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BIZ-Chef fordert globale Zusammenarbeit bei Stablecoin-Regulierung

Ohne internationale Koordinierung drohen Marktfragmentierung und schädliche Regulierungsarbitrage, warnt BIZ-Generaldirektor Pablo Hernandez de Cos.

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BIZ-Chef fordert globale Zusammenarbeit bei Stablecoin-Regulierung

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat erneut eindringlich zu internationaler Zusammenarbeit bei der Regulierung von Stablecoins aufgerufen. BIZ-Generaldirektor Pablo Hernandez de Cos bezeichnete eine globale Koordinierung in einer Rede in Japan als „entscheidend", um schwerwiegende Folgen für die Finanzmärkte zu verhindern. Die BIZ, die als Zentralbank der Zentralbanken gilt, äußert bereits seit Langem Bedenken gegenüber dieser Klasse von Kryptowährungen.

Stablecoins sind digitale Vermögenswerte, die in der Regel im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt sind. De Cos warnte, dass ihr Potenzial, die Geld- und Fiskalpolitik zu untergraben, Stress an den Finanzmärkten zu verursachen und den Kampf gegen illegale Finanzierung zu behindern, eine globale Antwort unumgänglich mache. Ohne diese Koordinierung könnten „voneinander abweichende Regulierungsrahmen für Stablecoins in verschiedenen Rechtsordnungen zu einer schwerwiegenden Marktfragmentierung führen oder schädliche Regulierungsarbitrage ermöglichen", so der BIZ-Chef.

Regulierungswettlauf unter führenden Volkswirtschaften

Diese Warnungen fallen in eine Zeit, in der die USA und andere große Volkswirtschaften darum wetteifern, eigene Regulierungsrahmen für Stablecoins zu schaffen. Standorte wie Abu Dhabi und Singapur verfügen bereits über entsprechende Regelwerke und haben damit einen Vorsprung gegenüber westlichen Ländern. Auch der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, der den Vorsitz des globalen Finanzstabilitätsrats (Financial Stability Board) innehat, warnte zuletzt, dass sich die Fortschritte bei internationalen Stablecoin-Standards im vergangenen Jahr verlangsamt hätten.

De Cos bekräftigte zudem, dass sogenannte „Runs" auf Stablecoins – also massenhafte Rückgaben in kurzer Zeit – erheblichen Marktstress auslösen könnten. Dieses Risiko könne jedoch „erheblich verringert" werden, wenn Stablecoin-Emittenten Zugang zu einlagensicherungsähnlichen Vereinbarungen oder Kreditfazilitäten der Zentralbanken erhielten. Damit rückt die Frage der institutionellen Absicherung von Stablecoins stärker in den Fokus der internationalen Regulierungsdebatte.

Tether und Circle: Eher Wertpapiere als Geld

Besonders aufschlussreich sind de Cos' Einschätzungen zu den beiden größten Stablecoin-Emittenten der Welt: Tether und Circle. Auf ihre Produkte entfallen rund 85 Prozent der weltweit im Umlauf befindlichen Stablecoins – bei einem Gesamtvolumen von 315 Milliarden US-Dollar. Laut de Cos weisen beide Emittenten Merkmale auf, die sie eher „Wertpapieren als Geld" ähneln lassen, da sogenannte „Rückgabereibungen" zu häufigen Abweichungen vom Nennwert führten. „In dieser Hinsicht agieren sie derzeit eher wie börsengehandelte Fonds als wie Geld", sagte er.

Abschließend äußerte sich der BIZ-Generaldirektor zur aktuellen Debatte über die Verzinsung von Stablecoins. Er argumentierte, dass Umschichtungen von klassischen Bankeinlagen in Stablecoins geringer ausfallen könnten, wenn Stablecoin-Bestände unverzinst blieben und die Opportunitätskosten für deren Halten – etwa in Zeiten hoher Zinsen – entsprechend hoch seien. Er fügte hinzu: „Und sofern Verbote der Zinszahlung auf Stablecoins durchgesetzt werden können." Damit signalisiert die BIZ, dass sie eine Zinszahlung auf Stablecoins kritisch betrachtet und deren Verbot als mögliches regulatorisches Instrument sieht.

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