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DAX erholt sich: Schwache US-Jobs beflügeln Börsen weltweit

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DAX erholt sich: Schwache US-Jobs beflügeln Börsen weltweit

Ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht hat die Aktienmärkte zum Wochenschluss angetrieben – und dem DAX einen versöhnlichen Abschluss nach einer turbulenten Börsenwoche beschert. Der Deutsche Leitindex kletterte am Freitag um 1,17 Prozent auf 25.231,20 Punkte und konnte sein Wochenminus damit auf überschaubare 0,7 Prozent begrenzen. Noch am Vortag hatte der DAX erstmals seit Juli wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten geschlossen.

Das Paradox des Tages: Schlechte Wirtschaftsnachrichten aus den USA wurden von den Märkten als gute Nachrichten interpretiert. Im September entstanden außerhalb der Landwirtschaft lediglich 29.000 neue Arbeitsplätze – weit weniger als die erwarteten 90.000. Viele Anleger werteten dies als Signal, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen möglicherweise nicht so schnell weiter anheben muss. Denn höhere Zinsen verteuern Kredite und Investitionen, bremsen die Wirtschaft und machen Anleihen als Konkurrenzprodukt zu Aktien attraktiver.

Infineon an der DAX-Spitze – KI-Fantasie treibt Chipwerte

Besonders gefragt waren erneut Aktien mit KI-Bezug. Der Halbleiterkonzern Infineon profitierte vom Rückenwind starker US-Chiptitel und schoss um beeindruckende 8,8 Prozent nach oben – damit war Infineon klarer Tagesgewinner im DAX. Weitere Zuwächse verbuchten der Baukonzern Hochtief mit plus 2,8 Prozent sowie der Energietechnikkonzern Siemens Energy mit einem Plus von zwei Prozent.

Zusätzliche Unterstützung lieferten sinkende Ölpreise und nachgebende Anleiherenditen. Die G7-Staaten hatten sich darauf verständigt, bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren strategischen Reserven freizugeben – koordiniert über die Internationale Energieagentur (IEA). US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Partner zuvor zu diesem Schritt gedrängt. Alle G7-Teilnehmer verpflichteten sich zudem, auf Exportverbote zu verzichten. Die Maßnahme zeigte umgehend Wirkung: Der US-Ölpreis fiel zeitweise um bis zu fünf Prozent, die Nordseesorte Brent sank vorübergehend wieder unter die Marke von 100 Dollar je Barrel.

US-Börsen: Nasdaq auf Rekordhoch

Auch jenseits des Atlantiks dominierten Tech-Aktien das Geschehen. Der Technologieindex Nasdaq 100 erklomm ein neues Rekordhoch. Der marktbreite S&P 500 legte in den ersten Handelsstunden rund ein Prozent auf 7.740 Punkte zu, der Dow Jones Industrial gewann 0,6 Prozent auf 51.217 Punkte.

Inflationsdruck in der Eurozone steigt weiter

Weniger erfreulich: Die Inflation in der Eurozone ist im September auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Laut einer ersten Schätzung des Statistikamts Eurostat lagen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3,8 Prozent höher – nach 3,2 Prozent im August und über den Erwartungen der Volkswirte von 3,6 Prozent. Haupttreiber waren hohe Energiepreise. Für Anleger in der Eurozone bleibt die Inflationsentwicklung ein wichtiger Faktor, da sie Einfluss auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat.

Nike unter Druck – Strategiefehler rächt sich

Ein klarer Verlierer des Tages war die Nike-Aktie. Nachdem der weltgrößte Sportartikelhersteller am Vorabend enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt hatte, verloren die Papiere im frühen Wall-Street-Handel fast sechs Prozent und waren zeitweise schwächster Titel im Dow Jones. Der Umsatz war im abgelaufenen Quartal um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar gesunken, der Gewinn um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Nike einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich.

Ein angekündigtes Sparprogramm über 2,5 Milliarden Dollar in den kommenden Jahren konnte die Anleger nicht beruhigen. Experten sehen die Schwäche als überwiegend hausgemacht: Nike hatte in den vergangenen Jahren stark auf den Direktvertrieb über eigene Kanäle gesetzt – auf Kosten des stationären Einzelhandels. Diese Strategie ging nicht auf. Konkurrenten wie Adidas nutzten die Lücke und sicherten sich Regalflächen in den Läden.

Amazon senkt Prime-Preise nach BGH-Urteil

Für Verbraucher gibt es derweil eine erfreuliche Nachricht aus der Welt des Online-Handels: Amazon senkt die Abo-Preise für Amazon Prime für bestimmte Bestandskunden. Betroffen sind Mitglieder, deren Prime-Mitgliedschaft vor Mitte September 2022 begann und seitdem unverändert bestand. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs, der einer Klage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen stattgegeben hatte. Das Gericht bestätigte damit ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf: Amazon hatte die Prime-Preise im September 2022 von 7,99 auf 8,99 Euro monatlich beziehungsweise von 69,00 auf 89,90 Euro jährlich angehoben – ohne die betroffenen Kunden transparent genug über ihre Rechte zu informieren.

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