Britische Privatsektor-Löhne verharren stabil bei 3,5 Prozent
Lohnabschlüsse im britischen Privatsektor blieben laut IDR-Umfrage im ersten Quartal 2025 konstant bei 3,5 Prozent.

Die mittleren jährlichen Lohnabschlüsse im britischen Privatsektor haben sich im ersten Quartal 2025 nicht verändert. Laut einer Umfrage von Incomes Data Research (IDR) lag die von großen Arbeitgebern gewährte mittlere Lohnerhöhung im Zeitraum von Januar bis März bei 3,5 Prozent. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag veröffentlicht – eine Woche nach der Entscheidung der Bank of England, die Leitzinsen unverändert zu lassen.
Die britische Zentralbank beobachtet den Lohndruck in der Wirtschaft genau, da steigende Löhne als ein wesentlicher Treiber der Inflation gelten. Stabile Lohnabschlüsse könnten der Bank of England Spielraum geben, ihre geldpolitische Haltung in den kommenden Monaten zu überdenken. Die IDR-Umfrage basierte auf 87 Abschlüssen zwischen dem 1. Januar und dem 31. März, die insgesamt 630.455 Beschäftigte abdeckten.
Mindestlohnerhöhung könnte April-Daten beeinflussen
Ein wichtiger Faktor für die kommenden Monate ist die Anhebung des britischen Mindestlohns. Im April trat eine Erhöhung des sogenannten National Living Wage um 4,1 Prozent auf 12,71 Pfund (umgerechnet rund 17,32 US-Dollar) pro Stunde in Kraft. IDR geht davon aus, dass dies die Lohnabschlüsse im April nach oben treiben könnte.
„Höhere Abschlüsse von 4% oder mehr sind im April aufgrund des Einflusses der Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns häufiger als zu Jahresbeginn", erklärte Zoe Woolacott, Senior Researcher bei IDR. Tatsächlich stieg der Anteil der Firmen, die Lohnerhöhungen von 4 Prozent oder mehr anboten, bereits von 16 Prozent im Februar auf über 20 Prozent.
Unterschiede zwischen den Sektoren
Ein differenziertes Bild zeigt sich beim Blick auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche. Die Lohnabschlüsse im privaten Dienstleistungssektor stiegen im März auf einen Median von 3,5 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch bei 3,3 Prozent gelegen hatten. Im verarbeitenden Gewerbe und im Produktionssektor blieben die Abschlüsse hingegen gegenüber Februar unverändert bei ebenfalls 3,5 Prozent.
Die Entwicklung der britischen Löhne ist auch für deutsche Anleger und Beobachter relevant, da Großbritannien als wichtiger Handelspartner und Wirtschaftsindikator für die gesamte europäische Region gilt. Stabile Lohnabschlüsse signalisieren eine gewisse Beruhigung am Arbeitsmarkt, während die bevorstehenden April-Daten zeigen werden, ob der Mindestlohn einen nachhaltigen Aufwärtsdruck auf die Gesamtlohnentwicklung ausübt.
