Bitcoin unter 65.000 Dollar: Whale-Verkäufe und Zoll-Schock belasten
Der Kryptomarkt gerät unter Druck: Bitcoin rutscht auf Anfang-Februar-Niveau ab.

Bitcoin ist am Montag im asiatischen Handel unter die Marke von 65.000 US-Dollar gefallen und hat dabei ein Niveau erreicht, das zuletzt Anfang Februar zu beobachten war. Die weltweit größte Kryptowährung verlor bis zu 4,6 Prozent und notierte zeitweise bei 64.384 US-Dollar. Hauptauslöser sind verstärkte Verkäufe durch sogenannte Whales sowie eine wachsende Risikoaversion an den globalen Finanzmärkten.
On-Chain-Daten des Analyseanbieters CryptoQuant zeigen einen deutlichen Anstieg der Exchange Whale Ratio. Dieser Indikator misst, wie viele Bitcoin von Großanlegern auf Handelsplattformen transferiert werden – ein klassisches Vorzeichen für bevorstehende Verkäufe. Whales, also frühe Investoren, institutionelle Anleger oder Kryptofonds mit großen Bitcoin-Beständen, können durch solche Transfers überproportionalen Druck auf den Kurs ausüben.
Zollstreit belastet Risikoassets
Zusätzlich belastet die US-Handelspolitik die Stimmung. Der Oberste Gerichtshof der USA hob Teile des früheren Zollprogramms von Präsident Donald Trump auf. Trump reagierte mit der Ankündigung eines neuen globalen Importzolls von zunächst 10 Prozent für 150 Tage, den er anschließend auf das gesetzlich zulässige Maximum von 15 Prozent anhob. Die Eskalation des Zollstreits verunsicherte Anleger weltweit.
Die Sorge ist berechtigt: Höhere Handelsbarrieren könnten das globale Wirtschaftswachstum bremsen und die Liquiditätsbedingungen an den Märkten verschlechtern – beides Faktoren, die erfahrungsgemäß auch Kryptowährungen belasten. Neben Bitcoin gaben auch andere wichtige Token deutlich nach. Ethereum und XRP verloren jeweils rund 6 Prozent.
Stagflationsrisiko dämpft Zinssenkungserwartungen
Auch US-Wirtschaftsdaten vom Freitag trübten die Stimmung. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal mit einer annualisierten Rate von lediglich 1,4 Prozent und signalisiert damit eine spürbare Wachstumsverlangsamung. Gleichzeitig verharrte der PCE-Preisindex – das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank Federal Reserve – auf Jahresbasis bei 2,9 Prozent und damit deutlich über dem Zielwert.
Diese Kombination aus hartnäckiger Inflation und abkühlendem Wachstum, auch als Stagflation bezeichnet, erschwert der Fed die geldpolitische Planung erheblich. Zinssenkungen, die als positiver Treiber für risikoreiche Anlagen wie Bitcoin gelten, rücken damit in weite Ferne. Für Kryptoanleger bleibt das Umfeld damit kurzfristig herausfordernd.
