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DAX tritt trotz Nvidia-Rekord auf der Stelle – Jackson Hole bremst

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DAX tritt trotz Nvidia-Rekord auf der Stelle – Jackson Hole bremst

Die Notenbanker in Jackson Hole werfen ihre Schatten voraus: Während Nvidia an der Nasdaq mit über acht Prozent nach oben schoss und den US-Technologiemarkt beflügelte, hielten sich viele Anleger am deutschen Aktienmarkt auffällig zurück. Der DAX schloss am Donnerstag bei 26.366 Punkten – ein Plus von lediglich 0,3 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 26.285 Punkten. Das Allzeithoch bei 26.573 Punkten bleibt damit in Sichtweite, doch der entscheidende Impuls für einen neuen Rekordversuch lässt weiter auf sich warten.

Der Auslöser für die gute Stimmung in den USA war eindeutig: Der Chiphersteller und KI-Schwergewicht Nvidia übertraf mit seinen Quartalszahlen die ohnehin hohen Erwartungen der Analysten deutlich. In der Folge zog der technologielastige Nasdaq 100 um rund 1,3 Prozent an. Der Dow Jones Industrial hingegen bewegte sich mit einem bescheidenen Plus von 0,25 Prozent kaum vom Fleck – ein Zeichen dafür, dass der Rückenwind vor allem dem Tech-Sektor zugutekam.

In Europa profitierten vor allem Halbleiter- und Ausrüsteraktien vom Nvidia-Effekt. Infineon gehörte zu den größten DAX-Gewinnern, da das Unternehmen selbst im Chipgeschäft aktiv ist und als direkter KI-Profiteur gilt. Auch Siemens Energy legte zunächst kräftig zu – das Unternehmen ist wegen seiner Expertise beim Bau von Rechenzentren gefragt, die für den anhaltenden KI-Boom unverzichtbar sind. Allerdings konnte die Siemens-Energy-Aktie ihre Gewinne bis zum Handelsschluss nicht vollständig verteidigen.

Zusätzliche Fantasie für Siemens Energy lieferte ein Kommentar von Citigroup-Analyst Vivek Midha. Er verwies auf angekündigte Beschränkungen für im Ausland hergestellte Großkomponenten in den USA unter Präsident Donald Trump. Zwar könnte die Flexibilität bei der Beschaffung von Transformatoren etwas leiden, doch die Verknappung des Marktes durch Einschränkungen für chinesische Netztechnik-Anbieter dürfte diesen Nachteil nach Einschätzung des Experten mehr als wettmachen.

Auf der Verliererseite stach die Deutsche Telekom hervor: Die Aktie verlor 2,5 Prozent und gehörte damit zu den schwächsten Werten im DAX. Auslöser war ein Bericht des Handelsblatts, wonach die Telekom in den USA mit einer Milliardenklage konfrontiert ist. Kläger werfen dem Konzern vor, sich im Zuge der Fusion der US-Tochter T-Mobile US mit dem Konkurrenten Sprint vor sechs Jahren die Kontrolle über das Unternehmen auf Kosten von Minderheitsaktionären gesichert zu haben. Die Forderungen belaufen sich Berichten zufolge auf bis zu 10,1 Milliarden Dollar zuzüglich Zinsen. Die Telekom lehnte eine Stellungnahme ab. Erschwerend hinzu kam eine vorherige Herabstufung durch die Analysten von Kepler Cheuvreux.

Die eigentliche Bremse für den Gesamtmarkt kam jedoch aus der Geldpolitik. In Jackson Hole, Wyoming, hat das alljährliche Notenbanktreffen begonnen. Der Höhepunkt wird die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag sein. Angesichts der Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Geldpolitik scheuten viele Investoren das große Risiko, wie Timo Emden, Marktanalyst bei Captrader, einschätzte. Die entscheidende Frage: Wird die Federal Reserve im September die Zinsen erneut anheben? Angesichts der robusten US-Konjunktur und des hartnäckigen Inflationsdrucks halten Marktteilnehmer eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende für durchaus möglich, wie Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, kommentierte.

Auch von der EZB kamen keine beruhigenden Signale. Die heute veröffentlichten Protokolle der Juli-Zinssitzung verdichten die Hinweise auf eine baldige weitere Zinserhöhung im Euroraum. Aus dem Dokument geht hervor: „Zwar bleiben die Entscheidungen von der Datenlage abhängig, doch dürfte eine weitere Zinsanhebung notwendig sein, sofern sich die Inflationsaussichten nicht erheblich verbessern sollten.

MarktberichtDAXBörseMärkteTagesschau

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