Chinas Eisenerzimporte steigen in ersten zwei Monaten 2026 deutlich
Starke australische Exporte und robuste Inlandsnachfrage treiben Chinas Eisenerzbezüge auf 210 Millionen Tonnen.

China hat in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 deutlich mehr Eisenerz importiert als im Vorjahreszeitraum. Der weltweit größte Eisenerzverbraucher bezog insgesamt 210,02 Millionen Tonnen des wichtigen Rohstoffs für die Stahlherstellung – ein spürbarer Anstieg gegenüber den 191,36 Millionen Tonnen aus dem Vergleichszeitraum 2025.
Als wesentlichen Treiber nennt Alexis Ellender, Analyst beim Schiffsverfolgungsunternehmen Kpler, die starken australischen Exporte im Dezember. Wetterbedingte Unterbrechungen hätten im Vorjahr die Liefermengen stärker belastet. Australien ist einer der wichtigsten Eisenerzlieferanten Chinas und damit ein entscheidender Faktor für die globale Rohstoffversorgung.
China fasst die Importdaten für Januar und Februar traditionell zusammen, um Verzerrungen durch das einwöchige chinesische Neujahrsfest auszugleichen. In diesem Jahr fiel das Fest in den Februar, was die Produktions- und Handelsstatistiken sonst erheblich beeinflussen würde.
Roheisenproduktion als Nachfrageindikator
Auch die Binnennachfrage stützte die höheren Importe. Die durchschnittliche tägliche Roheisenproduktion – ein zuverlässiger Gradmesser für die Eisenerznachfrage – stieg in den ersten zwei Monaten 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent, wie Daten des Beratungsunternehmens Mysteel zeigen. Der monatliche Durchschnittswert für Januar und Februar lag bei 105,01 Millionen Tonnen, verglichen mit 119,65 Millionen Tonnen im Dezember.
Für März erwartet Kpler-Analyst Ellender Importe von rund 105 Millionen Tonnen. Dies würde eine Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau bedeuten und zeigt, dass die chinesische Nachfrage nach dem Stahl-Schlüsselrohstoff weiterhin solide bleibt.
Stahlexporte unter Druck durch neues Lizenzsystem
Gleichzeitig sind Chinas Stahlexporte in den ersten zwei Monaten des Jahres um 8,1 Prozent auf 15,59 Millionen Tonnen gesunken. Als Ursache gilt die Einführung eines neuen Exportlizenzsystems, das Peking im Dezember angekündigt hatte. Das System soll ab 2026 die Stahlausfuhren regulieren, nachdem die hohen chinesischen Liefermengen weltweit zunehmend protektionistische Reaktionen ausgelöst hatten – unter anderem Antidumping-Zölle in der EU und den USA.
