BOK-Protokolle zeigen Spaltung bei Zinserhöhungen im August
Die Bank of Korea hob den Leitzins auf 3,00 Prozent an – doch die Entscheidung fiel knapper aus als gedacht.

Die Entscheidung der Bank of Korea (BOK), im August zwei aufeinanderfolgende Zinserhöhungen vorzunehmen, war umstrittener, als das öffentliche Abstimmungsergebnis vermuten ließ. Dies geht aus am Dienstag veröffentlichten Protokollen hervor. Sie deuten auf Spaltungen innerhalb des Gremiums hin, die das künftige Tempo der geldpolitischen Straffung verlangsamen könnten.
Die BOK hatte ihren Leitzins am 27. August um einen viertel Prozentpunkt auf 3,00 Prozent angehoben. Es war die zweite Erhöhung in Folge, da die Inflation weiterhin über dem Zielwert liegt und Risiken für die Finanzstabilität bestehen bleiben. Der siebenköpfige Vorstand stimmte mit 6:1 Stimmen für die Entscheidung.
Dissens im Vorstand
Der einzige Dissident, Hwang Kun-il, argumentierte, die Zinsen sollten unverändert bleiben. Er begründete dies mit den steigenden Tendenzen bei Zahlungsrückständen und der Notwendigkeit, das Wirtschaftswachstum zu stützen. Zudem wies er darauf hin, dass ein stärkerer Won gegenüber dem US-Dollar der Zentralbank Spielraum gebe, um die verzögerten Auswirkungen der früheren Verschärfungsmaßnahmen zu beurteilen.
„Wir müssen die Veränderungen in den Erwartungen bezüglich des künftigen geldpolitischen Pfades berücksichtigen, die sich bei höheren Zinsen ergeben könnten, sowie die zunehmende Polarisierung und die Auswirkungen auf verwundbare Sektoren“, sagte Hwang am 27. August, so die Protokolle. „Vor allem angesichts des jüngsten Abwärtstrends des (Dollar-Won-)Wechselkurses müssen wir weiter bestätigen und überwachen, ob der nachfrageseitig getriebene Inflationsdruck strukturell bleiben wird.“
Ausblick auf die weitere Geldpolitik
Die gespaltene Entscheidung dürfte dazu führen, dass Investoren die künftigen Kommunikationssignale der BOK intensiver prüfen. Im Fokus steht die Frage, ob inflationsscharfe („hawks“) oder stabilitätsorientierte („doves“) Kräfte unter den politischen Entscheidungsträgern im Hinblick auf das vierte Quartal größeren Einfluss haben.
Die mediane Erwartung der Ökonomen liegt nun bei einer weiteren Zinserhöhung im ersten Quartal 2027, gefolgt von einer Pause bis mindestens zum Ende des nächsten Jahres. Die Protokolle zeigen, dass die geldpolitische Ausrichtung der BOK keineswegs einstimmig getragen wird – ein Signal, das die Märkte in den kommenden Monaten genau verfolgen dürften.
