David Ellison bittet CNN-Chef Mark Thompson nach Übernahme zu bleiben
Der Paramount-Chef will den CNN-CEO auch nach der Warner-Bros-Discovery-Transaktion halten – über einen neuen Vertrag ist aber noch nicht entschieden.

Der Paramount-Chef David Ellison hat den CNN-CEO Mark Thompson gebeten, auch nach der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) im Amt zu bleiben. Das berichten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Die Bitte fällt in eine Phase, in der die Vorbereitungen für die Integration des Medienkonzerns offenbar konkreter werden.
Thompson und Ellison haben in den vergangenen Wochen Gespräche darüber geführt, ob der CNN-Chef bleiben soll. Thompsons aktueller Vertrag läuft bis Anfang nächsten Jahres. Über einen neuen Vertrag für den CEO wurde nach Angaben der mit den Gesprächen vertrauten Personen bereits gesprochen, eine Einigung ist bislang aber nicht erzielt worden.
Ein zentraler Punkt in den Verhandlungen ist die Unabhängigkeit. Für Thompson ist sie entscheidend, wie ihm nahestehende Personen sagen. Er sucht Zusicherungen, dass er weitreichende Autonomie bei den redaktionellen Operationen des Nachrichtensenders erhalten wird. Die WBD-Aktie notierte zuletzt unverändert (0,00 Prozent).
Die Details
Im Mittelpunkt der laufenden Prüfungen steht die künftige Zusammenarbeit der Nachrichtenbereiche. Ellison und sein Team untersuchen derzeit, wie CNN mit dem CBS News von Paramount und dessen Chefredakteurin Bari Weiss zusammenarbeiten wird. Damit geht es um die Frage, wie zwei große US-Nachrichtenmarken unter einem gemeinsamen Dach organisatorisch und redaktionell aufgestellt werden.
Klarheit gibt es offenbar bereits zu einer Personalie: Nach Angaben von Personen, die mit Ellisons Überlegungen vertraut sind, wird Weiss bei Abschluss des Deals keine Rolle im Zusammenhang mit CNN übernehmen. Die Chefredakteurin von CBS News bleibt damit aus Sicht der Beteiligten nicht für die CNN-Integration zuständig. Für Thompson könnte dieser Punkt die Sorge um eine Einflussnahme von außen auf die CNN-Redaktion verringern.
Die Gespräche zwischen Ellison und Thompson sind noch nicht abgeschlossen. Ein neuer Vertrag ist in der Diskussion, aber nicht unterschrieben. Solange keine Einigung steht, bleibt offen, ob der CNN-Chef über das Ende seiner aktuellen Laufzeit hinaus an Bord bleibt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 27.02.2026 berichtete aktien.news, dass Paramount Skydance den Bieterstreit um Warner Bros. Discovery gewonnen hat. <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix zog sein konkurrierendes Angebot zurück, nachdem der Verwaltungsrat von Warner festgestellt hatte, dass Paramounts Offerte dem Netflix-Gebot überlegen sei. Paramount bot 31 Dollar je Aktie für das gesamte Unternehmen, während Netflix lediglich auf die Film- und Fernsehstudios sowie den Streaming-Dienst HBO Max geboten hatte.
Am 24.04.2026 meldete aktien.news, dass die Aktionäre von Warner Bros. Discovery grünes Licht für die Übernahme durch Paramount für 111 Milliarden US-Dollar (rund 82 Milliarden Pfund) gegeben haben. Der Deal würde Paramount die Kontrolle über sämtliche Titel und Sender von Warner Bros übertragen – darunter Kultmarken wie Harry Potter, Game of Thrones und der Nachrichtensender CNN. Paramount befindet sich im Besitz von Skydance und wird vom Tech-Milliardär Larry Ellison unterstützt, dem Vater von David Ellison. David Ellison ist Chief Executive und Chairman von Paramount sowie ein bedeutender Spender der Republikanischen Partei in den USA.
Am 05.08.2026 berichtete aktien.news, dass David Ellison in einem Gastbeitrag für die New York Times erstmals öffentlich zur geplanten 110 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme Stellung genommen hat. Er wies zentrale Kritikpunkte an der Mega-Fusion zurück und bezeichnete den Widerstand als Festhalten an einer Vision von Hollywood, die „nicht mehr existiert“. Ellison reagierte damit auf wachsenden Druck gegen den Deal, der seit Monaten in einem intensiven Rechtsstreit feststeckt. Konkret wies er Behauptungen zurück, wonach ein fusionierter Medienriese eine übermäßige Marktkontrolle ausüben oder die redaktionelle Unabhängigkeit der Nachrichtensender untergraben würde.
Am 13.08.2026 berichtete aktien.news, dass Ellison Hollywood mit einer ungewöhnlichen Drohung aufgeschreckt hat: Er signalisierte, bereit zu sein, das traditionsreiche Studio Paramount aus Kalifornien abzuziehen. Hintergrund ist sein geplanter Kauf von Warner Bros. Discovery in einem Deal im Wert von 110 Milliarden US-Dollar. Kritiker und Gegner des Deals bezeichnen Ellisons Vorgehen offen als „Erpressung“.
Was das für Anleger bedeutet
Die Personalie an der CNN-Spitze ist für Investoren vor allem deshalb relevant, weil sie zeigt, wie schnell oder langsam die Integration nach dem Vollzug der Transaktion vorankommt. Ein Verbleib von Thompson würde Kontinuität an der Spitze eines der bekanntesten Nachrichtensender signalisieren; ein Abgang könnte neue Unsicherheit in die Integrationsplanung bringen. Beide Szenarien hängen an einem noch nicht abgeschlossenen Vertrag.
Hinzu kommt die redaktionelle Dimension. Die Frage der Unabhängigkeit von CNN ist bereits Teil der öffentlichen Debatte um den Deal. In seinem Gastbeitrag hatte Ellison genau diesen Vorwurf zurückgewiesen. Dass Thompson nun Zusicherungen für weitreichende Autonomie in den redaktionellen Operationen sucht, verweist darauf, dass dieses Thema auch intern eine Rolle spielt.
Für Aktionäre von Warner Bros. Discovery bleibt der genehmigte Deal mit 31 Dollar je Aktie und einem Gesamtvolumen von 111 Milliarden US-Dollar der zentrale Bezugspunkt. Die jüngste Kursbewegung der WBD-Aktie fiel mit 0,00 Prozent unverändert aus. Der Rechtsstreit rund um die Fusion sowie die Frage des Paramount-Standorts Kalifornien sind weiterhin offene Punkte, die den Zeitplan beeinflussen können. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Nach dem Stand der Berichterstattung ist der Abschluss des Deals die entscheidende Marke für die Personalentscheidung. Ellison und Thompson haben über einen neuen Vertrag gesprochen, ohne sich zu einigen; Thompsons aktueller Vertrag läuft bis Anfang nächsten Jahres. Erst mit dem Vollzug der Transaktion soll auch die Frage geklärt werden, welche Rolle CBS News und Bari Weiss im Verhältnis zu CNN spielen – wobei Weiss nach dem derzeitigen Stand der Informationen keine CNN-bezogene Rolle übernehmen wird. Ob und wann eine Einigung mit Thompson zustande kommt, ist offen.
Kurz erklärt
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