BofA erwartet 2,8% US-Wachstum 2026 – Fiskal- und Geldpolitik als Stützen
Die Bank of America prognostiziert für die US-Wirtschaft 2026 ein Wachstum von 2,8 Prozent und liegt damit deutlich über dem Konsens von 2,1 Prozent. Fiskalische Anreize, die Zinspolitik der Fed und eine erwartete Entspannung bei Handelsfragen sollen die

Die Analysten der Bank of America (BofA) zeigen sich optimistisch für die US-Wirtschaft im Jahr 2026. In einer aktuellen Mitteilung prognostizieren sie ein durchschnittliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,8 Prozent – ein deutlicher Aufschlag gegenüber der Konsensprognose von nur 2,1 Prozent. Die positive Einschätzung stützt sich auf eine Kombination aus fiskalischen Maßnahmen, geldpolitischen Impulsen und einer erwarteten Entspannung in der Handelspolitik.
Haushaltsgesetz als Wachstumstreiber
Einen wesentlichen Beitrag zum erwarteten Wirtschaftswachstum soll das von Präsident Donald Trump unterzeichnete Haushaltsgesetz leisten, das im vergangenen Juli verabschiedet wurde. Die BofA-Analysten schätzen, dass das unter dem Namen "One Big Beautiful Bill" bekannte Gesetz das BIP-Wachstum 2026 um bis zu 0,4 Prozentpunkte steigern könnte. Der Großteil der Impulse wird von Maßnahmen wie der Anhebung der Obergrenze für staatliche und lokale Steuerabzüge sowie einem zusätzlichen Standardsteuerabzug für ältere Amerikaner erwartet.
Das Ende des längeren Regierungsstillstands (Government Shutdown) dürfte insbesondere dem ersten Quartal einen einmaligen Schub verleihen. Die Bank hat ihre Prognosen für die Expansion im ersten Halbjahr entsprechend nach oben korrigiert. Allerdings wird das Wachstum im zweiten Halbjahr nun niedriger eingeschätzt als in früheren Prognosen.
Federal Reserve: Zinssenkungen zeigen Wirkung
Auch die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve soll 2026 ihre unterstützende Wirkung entfalten. Die Fed hatte im vergangenen Jahr die Zinsen um insgesamt 75 Basispunkte gesenkt und damit eine Zielspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent erreicht. Diese Maßnahmen erfolgten zur Stützung des sich verlangsamenden Arbeitsmarktes, obwohl die Inflation hartnäckig erhöht blieb. Nach Einschätzung der BofA-Analysten werden diese Zinssenkungen nun beginnen, die Wirtschaftstätigkeit spürbar anzukurbeln.
Handelspolitik: Entspannung erwartet
Ein besonderes Augenmerk legen die Analysten auf die Handelspolitik der Trump-Administration. Unabhängig davon, wie der Oberste Gerichtshof in einer bevorstehenden Grundsatzentscheidung über die Rechtmäßigkeit der Zölle entscheidet, erwarten sie eine "wachstumsfreundlichere" Entwicklung. Sollten die Zölle gekippt werden, würde sich die fiskalpolitische Haltung implizit entspannen, da Rückzahlungen geleistet werden und der effektive Steuersatz sinken würde.
Falls der Oberste Gerichtshof die Zölle bestätigt, rechnen die Analysten mit einem erheblichen Rückgang der Handelsunsicherheit. "Wir erwarten, dass die Regierung Handelsabkommen Vorrang vor neuen Zollankündigungen einräumt", heißt es in der Mitteilung mit Blick auf die Zwischenwahlen im November. Diese Perspektive dürfte Unternehmen mehr Planungssicherheit geben.
KI-Investitionen bleiben robust
Ein weiterer Wachstumsfaktor bleibt der Technologiesektor. Investitionen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz, die nach Ansicht von Beobachtern die Gesamtwirtschaft bereits im Jahr 2025 gestützt haben, sollten "weiterhin in solidem Tempo wachsen", so die BofA-Analysten. Diese Investitionen könnten einen nachhaltigen Beitrag zur Produktivitätssteigerung der US-Wirtschaft leisten.
Für deutsche Anleger bedeutet die optimistische Prognose der Bank of America, dass US-Investments 2026 attraktiv bleiben könnten. Die Kombination aus fiskalischen Anreizen und geldpolitischer Unterstützung schafft ein günstiges Umfeld für amerikanische Aktien und die Realwirtschaft.
