CNBC-Umfrage: Fast die Hälfte junger Amerikaner befürwortet demokratischen Sozialismus
Eine neue CNBC-Umfrage zeigt: 46 Prozent der 18- bis 34-Jährigen in den USA stehen dem demokratischen Sozialismus positiv gegenüber.

Fast die Hälfte der jungen Erwachsenen in den USA bewertet den demokratischen Sozialismus positiv – das zeigt eine neue Umfrage von CNBC in Zusammenarbeit mit Generation Lab, einem auf die Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen spezialisierten Forschungsunternehmen. Befragt wurden Anfang des Monats insgesamt 1.088 Personen, die Fehlermarge liegt bei 2,97 Prozentpunkten. Die Erhebung wurde in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt und ergänzt den bereits im letzten Monat veröffentlichten CNBC All-America Economic Survey.
Konkret gaben 46 Prozent der Befragten an, eine „positive" oder „sehr positive" Meinung zum demokratischen Sozialismus zu haben. Lediglich 23 Prozent äußerten sich „eher negativ" oder „sehr negativ". Diese Zahlen spiegeln einen breiteren politischen Trend wider: In den vergangenen Monaten gewannen demokratisch-sozialistische Kandidaten in US-Bundesstaaten wie New York, New Jersey, Michigan, Pennsylvania und Colorado an Bedeutung. Auch in Washington, D.C. gewann ein demokratischer Sozialist Anfang des Jahres die Bürgermeister-Vorwahl.
Wirtschaftspessimismus prägt die Generation
Die politische Haltung der jungen Amerikaner ist eng mit ihrer wirtschaftlichen Stimmung verknüpft. Fast 80 Prozent der Befragten bewerten die US-Wirtschaft negativ: 45 Prozent bezeichnen sie als „schlecht", weitere 27 Prozent als „wirklich schlecht" und 6 Prozent sagen, sie „könnte nicht schlimmer sein". Nur 2 Prozent gaben an, die Wirtschaft „könnte nicht besser sein", und lediglich 3 Prozent nannten sie „großartig".
Der Blick in die Zukunft ist ebenfalls düster: 50 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die Wirtschaft „verschlechtern wird", während nur 22 Prozent eine Verbesserung erwarten. Als größten finanziellen Belastungsfaktor nannten 45 Prozent das Thema „Wohnen", gefolgt von 39 Prozent, die „das Finden eines sicheren und angemessen bezahlten Arbeitsplatzes" als Hauptproblem angaben. Auch Studienkredite, Kreditkartenschulden und die Gesundheitsversorgung stehen weit oben auf der Liste der Sorgen.
Die finanziellen Engpässe haben spürbare Konsequenzen für den Alltag der jungen Amerikaner. 47 Prozent gaben an, Urlaube aufgrund ihrer finanziellen Lage verschoben zu haben. 32 Prozent stoppten Pläne für einen Autokauf, 30 Prozent schoben den Hauskauf auf, und 28 Prozent verzichteten auf medizinische Leistungen. Auf die Frage, was sie mit ihrem Geld machen, antworteten 53 Prozent, es „auf die Bank" zu bringen, während 46 Prozent es „für Dinge ausgeben, die mir Spaß machen". Mehr als ein Drittel (38 Prozent) zahlt Kreditkarten- oder Studienschulden ab.
Skepsis gegenüber Künstlicher Intelligenz und deren Führungspersönlichkeiten
Ein weiteres zentrales Thema der Umfrage ist die Einstellung zur Künstlichen Intelligenz (KI). Fast die Hälfte der Befragten, 45 Prozent, glaubt, dass KI negative Auswirkungen auf ihre Karriere haben wird. Nur 10 Prozent sehen in der Technologie eine berufliche Chance. 40 Prozent fordern, dass die Bundesregierung Regeln für KI festlegen soll, während 36 Prozent ein unabhängiges Expertengremium bevorzugen. Lediglich 8 Prozent sprechen sich gegen eine Regulierung aus.
Eine Mehrheit von 60 Prozent ist der Meinung, dass der Bau von Rechenzentren verlangsamt werden muss, während nur 15 Prozent eine Beschleunigung befürworten. Das Vertrauen in die führenden Köpfe der KI-Branche ist dabei erschreckend gering: Bei allen neun abgefragten Schlüsselpersonen gab jeweils eine Mehrheit an, ihnen nicht zu vertrauen.
Am besten schnitt noch <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft-CEO Satya Nadella ab – mit 65 Prozent, die angaben, ihm nicht zu vertrauen. Palantir-CEO Alex Karp erzielte das schlechteste Ergebnis: 81 Prozent misstrauen ihm. Alphabet-CEO Sundar Pichai und Anthropic-CEO Dario Amodei kommen auf rund 75 Prozent Misstrauen. OpenAI-CEO Sam Altman, Meta-CEO Mark Zuckerberg, Nvidia-CEO Jensen Huang und SpaceX-CEO Elon Musk liegen alle bei etwa 70 Prozent, während Palantir-Vorsitzender Peter Thiel mit 79 Prozent ebenfalls schlecht abschneidet.
Prognosemärkte gewinnen an Popularität
Bemerkenswert ist auch das wachsende Interesse junger Amerikaner an sogenannten Prognosemärkten – Plattformen wie Kalshi oder Polymarket, auf denen Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse wetten können. Ein Drittel der Umfrageteilnehmer gab an, in den letzten 30 Tagen „ein- oder zweimal" eine solche Plattform genutzt zu haben. 30 Prozent nutzten sie „zwei- bis fünfmal" im selben Zeitraum, und 11 Prozent handelten sogar mehr als einmal pro Woche auf einer Prognosemarkt-Plattform. Die Unternehmen investieren dabei hohe Summen in Online- und TV-Werbekampagnen, um neue Nutzer zu gewinnen.
