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Britanniens Budget 2026: Burnham und Healey vor schwierigen Entscheidungen

Am 28. Oktober legt Finanzminister John Healey den ersten Haushalt unter Premierminister Andy Burnham vor – der Spielraum ist knapp.

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Britanniens Budget 2026: Burnham und Healey vor schwierigen Entscheidungen

Am 28. Oktober wird John Healey den ersten Haushalt unter der Präsidentschaft von Andy Burnham vorlegen. Während der Finanzminister und der Premierminister zwar verschwiegen über die geplanten Maßnahmen schweigen, kreisen Spekulationen und Gerüchte vor einem zunehmend angespannten Hintergrund. Die Ausgangslage ist düster: Als Nation schulden wir knapp 3 Billionen Pfund, und allein im August wurden erschreckende 18,3 Milliarden Pfund aufgenommen – 3,5 Milliarden Pfund mehr als erwartet.

Höhere Kreditkosten in Kombination mit einem langsameren Wirtschaftswachstum und den Folgen des Krieges im Iran versetzen den Finanzminister in eine schwierige Position – um es milde auszudrücken. Der fiskalische Spielraum der Regierung – ihre finanzielle Pufferzone, bevor sie ihre eigenen Regeln für Ausgaben und Kredite verletzt – wurde im Frühjahr dieses Jahres noch mit 23,6 Milliarden Pfund veranschlagt. Seitdem ist er jedoch eingebrochen, und laut dem Chefvolkswirten von KPMG könnte er bis zum Herbst auf etwa 12 Milliarden Pfund halbiert sein.

Dies lässt dem Finanzminister nur wenig Handlungsspielraum und bedeutet, dass Steuererhöhungen ganz oben auf der Agenda stehen dürften. Da er jedoch durch das Versprechen gebunden ist, die Steuern für arbeitende Menschen nicht zu erhöhen, muss er andere Quellen anzapfen und möglicherweise seine Augen auf Ersparnisse, Immobilien und Investments richten. Mit noch rund einem Monat Zeit blicken wir auf einige der gerüchteweise genannten Optionen, die Burnham und Healey abwägen werden.

Die Details

Die Steuern, die auf Gewinne aus Anlagen und Zweitimmobilien gezahlt werden, sind ein leichtes Ziel für jeden Finanzminister. The Telegraph berichtete kürzlich, dass Labour-Spender Dale Vince die Regierung aufforderte, die Kostenbelastung durch Angleichung der Kapitalertragsteuer (CGT) an die Einkommensteuer zu lindern. Vinces Einreichung legt nahe, dass diese Maßnahme jährlich bis zu 14 Milliarden Pfund einspielen könnte – Geld, das verwendet werden könnte, um den persönlichen Freibetrag um 3.000 Pfund zu erhöhen und den Betrag, den wir verdienen können, bevor Einkommensteuer anfällt, auf 15.570 Pfund anzuheben.

Der ehemalige Labour-Vorsitzende Neil Kinnock und Verteidigungsminister Wes Streeting hatten zuvor ebenfalls ihre Unterstützung für die Angleichung der Kapitalertragsteuer an die Einkommensteuer signalisiert. Die Erhöhung würde dazu führen, dass die Steuer auf Gewinne für Basissteuersätze von 18 Prozent auf 20 Prozent steigt, während höhere und zusätzliche Steuersätze von 24 Prozent auf 40 Prozent beziehungsweise 45 Prozent ansteigen würden. Skeptiker haben jedoch darauf hingewiesen, dass eine solche Maßnahme wahrscheinlich nach hinten losgehen könnte, da die Einnahmen aus der Kapitalertragsteuer stark vom menschlichen Verhalten beeinflusst werden; wenn die Steuersätze zu stark steigen, sind Menschen weniger geneigt, steuerpflichtige Vermögenswerte zu verkaufen. Tatsächlich haben sogar interne Berechnungen der Regierung zuvor darauf hingedeutet, dass eine signifikante Erhöhung der Kapitalertragsteuern die Steuereinnahmen tatsächlich reduzieren würde. Doch es könnte einen Weg geben, den Schlag abzumildern: The Telegraph berichtete, dass eine starke Erhöhung der Kapitalertragsteuer durch die Wiedereinführung der Indexierungsrelief ausgeglichen werden könnte. Dies würde bedeuten, dass der Inflationsauswirkung auf Gewinne berücksichtigt und die Höhe des gewinnbezogenen Besteuerungsbetrags reduziert wird.

Seit Burnham im Juli Premierminister wurde, gab es auch viele Spekulationen rund um die Immobilienbesteuerung. Im Jahr 2025 kündigte die ehemalige Finanzministerin Rachel Reeves die Einführung einer neuen „Mansion Tax" (Luxusimmobiliensteuer) in England an. Ab April 2028 wird diese Abgabe einen Gemeindesteuerzuschlag für Personen mit Wohnsitzen im Wert von 2 Millionen Pfund oder mehr auslösen. Die Gebühr wäre an den Wert der Immobilie gekoppelt und beginnt mit einem festen Satz von 2.500 Pfund pro Jahr für Immobilien im Wert zwischen 2 Millionen und 2,5 Millionen Pfund. Tax Policy Associates hat vorhergesagt, dass die Maßnahme Einnahmen in Höhe von rund 400 Millionen Pfund generieren würde.

In den letzten Monaten wurde jedoch spekuliert, dass Burnham die Schwelle für die Mansion Tax auf 1,5 Millionen Pfund senken könnte. Laut Tax Policy Associates würde dies die Anzahl der betroffenen Häuser grob verdoppeln, von 123.000 auf 245.000. Es wird geschätzt, dass die Einnahmen sich ebenfalls verdoppeln und 800 Millionen Pfund erreichen würden. Burnham erwägt zudem umfassendere Reformen der Immobiliensteuer, insbesondere der Grundsteuer (Stamp Duty) und der Gemeindesteuer (Council Tax). Es wurde angenommen, dass er versuchen könnte, beide durch eine einzige flache Steuer basierend auf dem Wert der Immobilie zu ersetzen. Allerdings wurde kürzlich berichtet, dass die Idee vorerst beiseite gelegt wurde.

Renten wurden in den letzten Haushalten stark belastet. Im Jahr 2024 wurde angekündigt, dass nicht ausgeschöpfte Rentenfonds bei Tod der Erbschaftsteuer (IHT) unterliegen würden (unter der Annahme, dass der Gesamtwert des Nachlasses, einschließlich Renten, die steuerfreie Freigrenze überschreitet). Dann wurden im Jahr 2025 Pläne bekannt, die Leistungen aus Salary Sacrifice bei Renteneinzahlungen ab April 2029 zu begrenzen. Weitere Änderungen an den Rentenregeln haben in der Vorlaufzeit zu diesem Haushalt keine Schlagzeilen gemacht, aber diejenigen mit großen Renten könnten dennoch besorgt über das Schicksal ihres steuerfreien Bargeldes sein. Derzeit können Sparer 25 Prozent ihrer Rente steuerfrei entnehmen, bis zu einem Maximum von 268.275 Pfund, und in den letzten Jahren gab es erhebliche Bedenken, dass diese Obergrenze gesenkt werden könnte.

Laut Daten der FCA stieg der Wert der steuerfreien Pauschalbeträge, die 2025/26 aus Renten entnommen wurden, auf 22,071 Milliarden Pfund – ein Anstieg von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Anstieg wurde weithin auf die Befürchtung zurückgeführt, dass die Regeln für steuerfreies Bargeld verschärft werden könnten. Während das Entnehmen von steuerfreiem Bargeld etwas früher als geplant für einige kein großes Problem darstellt, haben diejenigen, die sonst keinen Abzug vorgenommen hätten, wichtige Steuerschutzmaßnahmen für ihr Geld verloren und sich selbst die Möglichkeit genommen, in Zukunft einen größeren Anteil abzuziehen. Als ein Citywire-Journalist kürzlich den Rentenminister Torsten Bell zu möglichen Änderungen am steuerfreien Bargeld fragte, bot dieser Sparer Beruhigung und kritisierte dabei die Medien: „Einige Rentensparer wurden von Zeitungen, die Unsinn schreiben, sehr schlecht bedient, und sie sollten damit aufhören, weil es in den letzten Jahren viele Probleme verursacht hat. Einige Menschen haben ernsthaftes Geld verloren."

Bereits angekündigte und für nächsten April in Kraft tretende signifikante Änderungen an den ISA-Regeln liegen vor. Obwohl das Gesamtbudget bei 20.000 Pfund bleibt, wird es neue Einschränkungen für die Allokation von Sparmitteln geben. Im Rahmen der Pläne zur Förderung von Investitionen wird der Höchstbetrag, der in Cash-ISAs gehalten werden darf, auf 12.000 Pfund gedeckelt sein, es sei denn, Sie sind 65 Jahre oder älter. Und um zu verhindern, dass Menschen diese Regel umgehen, wird unverinvestiertes Bargeld, das in Aktien- und Wertpapier-ISAs eingezahlt wird, mit 22 Prozent besteuert. Sparer dürfen ihren gesamten Portfolio auch nicht in einem geldmarktnahen Fonds investieren. Weitere Änderungen sind für 2028 zu erwarten, wenn die Lifetime ISA voraussichtlich durch eine First-Time Buyer ISA ersetzt wird. Einzelheiten werden erwartungsgemäß folgen (aber nicht unbedingt im Haushalt), nachdem eine öffentliche Konsultation im August endete.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 11.09.2026 berichtete aktien.news, dass Finanzminister John Healey kurz vor der Vorstellung des ersten Haushaltsplans der neuen Regierung am 28. Oktober vor einer Herkulesaufgabe steht. Analysten der UBS warnten damals, dass der fiskalische Spielraum deutlich unter die vom Office for Budget Responsibility (OBR) im März prognostizierten 23,6 Milliarden Pfund fallen könnte. Höhere Zinsannahmen und gestiegene Renditen für zehnjährige Staatsanleihen könnten den Spielraum um etwa 10 Milliarden Pfund schmälern.

Am 24.09.2026 berichtete aktien.news über einen radikalen Vorschlag, der die Debatte vor dem britischen Herbstbudget 2026 bestimmte: Eine deutliche Anhebung des persönlichen Steuerfreibetrags, finanziert unter anderem über höhere Kapitalertragsteuern. Wie Craig Rickman von interactive investor am 22. September 2026 berichtete, hat Premierminister Andy Burnham nie verborgen, dass er die Grenze anheben will, ab der Menschen Einkommensteuer zahlen müssen. Bereits vor seiner Zeit als Regierungschef erklärte der Abgeordnete von Makerfield, dies sei die Kernmaßnahme, die seine Wähler zur Absicherung ihrer Finanzen gegen die steigenden Lebenshaltungskosten forderten.

Ebenfalls am 24.09.2026 meldete aktien.news, dass das britische Finanzministerium bereit ist, mit einem kleineren fiskalischen Puffer auszukommen, um die Steuererhöhungen im Haushalt für den kommenden Monat zu dämpfen. Anleger signalisierten, dass der Gilt-Markt nicht durch ein bescheideneres Ziel für die fiskalischen Spielräume erschreckt würde. Das berichtete die Financial Times in einer exklusiven Geschichte. Premierminister Andy Burnham gab diese Woche zu, er sei „sich bewusst", dass die Labour-Partei die Steuern in den vergangenen Jahren bereits zweimal erhöht habe.

Bereits am 14.08.2026 berichtete aktien.news, dass sich die Diskussion über die Kapitalertragsteuer Mitte 2026 weltweit intensiviert hat. Sowohl Großbritannien als auch die USA stehen vor grundlegenden Entscheidungen darüber, wie Gewinne aus Investitionen und Immobilienverkäufen besteuert werden sollen. In Großbritannien dreht sich die Diskussion vor allem um die Frage, wie eine breitere Beteiligung der Bevölkerung am Kapitalmarkt gefördert werden kann.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger mit britischen Engagements oder Wohnsitzen sind die Debatten relevant, weil sie zeigen, wie stark Steuerstrukturen das Verhalten von Anlegern und Immobilienbesitzern beeinflussen. Die mögliche Angleichung der Kapitalertragsteuer an die Einkommensteuer würde die Steuer auf Gewinne für Basissteuersätze von 18 auf 20 Prozent und für höhere und zusätzliche Steuersätze von 24 auf 40 beziehungsweise 45 Prozent anheben. Gleichzeitig könnten Indexierungsreliefs die effektive Belastung mildern. Bei Immobilien würde eine Absenkung der Mansion-Tax-Schwelle auf 1,5 Millionen Pfund die Zahl der betroffenen Häuser von 123.000 auf 245.000 verdoppeln. Bei Renten bleibt die Obergrenze für die steuerfreie Entnahme von 25 Prozent bei 268.275 Pfund ein zentraler Unsicherheitsfaktor.

Die jüngsten ISA-Änderungen betreffen jeden, der britische Sparvehikel nutzt: Der Höchstbetrag in Cash-ISAs wird auf 12.000 Pfund gedeckelt, unverinvestiertes Bargeld in Aktien- und Wertpapier-ISAs wird mit 22 Prozent besteuert. Voreilige Entscheidungen – wie das Verkaufen von Anlagen oder das Entnehmen von Rentenzahlungen – basierend auf dem, was am 28. Oktober angekündigt werden könnte, könnten nach hinten losgehen. Der Haushalt und all die damit zwangsläufig verbundenen Steuergespräche sollten stattdessen eine rechtzeitige Erinnerung daran sein, sich auf langfristige Steuerplanung zu konzentrieren.

Ausblick

Der Haushalt wird am 28. Oktober vorgelegt. Ab April 2028 tritt die Mansion Tax in England in Kraft, ab April 2029 sollen die Pläne zur Begrenzung der Leistungen aus Salary Sacrifice bei Renteneinzahlungen greifen. Ab nächstem April werden zudem nicht ausgeschöpfte Rentenfonds in die IHT-Berechnungen einfließen; möglicherweise erfahren wir im nächsten Haushalt weitere Details dazu, wie genau dies funktionieren wird, einschließlich der Verantwortlichkeiten der persönlichen Vertreter des Verstorbenen. Für 2028 ist außerdem der Ersatz der Lifetime ISA durch eine First-Time Buyer ISA geplant, nachdem eine öffentliche Konsultation im August endete. Es besteht auch die Möglichkeit weiterer Anpassungen bei der Relief für Betriebsvermögen und landwirtschaftlichem Vermögen, und Burnham hat angedeutet, dass Todesfallabgaben etwas sein könnten, das er gerne untersuchen möchte.

Kurz erklärt

  • Kapitalertragsteuer (CGT): Steuer auf Gewinne aus dem Verkauf von Anlagen und Immobilien.
  • Fiskalischer Spielraum: Finanzielle Pufferzone einer Regierung, bevor sie ihre eigenen Ausgaben- und Kreditregeln verletzt.
  • Erbschaftsteuer (IHT): Steuer auf den Nachlass einer verstorbenen Person, sofern er die Freigrenze übersteigt.
  • ISA: Steuerbegünstigtes Spar- und Anlagekonto im Vereinigten Königreich.
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