Bitcoin konsolidiert bei 68.000 Dollar – USA schwenken bei Energiefinanzierung um
Makrounsicherheit und neue US-Handelspolitik bremsen den Kryptomarkt, während Washington die Energieförderung grundlegend neu ausrichtet.

Bitcoin notiert weiterhin nahe der Marke von 68.000 US-Dollar und zeigt kaum nennenswerte Kursbewegungen. Auslöser für kurzfristige Volatilität war eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, den globalen Zollsatz vorübergehend von 10 auf 15 Prozent anzuheben. Der Kurs gab daraufhin kurz nach, erholte sich jedoch schnell – ein Muster, das auch andere Risikoassets zeigten.
Die Handelsaktivität am Kryptomarkt bleibt insgesamt gedämpft. Anleger warten auf klarere makroökonomische Signale, insbesondere auf die Core-PCE-Inflationsdaten und BIP-Berichte, die Hinweise auf den künftigen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve liefern sollen. Nexo-Analyst Iliya Kalchev warnt, dass die jüngsten Protokolle des Fed-Januar-Meetings hawkische Signale aussenden und Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben könnten.
Zusätzlichen Druck erzeugen geopolitische Spannungen, vor allem im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran. Diese treiben Anleger in klassische Sicherheitshäfen wie den US-Dollar und Gold, das nahe Rekordniveaus handelt. Für liquiditätssensitive Anlageklassen wie Kryptowährungen bedeutet das begrenzten Aufwärtsspielraum.
Institutionelle Abflüsse und robuste Netzwerkdaten
Institutionelle Anleger agieren ebenfalls vorsichtig. US-Bitcoin-ETFs verzeichneten Nettoabflüsse von rund 165 Millionen US-Dollar, Ethereum-ETFs büßten etwa 130 Millionen US-Dollar ein. Diese Zahlen spiegeln die allgemeine Zurückhaltung wider, solange Zins- und Handelspolitik ungewiss bleiben.
Trotz der Kursschwäche zeigen die fundamentalen Netzwerkkennzahlen von Bitcoin eine bemerkenswerte Stärke. Die Mining-Schwierigkeit ist deutlich gestiegen, und die Hashrate erholt sich spürbar. Das signalisiert, dass das Netzwerk technisch gesund bleibt – auch wenn der Preis in einer engen Handelsspanne feststeckt.
USA restrukturieren Energieförderung grundlegend
Parallel dazu vollzieht die US-Regierung einen tiefgreifenden Wandel in der Energiefinanzierung. Gregory Beard, ehemaliger Führungskraft beim Finanzinvestor Apollo, übernimmt die Leitung des Office of Energy Dominance Financing (EDF) – früher bekannt als Loan Programs Office. Das EDF ist der weltgrößte Energiekreditgeber mit einem Kreditrahmen von 289 Milliarden US-Dollar.
Beard leitete unmittelbar nach Amtsantritt eine umfassende Überprüfung der unter der Biden-Regierung vergebenen Kredite ein. Das Ergebnis: Rund 30 Milliarden US-Dollar an bedingten Zusagen wurden gestrichen, weitere 53 Milliarden US-Dollar umstrukturiert. Insgesamt betraf die Überprüfung über 80 Prozent des Vorgängerportfolios, entsprechend rund 83,6 Milliarden US-Dollar.
Die strategische Neuausrichtung des EDF ist eindeutig. Statt des bisherigen Fokus auf erneuerbare Energien rücken nun sechs Bereiche in den Mittelpunkt:
- Kernenergie
- Kohle, Öl, Gas und Kohlenwasserstoffe
- Kritische Materialien und Mineralien
- Geothermie
- Strom- und Übertragungsnetze
- Fertigung und Transport
Beard betont, es gehe dabei um den „Schutz von Steuergeldern
