Cathie Wood verkauft AI-Chip-Aktien und setzt auf Luftfahrtwerte
ARK Invest trennt sich von über 20.000 TSM-Aktien – der erste Verkauf dieser AI-Chip-Aktie seit vier Monaten, im Zuge einer AMD-Verkaufswelle.

Cathie Woods Investmentgesellschaft ARK Invest hat ihre Beteiligung an zwei führenden Herstellern von KI-Chips reduziert. Wie aus den täglichen Aufzeichnungen des Unternehmens hervorgeht, verkaufte ARK am Montag mehr als 20.000 Aktien der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSM). Es ist der erste Verkauf dieser Aktie seit vier Monaten.
Der Schritt erfolgte im Rahmen einer umfangreicheren Verkaufsaktion von Aktien des Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD). Insgesamt veräußerte ARK Invest 21.894 TSM-Aktien über mehrere seiner aktiv gemanagten Fonds hinweg. Damit bestätigt die Fondsgesellschaft ein Muster, das Anleger seit Monaten beobachten: ARK passt seine Wachstumsbeteiligungen an einzelnen Handelstagen immer wieder neu an.
Für deutsche Privatanleger ist der Vorgang vor allem deshalb interessant, weil TSM und AMD zu den wichtigsten Profiteuren des weltweiten KI-Booms zählen. Wer die Bewegungen von Cathie Wood verfolgt, erhält damit einen Einblick, wie eine der bekanntesten Wachstumsinvestorinnen der USA ihre Schwerpunkte derzeit verschiebt.
Die Details
Im Mittelpunkt der jüngsten Transaktion steht die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company. Der Konzern ist der weltweit größte Auftragsfertiger für Halbleiter und produziert unter anderem Chips für zahlreiche KI-Anwendungen. ARK Invest trennte sich am Montag von mehr als 20.000 TSM-Aktien – konkret 21.894 Stück. Diese verteilten sich über mehrere aktiv gemanagte Fonds des Hauses.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Es handelte sich um den ersten Verkauf von TSM-Aktien seit vier Monaten. Zuvor hatte ARK Invest die Position offenbar gehalten. Der TSM-Verkauf war Teil einer breiter angelegten Reduzierung von AMD-Aktien. AMD ist ein direkter Wettbewerber im Geschäft mit KI-Beschleunigern und gehörte zuletzt zu den größten Positionen im Flaggschiff-Fonds von ARK.
Die Verkäufe erfolgten über mehrere aktiv gemanagte Fonds. ARK Invest veröffentlicht seine Handelsaktivitäten täglich, sodass Anleger die Käufe und Verkäufe zeitnah nachvollziehen können. Diese Transparenz macht die Fondsgesellschaft zu einem viel beachteten Akteur an den US-Märkten.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die jüngste Transaktion ist kein Einzelfall. Bereits am 16.06.2026 berichtete aktien.news, dass ARK Invest an einem einzigen Montag mehr als drei Millionen Aktien von 20 verschiedenen Unternehmen über drei aktiv gehandelte ETFs veräußerte. Der Gesamtwert dieser Verkäufe belief sich laut Schätzungen von Investor's Business Daily auf rund 163,3 Millionen US-Dollar. Schon damals war von einem jüngsten, ungewöhnlichen Muster umfangreicher Aktienverkäufe die Rede.
Nur wenige Monate später zeigte sich ARK Invest auch auf der Käuferseite aktiv. Am 30.09.2026 berichtete aktien.news, dass Cathie Wood die Positionen in Nvidia, Space Exploration Technologies (SpaceX) und Airbnb ausbaute. Auffällig war, dass alle drei Titel zum Zeitpunkt des Zukaufs noch unter ihren jeweiligen Höchstständen notierten.
Am 08.10.2026 folgte der nächste Umbau: ARK Invest reduzierte seine Anteile an SpaceX, Robinhood und DraftKings und baute gleichzeitig Positionen in Verteidigungsaktien sowie in Aktien von Lufttaxi-Unternehmen wie Archer Aviation und Joby auf. Der Umbau fiel mit Kursverlusten bei SpaceX, DraftKings und Robinhood zusammen.
Erst am 21.10.2026 berichtete aktien.news, dass ARK Invest sein verwaltetes Vermögen im vergangenen Quartal auf insgesamt 15,4 Milliarden US-Dollar ausgebaut hat. Rund 18 Prozent des Flaggschiff-ETFs Ark Innovation ETF (ARKK) steckten in nur drei großen Tech-Konzernen: Tesla, AMD und einem neuen Anteil an SpaceX. Die Konzentration auf wenige Titel ist Teil der Strategie von Cathie Wood.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger liefert die jüngste Transaktion mehrere Anhaltspunkte. Erstens zeigt sie, dass ARK Invest seine Positionen in KI-Chip-Aktien nicht mehr unverändert hält. Der Verkauf von TSM-Aktien nach vier Monaten des Haltens deutet auf eine aktive Neubewertung hin.
Zweitens bleibt die Strategie stark konzentriert. Wie die Zahlen vom 21.10.2026 zeigen, entfällt ein erheblicher Teil des ARKK auf nur drei Titel. Anleger, die auf breite Streuung setzen, sollten dieses konzentrierte Vorgehen kennen. Wer ARK-Fonds hält oder erwägt, investiert damit indirekt stark in eine kleine Gruppe von Unternehmen.
Drittens ist die Kombination aus Verkäufen und Zukäufen charakteristisch. ARK Invest trennt sich von einzelnen Wachstumswerten und baut gleichzeitig neue Positionen auf – etwa in Verteidigungs- und Lufttaxi-Aktien. Diese Rotation ist kein Ausstieg aus dem Wachstumssegment, sondern eine Umschichtung innerhalb des Portfolios.
Wichtig ist: Aus den veröffentlichten Handelsdaten lässt sich nicht ableiten, wie sich die Kurse von TSM und AMD künftig entwickeln. Die Transaktionen sind Momentaufnahmen eines einzelnen Handelstages. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Konkrete Termine oder Prognosen nennt die Quelle nicht. Beobachtbar bleibt jedoch das Muster: ARK Invest veröffentlicht seine Handelsaktivitäten täglich, sodass Anleger die weitere Entwicklung der TSM- und AMD-Positionen zeitnah verfolgen können. Ob die Fondsgesellschaft ihre Beteiligung an TSM weiter reduziert oder erneut aufstockt, ist offen.
Auch die Zusammensetzung des ARKK bleibt im Blickpunkt. Nachdem rund 18 Prozent des Fonds in Tesla, AMD und SpaceX gebündelt waren, dürfte jede weitere Umschichtung das Gewicht dieser Titel verändern. Anleger, die die Strategie von Cathie Wood verfolgen, erhalten über die täglichen Aufzeichnungen von ARK Invest laufend neue Informationen.
Kurz erklärt
- ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der einen Korb von Wertpapieren bündelt und wie eine Aktie gehandelt wird.
- ARK Invest: Eine US-Investmentgesellschaft, die aktiv gemanagte Fonds mit Fokus auf Wachstums- und Zukunftsthemen anbietet.
- Auftragsfertiger: Ein Unternehmen, das Halbleiter im Auftrag anderer Firmen produziert, statt eigene Chips zu verkaufen.
