BlackRock-Gewinn steigt deutlich: Höhere Gebühren treiben das dritte Quartal
Der weltgrößte Vermögensverwalter verdient im dritten Quartal 1,66 Milliarden US-Dollar und profitiert von höheren Verwaltungsgebühren.

BlackRock hat am Mittwoch einen deutlichen Gewinnanstieg für das dritte Quartal gemeldet. Der weltweit größte Vermögensverwalter profitierte dabei von höheren Gebühren aus der Verwaltung von Kundengeldern. Der Gewinn stieg in den drei zum 30. September endenden Monaten auf 1,66 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 10,57 US-Dollar je Aktie.
Ein Jahr zuvor hatte BlackRock im gleichen Zeitraum noch 1,32 Milliarden US-Dollar oder 8,43 US-Dollar je Aktie verdient. Der Zuwachs fällt damit kräftig aus und unterstreicht die Ertragskraft des Konzerns. Über die Zahlen berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am 14. Oktober.
Der Veröffentlichungstag fiel in ein durchwachsenes Börsenumfeld. Die US-Verbraucherpreise waren im September um 3,7 Prozent im Jahresvergleich gestiegen, der CPI-Bericht lag größtenteils über den Erwartungen der Analysten. Die Wall Street eröffnete daraufhin rot. Für einen Vermögensverwalter ist das kein nebensächliches Detail: Je höher das verwaltete Vermögen und je reger der Handel, desto stärker sprudeln die Gebühreneinnahmen.
Die Details
Im Zentrum der Zahlen steht der Gewinn je Aktie, der von 8,43 US-Dollar auf 10,57 US-Dollar kletterte. Auf Konzernebene bedeutet das einen Anstieg von 1,32 Milliarden US-Dollar auf 1,66 Milliarden US-Dollar. Beide Werte beziehen sich auf die drei Monate bis zum 30. September.
Als entscheidenden Treiber nennt das Unternehmen die höheren Gebühren aus der Verwaltung von Kundengeldern. BlackRock verwaltet als weltweit größter Vermögensverwalter die Gelder von institutionellen Investoren, Fonds und Privatanlegern. Die Einnahmen hängen damit unmittelbar an der Entwicklung der Kapitalmärkte und an der Höhe des betreuten Vermögens.
Der Bericht fiel zeitlich mit einer ganzen Reihe von Marktmeldungen zusammen. Neben dem US-Inflationsbericht für September sorgte auch der angehobene Ausblick von ASML für Bewegung; die Aktie kletterte nach der Ankündigung eines erweiterten Kapazitätsausbaus und besserer Aussichten für 2026. Solche Nachrichten prägen das Umfeld, in dem ein Vermögensverwalter seine Gebühren erwirtschaftet.
Hintergrund: Was bisher geschah
BlackRock blickt auf ein starkes Jahr zurück. Bereits am 14.04.2026 berichtete aktien.news, dass der Konzern im ersten Quartal einen Nettogewinn von 2,2 Milliarden US-Dollar erzielt hatte – ein Anstieg von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Einmaleffekte wie Akquisitionskosten verdiente BlackRock 12,53 US-Dollar je Aktie, während die von FactSet befragten Analysten im Schnitt lediglich 11,65 US-Dollar je Aktie erwartet hatten. Das Unternehmen übertraf die Konsensschätzungen damit um rund 7,5 Prozent.
Am 16.04.2026 griff aktien.news die Zahlen erneut auf und verwies darauf, dass das Geschäft mit iShares-ETFs ein Rekordquartal verzeichnete. Der weltweit größte Vermögensverwalter profitierte dabei vor allem von einem kräftigen Zuwachs bei den Anlagegebühren – ein Muster, das sich nun im dritten Quartal fortsetzt.
Am 15.07.2026 meldete aktien.news, dass BlackRock im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf. Das verwaltete Vermögen belief sich auf mehr als 15,3 Billionen US-Dollar, ein Zuwachs von 10,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal und rund 4 Prozent über den Erwartungen der Wall Street. Die Aktie legte im S&P 500 merklich zu.
Nur drei Tage später, am 18.07.2026, folgte der nächste Meilenstein: BlackRock verzeichnete einen Kurssprung von 6,6 Prozent – der größte Tagesgewinn seit über einem Jahr. Auslöser war die Nachricht, dass der Konzern als erste Investmentgesellschaft überhaupt ein verwaltetes Vermögen von mehr als 15 Billionen US-Dollar ausweist. Im breiten Marktvergleich war BlackRock damit der zweitbeste Wert im S&P 500, der seinerseits um 0,4 Prozent zulegte. Auch der S&P Financials Index stieg um 0,7 Prozent.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist BlackRock auf mehreren Ebenen relevant. Zum einen ist der Konzern unter dem Ticker BLK an der US-Börse notiert und damit über viele Broker handelbar. Zum anderen steckt BlackRock hinter der ETF-Marke iShares, über die zahlreiche europäische Anleger ihr Geld in Indexfonds anlegen. Die Geschäftsentwicklung des Vermögensverwalters ist deshalb auch ein Indikator für die Nachfrage nach kostengünstigen Indexprodukten.
Die vorgelegten Zahlen zeigen, wie stark das Geschäftsmodell an den Kapitalmärkten hängt. Steigende Kurse erhöhen das verwaltete Vermögen und damit die Gebühreneinnahmen – fallende Kurse wirken in die entgegengesetzte Richtung. Der September-Inflationsbericht mit 3,7 Prozent im Jahresvergleich und der rote Handelsstart an der Wall Street verdeutlichen, dass das Umfeld nicht frei von Gegenwind ist.
Zu beachten ist außerdem, dass die Quartalszahlen von BlackRock in der Vergangenheit mehrfach die Erwartungen der Analysten übertroffen haben. Ob sich dieser Trend fortsetzt, lässt sich aus dem vorliegenden Bericht nicht ableiten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist mit diesen Zahlen ausdrücklich nicht verbunden.
Ausblick
Der Quelltext nennt keine konkrete Prognose für das vierte Quartal oder das Gesamtjahr. Beobachtbar bleibt das Muster der vergangenen Berichtsperioden: Im ersten Quartal übertraf BlackRock die Konsensschätzungen um rund 7,5 Prozent, im zweiten Quartal lag das verwaltete Vermögen rund 4 Prozent über den Erwartungen der Wall Street. Ob das Unternehmen diesen Rhythmus beibehält, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Kapitalmärkte ab.
Ein weiterer Faktor bleibt das Umfeld: Der US-Inflationsbericht für September fiel größtenteils stärker aus als erwartet, was die Zinserwartungen und damit die Bewertung von Vermögenswerten beeinflussen kann. Auch die Nachfrage nach Indexprodukten und ETFs dürfte für die Gebühreneinnahmen entscheidend bleiben.
Kurz erklärt
- Verwaltetes Vermögen: Der Gesamtwert aller Kundengelder, die ein Vermögensverwalter betreut.
- Verwaltungsgebühr: Das Entgelt, das ein Vermögensverwalter für die Betreuung von Kundengeldern erhält.
- Gewinn je Aktie: Der auf eine einzelne Aktie entfallende Anteil des Unternehmensgewinns.
- Verbraucherpreisindex: Ein Maßstab für die durchschnittliche Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs.
