China unterstützt Auto-Investitionen in Europa – Minister warnt EU
China unterstützt Autohersteller bei Europa-Investitionen – Handelsminister Wang appelliert an EU gegen Protektionismus.

China will seine Automobilhersteller bei Investitionen in Europa unterstützen. Das hat Chinas Handelsminister Wang Wentao bei einem Treffen mit Hildegard Mueller, der Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), deutlich gemacht. Die Mitteilung des chinesischen Handelsministeriums unterstreicht die strategische Bedeutung des europäischen Marktes für die chinesische Autoindustrie.
Wang Wentao betonte demnach, China bleibe daran interessiert, im Rahmen des chinesisch-europäischen Handelskonsultationsmechanismus Lösungen für Fragen der Automobilbranche zu finden. Grundlage sollen die Prinzipien der Einhaltung von Vorschriften, der Ausgewogenheit und der Nichtdiskriminierung sein. Das Treffen fand am Montag statt und fällt in eine Phase intensiver Verhandlungen zwischen beiden Regionen über Handel und Investitionen im Automobilsektor.
Chinesischer Appell gegen Protektionismus
Der Minister forderte die Europäische Union eindringlich auf, keinen Protektionismus zu verfolgen. Ein solcher Kurs würde Märkte einschränken oder schließen und könnte eine breitere globale Fragmentierung auslösen, warnte Wang. China wolle nicht sehen, dass sich die EU für Protektionismus entscheidet oder ihre Märkte schließt, stellte der Minister klar.
Die Botschaft aus Peking kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU-Kommission über mögliche Zölle auf importierte Elektroautos aus China diskutiert. Eine im Herbst 2023 eingeleitete Antisubventionsuntersuchung der EU gegen chinesische E-Auto-Hersteller sorgt seit Monaten für Spannungen. Deutsche Autobauer fürchten dabei um ihre Marktposition in China, ihrem wichtigsten Absatzmarkt.
Hintergrund der Gespräche
Das Treffen zwischen Wang Wentao und VDA-Präsidentin Hildegard Mueller ist Teil der laufenden Bemühungen, im Rahmen des chinesisch-europäischen Handelskonsultationsmechanismus eine Einigung zu erzielen. Die deutsche Automobilindustrie hat ein starkes Interesse an offenen Märkten und freiem Handel. VDA-Präsidentin Mueller hatte sich wiederholt gegen Strafzölle auf chinesische E-Autos ausgesprochen.
Für die chinesischen Autohersteller ist Europa ein strategisch wichtiger Expansionsmarkt. Hersteller wie BYD, Nio oder SAIC drängen verstärkt auf den europäischen Markt und planen eigene Produktionsstätten in der Region. Die Zusicherung der chinesischen Regierung, diese Investitionen zu unterstützen, könnte den Unternehmen den Markteintritt erleichtern.
Die Entwicklung zeigt, dass beide Seiten trotz handelspolitischer Spannungen an einer konstruktiven Lösung interessiert sind. Der weitere Verlauf der Konsultationen wird mit Spannung erwartet, insbesondere mit Blick auf die mögliche Einführung von EU-Strafzöllen auf chinesische Elektroautos.
