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Cannabiskonsum bei US-Jugendlichen erreicht historischen Tiefststand

CDC-Studie belegt: Jugendkonsum sinkt trotz fortschreitender Legalisierung in den USA auf historischen Tiefststand.

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Cannabiskonsum bei US-Jugendlichen erreicht historischen Tiefststand

Eine neue, vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) veröffentlichte Bundesstudie zeigt eine bemerkenswerte Entwicklung in der US-amerikanischen Cannabis-Politik: Der Marihuana-Konsum unter Jugendlichen ist auf ein Allzeittief gesunken. Dies geschieht parallel zu einer Welle von Legalisierungen in immer mehr Bundesstaaten – ein Widerspruch, den Kritiker der Liberalisierung lange prophezeit hatten, der sich nun aber nicht bestätigt.

Die CDC-Daten liefern damit eine wichtige empirische Grundlage für die Debatte um die Legalisierung von Cannabis für Erwachsene. Während Gegner der Freigabe stets vor steigenden Konsumzahlen bei Minderjährigen warnten, zeigen die aktuellen Zahlen das Gegenteil. Experten führen dies unter anderem auf regulierte Verkaufsstrukturen, Alterskontrollen und gezielte Präventionsarbeit zurück, die mit der Legalisierung einhergehen.

Versicherungsbranche drängt auf bundesweite Regelungen

Parallel zu den positiven Gesundheitsdaten zeichnet sich auf politischer Ebene Bewegung ab. Der American Property Casualty Insurance Association, die National Association of Mutual Insurance Companies und der American Council of Life Insurers – allesamt Schwergewichte der US-Versicherungswirtschaft – fordern den Kongress gemeinsam auf, ein Gesetz zu verabschieden, das die Absicherung von Marihuana-Unternehmen erleichtert. Diese Unternehmen sind nach staatlichem Recht legal tätig, stoßen aber aufgrund der anhaltenden Bundesprohibition auf erhebliche Hindernisse bei der Versicherung ihrer Geschäfte.

Die Unterstützung aus der Versicherungsbranche ist ein starkes Signal. Sie zeigt, dass die Industrie zunehmend auf eine bundesweite Klärung der Rechtslage drängt, um Planungssicherheit zu erhalten. Bislang können viele Cannabis-Unternehmen nur schwer oder gar nicht gegen Brandschäden, Haftungsfälle oder andere Risiken versichert werden, was die wirtschaftliche Entwicklung der Branche hemmt.

Studie: Jeder zehnte Senior konsumiert täglich Cannabis

Eine weitere, neu geförderte Bundesstudie wirft ein Schlaglicht auf den Cannabiskonsum bei älteren Erwachsenen. Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Einer von zehn Senioren gab an, am vergangenen Tag Marihuana konsumiert zu haben. Die Motive sind vielfältig: „Cannabis wurde am häufigsten verwendet, um high zu werden (60,0 %), Spannungen zu lindern (55,7 %), zu schlafen (52,9 %) oder chronische Schmerzen zu lindern (30,0 %).“

Die Studienautoren betonen: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Cannabiskonsum bei älteren Erwachsenen möglicherweise häufiger und klinisch bedeutsamer ist, als es frühere Erkenntnisse nahelegen.“ Dies ist ein wichtiger Befund, denn die alternde Gesellschaft der USA steht vor wachsenden Herausforderungen bei der Behandlung chronischer Schmerzen und Schlafstörungen – Bereiche, in denen Cannabis zunehmend als Alternative zu herkömmlichen Medikamenten gesehen wird.

Politische Kontroversen um Cannabis und Psychedelika

In Michigan sorgt derweil der republikanische Gouverneurskandidat John James für Diskussionen. Ein demokratischer Senator aus dem Bundesstaat warnt die Marihuana-Branche davor, James zu vertrauen, wenn dieser verspricht, die Cannabis-Steuern zu senken. Der Senator verweist auf die Opposition des GOP-Politikers gegen die Volksabstimmung, die Marihuana in Michigan 2018 überhaupt erst legalisierte. Die Skepsis ist nachvollziehbar: Ein Politiker, der die Legalisierung grundsätzlich ablehnt, könnte Steuersenkungen auch als Mittel nutzen, um die Branche zu schwächen.

Auf Bundesebene treibt die Trump-Administration unterdessen die psychedelische Forschung voran. Veterans Affairs Secretary Doug Collins diskutierte öffentlich die Schritte der Regierung, die Forschung an Psychedelika zu beschleunigen. Gleichzeitig plant die Drug Enforcement Administration (DEA), mehrere Psychedelika in den Schedule I einzustufen – die restriktivste Kategorie des Betäubungsmittelrechts. Dies scheint auf den ersten Blick widersprüchlich, könnte aber bedeuten, dass die Regierung zwischen Forschungsförderung und regulatorischer Kontrolle differenziert.

Bundesstaaten und lokale Entwicklungen

In Kalifornien unterzeichnete Gouverneur Gavin Newsom (D) ein Haushaltsgesetz, das 4,7 Millionen Dollar zur Unterstützung psychedelischer Forschung bereitstellt. Virginia treibt derweil die Vorbereitungen für einen Cannabis-Einzelhandelsmarkt voran – das gemeinsame Komitee der Legislatur zur Überwachung des Übergangs trat zusammen. In Ohio wird der Oberste Gerichtshof am Donnerstag mündliche Verhandlungen in einem Streit zwischen medizinischen Cannabis-Aufsichtsbehörden und einem Unternehmen führen.

International sorgt Thailand für Schlagzeilen: Das Kabinett hat eine Gesetzgebung zur Verschärfung der Kontrollen von Cannabis genehmigt. Thailand war 2022 eines der ersten asiatischen Länder, das Cannabis entkriminalisierte, zieht nun aber die Zügel wieder an – ein Beispiel dafür, wie dynamisch und uneinheitlich die globale Cannabis-Politik bleibt.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Unternehmensentwicklungen

Eine Studie hob die „wahrgenommene Nützlichkeit von medizinischem Cannabis beim Management von Symptomen bei jungen erwachsenen Krebsüberlebenden“ hervor. Allerdings behinderten fragmentierte Politiken und Systeme evidenzbasierte Informationen oder die Einschätzung von Gesundheitsdienstleistern. Eine weitere Studie ergab, dass Schüler Disziplinarmaßnahmen im Zusammenhang mit Cannabis als „schädlich und unverhältnismäßig zum Vergehen“ empfinden.

Im Geschäftsbereich schloss Vireo Growth Inc. die Übernahme von M3 Wellness ab. Trulieve Cannabis Corp. wurde in den S&P Total Market Index und den S&P Completion Index aufgenommen – ein wichtiger Schritt für das Unternehmen, das damit in bedeutende Aktienindizes aufrückt und für institutionelle Anleger attraktiver wird.

Die Entwicklungen der vergangenen Tage zeigen: Die Cannabis-Branche in den USA bleibt ein hochdynamisches Feld, in dem sich Gesundheitsdaten, politische Kontroversen, wirtschaftliche Interessen und wissenschaftliche Erkenntnisse ständig kreuzen. Der Widerspruch zwischen sinkendem Jugendkonsum und fortschreitender Legalisierung dürfte die Debatte in den kommenden Monaten weiter anheizen.

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