Euro, nach zuvor angestrebten 375 bis 425 Millionen Euro. Die Aktie reagierte mit zeitweisen Verlusten von mehr als zehn Prozent.

An den US-Börsen dominierten Technologie- und Halbleiterwerte. Der Dow Jones legte zum Wochenschluss um 0,4 Prozent auf 51.552 Punkte zu, nachdem er am Vortag das niedrigste Niveau seit Juni markiert hatte. Auf Wochensicht zeichnet sich für den US-Leitindex ein Minus von rund 0,3 Prozent ab. Der breite S&P 500 stieg um 0,3 Prozent auf 7.727 Punkte. Besonders stark zeigte sich der technologielastige Nasdaq 100 mit einem Tagesplus von 0,4 Prozent auf 30.602 Punkte – auf Wochensicht ergibt sich damit ein beachtliches Plus von rund 3,2 Prozent.

Treiber dieser Bewegung waren vor allem Halbleiterwerte wie Advanced Micro Devices, Marvell und Cerebras. Auslöser war ein milliardenschwerer Deal: Der IT-Dienstleister Akamai unterzeichnete einen Sieben-Jahres-Vertrag mit dem KI-Spezialisten Anthropic im Volumen von 11,6 Milliarden Dollar. Anthropic erhält zudem eine Option auf den Erwerb von Akamai-Aktien. Das Unternehmen, das sich auf einen Börsengang vorbereitet, baut seine Rechenkapazitäten massiv aus, um leistungsfähigere KI-Modelle zu trainieren. "Die Geldsummen, die durch KI-Investitionen in die Wirtschaft fließen, sind einfach enorm, und wir haben die daraus resultierenden Produktivitätseffekte noch gar nicht gesehen", betonte Jamie Harris, geschäftsführender Gesellschafter der Harris Financial Group.

Schlechte Nachrichten kamen derweil aus der deutschen Baubranche: Nach zwei Monaten mit deutlichen Zuwächsen brachen die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im Juli kalender- und saisonbereinigt um 9,2 Prozent gegenüber dem Vormonat ein. Laut Statistischem Bundesamt ist dies der größte Rückgang seit Oktober 2025 – ein Dämpfer für eine Branche, die zuletzt vorsichtig optimistischer geworden war.

MarktberichtDAXBörseMärkteTagesschau

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