Capgemini übertrifft Umsatzziel dank KI-Boom und WNS-Übernahme deutlich
Französischer IT-Dienstleister steigert Umsatz um 3,4 Prozent auf 22,47 Milliarden Euro

Der französische IT-Dienstleister Capgemini hat im Geschäftsjahr 2025 seine Umsatzprognose übertroffen und profitiert dabei massiv vom Boom im Bereich Künstliche Intelligenz. Der währungsbereinigte Umsatz kletterte um 3,4 Prozent auf 22,47 Milliarden Euro (26,65 Milliarden Dollar). Damit lag das Unternehmen deutlich über der im Oktober veröffentlichten Prognose, die lediglich ein Wachstum von 2,0 bis 2,5 Prozent vorgesehen hatte.
Besonders stark fiel das vierte Quartal aus, in dem der Umsatz um beeindruckende 10,6 Prozent zulegte. Einen wesentlichen Beitrag leisteten dabei die neu erworbenen Unternehmen WNS und Cloud4C, die nach ihrer Konsolidierung erstmals in die Bilanz einflossen. Die strategischen Zukäufe erweisen sich damit als wichtiger Wachstumstreiber für den Konzern.
Konzernchef Aiman Ezzat zeigte sich besonders optimistisch hinsichtlich der Entwicklung im KI-Segment. Generative und agentenbasierte KI machten im vierten Quartal mehr als 10 Prozent der Auftragseingänge aus – eine Verdopplung gegenüber den rund 5 Prozent zu Jahresbeginn. Diese Dynamik unterstreicht die rasante Nachfrage nach KI-gestützten Dienstleistungen in der Unternehmenslandschaft.
Ambitionierte Wachstumsziele für 2026
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 zeigt sich Capgemini äußerst zuversichtlich. Das Unternehmen prognostiziert ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 6,5 und 8,5 Prozent. Allerdings entfallen davon etwa 4,5 bis 5 Prozentpunkte auf Akquisitionen, primär die Übernahme von WNS. Das organische Wachstum liegt damit in einem moderateren Bereich.
Zudem plant der Konzern eine Verbesserung der Profitabilität. Die operative Gewinnmarge soll von 13,3 Prozent im Jahr 2025 auf einen Korridor zwischen 13,6 und 13,8 Prozent ausgeweitet werden. Beim organischen freien Cashflow rechnet Capgemini mit 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro, was leicht unter dem Vorjahreswert von 1,95 Milliarden Euro liegt.
Umfangreiche Restrukturierung geplant
Der leichte Rückgang beim Cashflow ist auf höhere Restrukturierungskosten zurückzuführen. In den kommenden zwei Jahren werden rund 700 Millionen Euro für Umstrukturierungen fällig, der Großteil davon bereits 2026. Hintergrund ist die Anpassung der Belegschaft und der Kompetenzen an die stark wachsende Nachfrage nach KI-gestützten Dienstleistungen.
Capgemini positioniert sich dabei strategisch neu, um als "Katalysator für die unternehmensweite Einführung von KI" zu fungieren. Der Konzern setzt dabei auf drei Säulen: KI-gestützte Transformationsprogramme, intelligente Betriebsabläufe und Projekte im Bereich der digitalen Souveränität. Diese Neuausrichtung soll das künftige Wachstum nachhaltig absichern und die Marktposition im boomenden KI-Segment festigen.
