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Britische CMA will Apple Pay-Gebühren senken und NFC-Zugang öffnen

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA schlägt niedrigere Gebühren und leichteren Zugang zu Apples kontaktloser NFC-Technologie für Konkurrenten vor.

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Britische CMA will Apple Pay-Gebühren senken und NFC-Zugang öffnen

Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority, CMA) hat am Dienstag angekündigt, die Kontrolle von Apple über kontaktlose Zahlungen einzudämmen. Konkret sollen niedrigere Zugangsgebühren und der Abbau technischer Hürden für konkurrierende Zahlungsdienste durchgesetzt werden. Mit den Vorschlägen will die Behörde den Wettbewerb im britischen Mobilzahlungsmarkt stärken und die Abhängigkeit der Anbieter von Apple verringern.

Nach Angaben der CMA würden ihre Vorschläge zu niedrigeren Zugangsgebühren führen und rivalisierenden Zahlungsdiensten einen einfacheren Zugang zur kontaktlosen Technologie von Apple verschaffen. Damit positioniert sich die britische Aufsicht in einem Markt, der für Verbraucher und Zahlungsanbieter zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Weniger streng als die EU-Vorgaben

Die Maßnahmen sind allerdings weniger streng als die im Jahr 2024 von der Europäischen Union verhängten Auflagen. Brüssel hatte unter anderem einen kostenlosen Zugang für Drittanbieter-Entwickler vorgesehen. Seit Inkrafttreten der EU-Vorgaben haben nach Angaben der CMA bereits PayPal, Klarna, Curve und BBVA alternative Zahlungs-Apps auf den Markt gebracht. Diese Entwicklung zeigt, wie stark regulatorische Vorgaben den Wettbewerb im europäischen Zahlungsverkehr bereits verändert haben.

HCE und Secure Element im Fokus

Die EU-Verpflichtungen verlangen von Apple, Wallet-Entwicklern Zugriff auf den NFC-Chip des iPhones über die sogenannte Host Card Emulation (HCE) zu gewähren. Diese Technologie ermöglicht es Drittanbieter-Apps, kontaktlose Zahlungen zu verarbeiten, ohne dabei auf Apple Pay oder Apple Wallet zurückzugreifen. Die Vorschläge der CMA würden Entwicklern zusätzlich zur bestehenden Secure-Element-Technologie von Apple Zugang zu HCE verschaffen. Damit sollen konkurrierende Dienste technisch gleichgestellt und unabhängiger von Apples eigener Infrastruktur werden.

Kontaktlose Zahlungen auf dem Vormarsch

Die Bedeutung des Themas unterstreicht die CMA mit Zahlen zum britischen Markt: Kontaktlose Zahlungen machen inzwischen 39% aller Transaktionen aus, verglichen mit 3% vor einem Jahrzehnt. Mehr als 60% der Erwachsenen nutzen eine digitale Geldbörse, wobei Apple Wallet in Großbritannien am beliebtesten ist. Diese Kombination aus hoher Verbreitung und dominanter Stellung von Apple macht den Markt für Regulierer besonders relevant.

Der Aufseher kann Auflagen gegenüber Apple erlassen, nachdem er das Unternehmen sowie Google im vergangenen Jahr als Anbieter mit strategischer Marktposition im Smartphone-Sektor eingestuft hatte. Diese Einstufung gibt der CMA das rechtliche Instrumentarium, um in den Wettbewerb auf den Plattformen einzugreifen.

Für deutsche Anleger und Verbraucher ist die Entwicklung aufschlussreich, weil sie zeigt, wie unterschiedlich Regulierer in Europa auf die Marktmacht großer Technologiekonzerne reagieren. Während die EU bereits verbindliche Vorgaben für den NFC-Zugang geschaffen hat, wählt die britische Aufsicht einen pragmatischeren Weg mit niedrigeren Zugangsgebühren, aber weiterhin bestehenden technischen Hürden. Ob dieser Ansatz ausreicht, um den Wettbewerb nachhaltig zu beleben, dürfte sich an der Zahl und Reichweite neuer Zahlungsdienste messen lassen, die künftig auf britischen iPhones an den Start gehen.

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