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BoE-Chef Bailey warnt vor Populismus und Angriff auf IWF

Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England, kritisiert populistische Tendenzen, die internationale Institutionen wie den IWF untergraben. Er warnt vor gezielten Versuchen, das Vertrauen in globale Organisationen zu erschüttern.

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BoE-Chef Bailey warnt vor Populismus und Angriff auf IWF

Der Gouverneur der Bank of England (BoE), Andrew Bailey, hat eindringlich vor den Gefahren des Populismus für die globale Wirtschaftsordnung gewarnt. In einer Rede vor der Bellagio Group – einem geschlossenen Kreis von Ökonomen, Zentralbankern und Finanzexperten – forderte er politische Entscheidungsträger auf, populistischen Strömungen entgegenzutreten.

Internationale Organisationen unter Beschuss

Bailey betonte die wichtige Rolle internationaler Institutionen wie des Internationalen Währungsfonds (IWF). "Ein Teil des Zwecks internationaler Organisationen besteht darin, dass sie uns von Zeit zu Zeit sagen müssen, was wir nicht hören wollen", erklärte der BoE-Chef. Er warnte davor, den "Überbringer schlechter Nachrichten" anzugreifen, wenn dieser auf wirtschaftliche Risiken hinweise.

Der britische Zentralbankchef kritisierte gezielte Versuche, Vertrauen in nationale und internationale Organisationen zu untergraben. Diese würden bewusst als "distanziert, nicht reaktionsfähig und zum Vorteil mächtiger Interessen handelnd" dargestellt. Obwohl Bailey keine Namen nannte, ist der Kontext seiner Aussagen eindeutig.

Spannungen zwischen USA und IWF

Im vergangenen Jahr hatte der IWF die umfangreichen Steuersenkungen von US-Präsident Donald Trump kritisiert und sich für offenen internationalen Handel ausgesprochen. US-Finanzminister Scott Bessent warf dem Fonds daraufhin vor, seine Kernaufgaben zu vernachlässigen und sich stattdessen mit Themen wie dem Klimawandel zu befassen.

Bailey warnte ausdrücklich davor, die Welt vom internationalen Handel abzuschotten. Er betonte, dass die Regeln zur Sicherung der globalen Finanzindustrie nicht die Akzeptanz erhielten, die sie verdienen würden.

Solidarität mit Fed-Chef Powell

Die Spannungen zwischen Politik und unabhängigen Institutionen zeigen sich auch in den USA. Anfang dieser Woche unterzeichnete Bailey gemeinsam mit anderen führenden Zentralbankern eine Solidaritätserklärung für Jerome Powell, den Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve. Das US-Justizministerium hatte eine strafrechtliche Untersuchung wegen Kostenüberschreitungen bei Renovierungsarbeiten im Fed-Hauptquartier eingeleitet – ein Schritt, der in Zentralbankkreisen als politisch motiviert gilt.

Warnung zur rechten Zeit

Baileys Warnung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Weltweit gewinnen populistische Bewegungen an Einfluss, die internationale Zusammenarbeit in Frage stellen. Für die Finanzmärkte bedeutet dies erhöhte Unsicherheit, da die Verlässlichkeit globaler Institutionen und Regelwerke zunehmend infrage gestellt wird. Die Unabhängigkeit von Zentralbanken und internationalen Finanzorganisationen gilt als wichtiger Stabilitätsfaktor für die Weltwirtschaft.

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