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CXMT plant Einstieg in den NAND-Flash-Speichermarkt

Chinesischer DRAM-Spezialist wagt sich in den NAND-Markt und fordert Samsung, SK Hynix und Micron heraus.

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CXMT plant Einstieg in den NAND-Flash-Speichermarkt

Der chinesische Halbleiterkonzern ChangXin Memory Technologies (CXMT) plant den Einstieg in den NAND-Flash-Speichermarkt. Bisher war das Unternehmen vor allem auf DRAM-Chips spezialisiert. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, soll in CXMTs neuem Werk in Peking eine Forschungs- und Entwicklungslinie für NAND-Speicher entstehen. Zudem wurde in der chinesischen Hauptstadt ein Forschungsinstitut gegründet, das sich unter anderem dieser Technologie widmet.

Der Schritt erfolgt inmitten einer globalen Speicherknappheit, die durch die boomende Nachfrage nach KI-Servern weiter angeheizt wird. CXMT tritt damit in direkte Konkurrenz zu den etablierten Marktführern Samsung Electronics, SK Hynix und Micron Technology. Laut Daten des Marktforschungsinstituts TrendForce hielt Samsung im zweiten Quartal einen Umsatzanteil von 29,3 Prozent am weltweiten NAND-Markt.

Wachsende Rivalität im eigenen Land

Besonders bemerkenswert ist, dass CXMT mit diesem Vorstoß auch in ein direktes Konkurrenzverhältnis zum heimischen Rivalen YMTC (Yangtze Memory Technologies) tritt. Bislang galten die beiden Unternehmen als die „Zwillingssterne“ der chinesischen Speicherindustrie: CXMT konzentrierte sich auf DRAM, YMTC auf NAND-Flash. Diese klare Trennung beginnt jedoch zu verschwimmen. YMTC hat Berichten zufolge bereits erste Schritte in den DRAM-Markt unternommen, während CXMT nun in das angestammte Terrain seines Rivalen vorstößt.

Die Expansion ist Teil von Pekings strategischem Ziel, eine autarke Halbleiterindustrie aufzubauen und die technologische Lücke zu westlichen Konkurrenten zu schließen. Beide Unternehmen wurden maßgeblich durch staatliche Halbleiterfonds und regionale Investitionen gefördert. CXMT sammelte kürzlich durch einen Börsengang rund 57,92 Milliarden Yuan (etwa 8,6 Milliarden Dollar) ein. Die YMTC-Muttergesellschaft CCSH plant ebenfalls einen Börsengang in Shanghai.

US-Exportbeschränkungen als Treiber

Der Druck zur heimischen Entwicklung wird durch US-Exportbeschränkungen weiter erhöht. Washington hatte YMTC bereits 2022 auf die sogenannte „Entity List“ gesetzt und damit den Zugang zu US-Technologie stark eingeschränkt. Zudem wurden die Lieferungen von HBM-Chips (High-Bandwidth Memory) nach China begrenzt. Diese Maßnahmen zwingen chinesische Unternehmen zunehmend dazu, eigene Lösungen zu entwickeln.

Erste Gespräche mit potenziellen Kunden haben bereits stattgefunden. Laut einem Informanten plant ein neu gegründetes Startup, die NAND-Chips von CXMT für Speicherlösungen in KI-Systemen und Supercomputern einzusetzen. Ob und wann CXMT von der reinen Forschung und Testproduktion zur großflächigen kommerziellen Fertigung übergehen wird, bleibt jedoch unklar.

Marktumfeld bleibt angespannt

Der Vorstoß von CXMT erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltenden globalen Speicherknappheit. Experten zufolge könnte die starke Nachfrage durch KI-Server die Engpässe bis mindestens 2027 verlängern. SK Hynix-CEO Kwak Noh-jung warnte kürzlich, dass 2027 aus Angebotssicht das schwierigste Jahr für die Industrie werden könnte. Da die Hersteller ihre Investitionen derzeit auf DRAM und HBM für KI-Anwendungen konzentrieren, bleibt die Kapazität für NAND-Flash begrenzt, was die Engpässe weiter verschärft.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von Bedeutung, da sie die globale Wettbewerbslandschaft im Halbleitersektor nachhaltig verändern könnte. Sollte CXMT tatsächlich in die kommerzielle NAND-Produktion einsteigen, würde dies den Preisdruck auf die etablierten Hersteller erhöhen und langfristig die Abhängigkeit der Weltwirtschaft von wenigen Speicherchip-Produzenten verringern. Gleichzeitig birgt die zunehmende Fragmentierung des Marktes Risiken für Lieferketten und Preisstabilität.

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