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China lockert Geldpolitik nach 14 Jahren

Maßnahmen zur Stabilisierung von Konsum, Immobilienmarkt und Exporten angekündigt

2 Min
China lockert Geldpolitik nach 14 Jahren

China hat angekündigt, seine Geldpolitik erstmals seit 14 Jahren zu lockern. Ab dem kommenden Jahr soll die Zentralbank, die People's Bank of China, eine „angemessen lockere“ Geldpolitik verfolgen. Diese Änderung, die von staatlichen Medien nach einer Sitzung des Politbüros der Kommunistischen Partei berichtet wurde, markiert einen deutlichen Bruch mit der bisherigen, als „umsichtig“ bezeichneten Geldpolitik, die seit 2010 verfolgt wurde.

Neben der Lockerung der Geldpolitik plant China eine aktivere Fiskalpolitik und will unkonventionelle Maßnahmen verstärken, um die Konjunktur anzukurbeln. Zu den Zielen gehört die Förderung des Konsums und die Stärkung der Binnennachfrage. Auch der Immobilien- und Aktienmarkt sollen stabilisiert werden, wobei bislang keine genauen Details zu den geplanten Maßnahmen bekannt gegeben wurden. Beobachter gehen davon aus, dass 2025 große Zinssenkungen, fiskalische Anreize und der Kauf von Vermögenswerten folgen könnten.

Die Aussicht auf diese Maßnahmen wurde von den Finanzmärkten positiv aufgenommen. Der Hang-Seng-Index in Hongkong stieg um 2,8 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit einem Monat. Auch europäische Aktien, wie die des Luxusgüterkonzerns LVMH, reagierten mit deutlichen Kursgewinnen. Die wirtschaftspolitischen Ankündigungen sind Teil der Vorbereitung auf die jährliche Zentrale Wirtschaftskonferenz, auf der die politischen Prioritäten für das kommende Jahr festgelegt werden.

Die wirtschaftliche Lage Chinas bleibt herausfordernd. Die Zentralbank hat bereits im November umfangreiche Maßnahmen ergriffen, darunter die aggressivste Lockerung der Geldpolitik seit der Corona-Pandemie. Eine Billion Yuan, umgerechnet etwa 131 Milliarden Euro, wurden in das Finanzsystem gepumpt. Das Wachstumsziel von fünf Prozent könnte Ökonomen zufolge für dieses Jahr gerade noch erreicht werden. Für 2025 wird dies jedoch schwieriger, auch aufgrund der internationalen Entwicklungen. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, hohe Zölle auf chinesische Produkte zu erheben, was Chinas Exportsektor erheblich belasten könnte.

Ein weiteres Problem stellt die anhaltende Immobilienkrise dar. Die Einnahmen der Kommunalverwaltungen, die über Jahre durch den Verkauf von Grundstücken gestützt wurden, sind stark zurückgegangen. Gleichzeitig führt ein Überangebot an Wohnraum dazu, dass dieser Sektor auf absehbare Zeit nicht mehr als Konjunkturmotor fungieren kann. Diese Entwicklungen erhöhen den Druck auf die chinesische Regierung, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

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