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Citadels Rubner sieht Oktober als Wendepunkt für die Aktienmärkte

Scott Rubner von Citadel Securities erwartet mit dem Start des Oktobers eine deutliche Verbesserung der Marktdynamik an den Aktienmärkten.

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Citadels Rubner sieht Oktober als Wendepunkt für die Aktienmärkte

Scott Rubner von Citadel Securities erklärte am Montag, dass sich die Dynamik an den Aktienmärkten mit Einsetzen des Oktobers verbessern werde. Als Begründung führte er gleich zwei Faktoren an: das Ende der quartalsbezogenen Neubewertungen sowie den Beginn der historisch günstigen Saisonalität in Jahren mit Halbzeitwahlen (Midterm Elections). Der Stratege betonte dabei ausdrücklich, dass die Positionierungen vor dem vierten Quartal nach wie vor niedrig und die vorherrschende Stimmung negativ sei.

Konkret endet die quartalsbezogene Neubewertung am Dienstag, dem 30. September. Damit entfällt laut Rubner eine der größten Verkaufskräfte im Aktienmarkt. Der Grund: Globale Real-Money-Investoren und Pensionsfonds reduzieren ihre Aktienbeteiligungen, um die vorgeschriebenen Asset-Allokationen einzuhalten. Dieser mechanische Verkaufsdruck läuft mit dem Monatsende aus und dürfte den Markt im Oktober spürbar entlasten.

Günstige Saisonalität trifft auf neuen Rückkauf-Zyklus

Die Verschiebung im Flow-Kalender fällt zeitlich zusammen mit dem Beginn der saisonalen Muster im Zusammenhang mit den Halbzeitwahlen, der auf Donnerstag, den 1. Oktober, datiert ist. Rubner bezeichnete den Oktober als den besten Monat des Jahres während Zyklen der Halbzeitwahlen. Für Anleger, die auf historische Muster setzen, ist dies ein bedeutsames Signal, da sich saisonale Effekte in diesen Jahren in der Vergangenheit häufig als besonders ausgeprägt erwiesen haben.

Zusätzlichen Rückenwind erwartet der Stratege von den Unternehmensrückkäufen. Deren Aktivitäten sollen am 13. Oktober wieder aufgenommen werden, sobald das höchste „Blackout“-Fenster endet. Über den Index hinweg stehe außerhalb des Technologiesektors ausreichend Liquidität zur Verfügung („dry powder“). Rubner sagte voraus, dass Oktober und November typischerweise die Phasen mit der stärksten Unternehmensnachfrage im Jahr darstellen. Auch der Verkaufsdruck durch Steuerverlustverwertung aus Aktienfonds wird im Oktober voraussichtlich nachlassen – ein weiterer Faktor, der die Verkaufsseite entlastet.

Konzentration im S&P 500 auf Rekordniveau

Der S&P 500 (SP: SPX) notiert weiterhin unter konzentrierten Positionierungsbedingungen. Dabei entfallen auf die zehn wertvollsten Aktien ein Rekordanteil von 41% des Index. Das Verhältnis der Performance des gleichgewichteten zum marktkapitalisierungsgewichteten S&P 500 erreichte seinen niedrigsten Stand seit 2003. Diese extreme Schieflage unterstreicht, wie stark die Indexentwicklung derzeit von einer kleinen Gruppe großer Titel abhängt – ein Umstand, der für deutsche Anleger, die über ETFs oder indexnahe Produkte investiert sind, von unmittelbarer Relevanz ist.

Rubner erklärte zudem, dass der Index empfindlicher auf fundamentale Unternehmensdaten reagiere als auf Anleihezinsen. Bemerkenswert ist dabei, dass 50% der Bestandteile unempfindlich auf Zinsbewegungen seien. Diese Einschätzung dürfte auch die Erwartungen an die kommende Berichtssaison prägen, in der Unternehmenszahlen gegenüber makroökonomischen Zinsdebatten an Gewicht gewinnen könnten.

Systematische Strategien als stabilisierender Faktor

Ein weiterer Punkt dürfte Sorgen dämpfen, die Rubner im September noch als zentral identifiziert hatte. Systematische Strategien werden aufgrund starker Preistrends und niedrigerer Volatilitätsniveaus voraussichtlich nicht zu Verkäufern von Aktien werden. Diese Aussicht adressiert die Befürchtung, dass regelbasierte Fonds in schwachen Phasen zusätzlichen Abwärtsdruck erzeugen könnten.

Auch die Zuflüsse privater Anleger sollen im vierten Quartal nach den üblichen saisonalen Mustern passiv zurückkehren, nachdem sie in den vergangenen Wochen ausgeblieben waren. Zusammengenommen zeichnet Rubner damit ein Bild eines Marktes, der zum Quartalswechsel von mehreren mechanischen und saisonalen Faktoren gestützt werden könnte – bei weiterhin vorsichtiger Positionierung und negativer Stimmung. Ob sich diese Erwartung erfüllt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich die angekündigten Unternehmensrückkäufe und die Berichtssaison im Oktober tatsächlich entwickeln.

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