Crypto.com erhält bedingte US-Zulassung als nationale Trust-Bank
Die Kryptobörse rückt damit näher an das traditionelle Finanzsystem heran.

Crypto.com hat von der US-Aufsichtsbehörde OCC (Office of the Comptroller of the Currency) eine bedingte Zulassung für eine nationale Trust-Bank-Lizenz erhalten. Dies ist ein bedeutender Schritt für die 2016 gegründete Kryptobörse, die mehr als 400 digitale Token auf ihrer Plattform anbietet. Die Genehmigung steht im Einklang mit der deutlich kryptofreundlicheren Regulierungspolitik der USA unter Präsident Donald Trump.
Mit der Lizenz darf Crypto.com Kundenvermögen verwalten und verwahren sowie die Handelsabwicklung innerhalb einer bundesweit regulierten Struktur durchführen. Wichtig für Anleger: Bareinlagen entgegennehmen oder Kredite vergeben darf das Unternehmen mit dieser Lizenz ausdrücklich nicht. Nach vollständiger Genehmigung wird Crypto.com unter der direkten Aufsicht des OCC als federal regulierte National Trust Bank operieren.
Strategischer Vorteil im Wettbewerb um institutionelle Kunden
Analysten betonen die strategische Bedeutung dieses Schritts: Eine National-Trust-Bank-Lizenz gilt für krypto-native Unternehmen als entscheidend, um institutionelle Investoren anzusprechen und sich tiefer im traditionellen Finanzsystem zu verankern. Große Vermögensverwalter und Banken arbeiten bevorzugt mit Gegenparteien, die einer strengen Bundesaufsicht unterliegen. Für Crypto.com öffnet die Lizenz damit potenziell neue Geschäftsfelder mit professionellen Marktteilnehmern.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der US-Regulierungsbehörden frühere Beschränkungen und Sanktionsmaßnahmen gegenüber der Kryptobranche zurücknehmen. Die Trump-Administration hat sich klar als Unterstützer digitaler Vermögenswerte positioniert, was zahlreichen Kryptounternehmen neue regulatorische Spielräume eröffnet. Crypto.com reiht sich damit in eine wachsende Gruppe von Kryptofirmen ein, die aktiv nach traditionellen Banklizenzen streben.
