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Bitcoin sicher aufbewahren: Eigenverwahrung mit Hot und Cold Wallet

Wer Bitcoin sicher verwahren will, setzt auf Eigenverwahrung. Wir erklären die Unterschiede zwischen Hot und Cold Wallet.

4 Min
Bitcoin sicher aufbewahren: Eigenverwahrung mit Hot und Cold Wallet

Die Ereignisse um die Kryptobörse FTX im Jahr 2022 sowie der Hack der Plattform Bybit Anfang 2025 haben eines eindrucksvoll vor Augen geführt: „Not your keys, not your coins“ bleibt der wichtigste Grundsatz, wenn es um die sichere Aufbewahrung von Bitcoin geht. Wer seine Coins bei einer Börse lagert und nicht in einer eigenen Wallet in Eigenverwahrung hält, besitzt keinen direkten Zugriff darauf. Die entscheidenden Schlüssel – die sogenannten Keys – liegen dann bei der Börse und nicht beim Nutzer selbst.

Genau dieser Umstand kann in chaotischen Marktphasen ein erhebliches Risiko darstellen, das im schlimmsten Fall bis zum Totalverlust führen kann. Viele Anleger fragen sich daher gerade bei starken Kursschwankungen, wie sie ihre Bitcoin sicher aufbewahren können. Eine deutlich sicherere Alternative zur Verwahrung bei einer Kryptobörse bietet die Eigenverwahrung über eine Hot oder Cold Wallet. Doch worin unterscheiden sich die beiden Varianten, welche Vor- und Nachteile bringen sie mit sich und wie legt man eine solche Wallet an?

Die Details

Grundsätzlich empfiehlt es sich für Anleger, unabhängig von der gewählten Variante eine eigene Bitcoin-Wallet anzulegen. Entscheidend ist, dass die Keys – quasi das Passwort für den Zugriff auf die Wallet – beim Nutzer selbst liegen und nicht bei einer dritten Partei wie einer Börse. Nur dann gehören die Coins faktisch dem Anleger und nur dann hat er die volle Kontrolle über seine Bitcoin.

Viele Kryptobörsen werben zwar mit zahlreichen Sicherheitsoptionen für die auf ihren Plattformen verwahrten Bitcoin. Die höchste Sicherheit und volle Kontrolle haben Nutzer jedoch nur in Eigenverwahrung – unabhängig davon, ob es sich um eine Hot- oder Cold Wallet handelt. Genau hier liegt im Ernstfall das Problem, wie der FTX-Skandal Ende 2022 oder der Hack von Bybit Anfang 2025 gezeigt haben: Wer die Keys nicht selbst verwahrt, riskiert im schlimmsten Fall den Verlust des Zugriffs auf die eigenen Bestände.

Neben den bekannten großen Kryptoplattformen gibt es inzwischen auch europäische Bitcoin-only-Börsen, die auf die Eigenverwahrung der BTC setzen. Dazu zählen etwa Relai aus der Schweiz oder Coinfinity aus Österreich. Bei diesen Anbietern liegen die Schlüssel für die Wallet in Eigenverwahrung direkt bei den Nutzern selbst.

Was das für Anleger bedeutet

Beim Erstellen einer Hot Wallet erhält der Nutzer zwölf beziehungsweise 24 Wörter als Zugangsschlüssel. Diese Seed Phrase muss unbedingt sicher – im besten Fall analog – verwahrt werden. Sollte der Anbieter einer Wallet insolvent gehen, ist das dank der Seed Phrase kein Problem: Die Bitcoin-Wallet lässt sich über andere Anbieter jederzeit wiederherstellen. Entscheidend ist, dass Dritte keinen Zugriff auf die Schlüsselwörter erhalten.

Da Hot Wallets eine ständige Verbindung zum Internet aufrechterhalten, ist ein Hack nicht vollständig auszuschließen. Sie bieten zwar einen hohen Sicherheitsstandard bei gleichzeitiger Nutzerfreundlichkeit und hohem Komfort, dennoch bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen. Wer ein Höchstmaß an Sicherheit anstrebt, führt an einer Cold Wallet kein Weg vorbei. Es gibt schließlich keinen Kundenservice, der im Verlustfall helfen kann.

Eine Cold Wallet funktioniert im Grunde wie eine Hot Wallet: Auch sie wird über eine Seed Phrase mit zwölf beziehungsweise 24 Wörtern gesichert. Der entscheidende Vorteil: Sie hat nahezu nie eine Verbindung zum Internet und kann daher nicht gehackt werden. Nutzer benötigen lediglich neue Hardware und stellen ihre Cold Wallet über ihre Zugangswörter wieder her. Allerdings bieten Cold Wallets nicht den gleichen Komfort wie Hot Wallets und eignen sich wegen des höheren Aufwands und der teils hohen Anschaffungskosten eher für die Sicherung größerer Bitcoin-Bestände.

Ausblick

Bei beiden Wallet-Arten steht und fällt alles mit der Sicherung der Seed Phrases. Diese sollten unbedingt analog gesichert werden und nicht als Foto auf dem Rechner oder in einer Cloud landen. Viele Anleger schreiben ihre Seed Phrase auf ein Blatt Papier – bei Brand oder Überschwemmung kann sich das jedoch als Risiko erweisen. Verschiedene Anbieter ermöglichen daher die Sicherung der Keys auf Titanplatten, in Stahlkapseln oder anderen widerstandsfähigen Materialien. Das Sicherungsniveau sollte sich an der Höhe der Investition orientieren.

Eine zusätzliche Sicherheitsstufe bietet die sogenannte Hidden Wallet: Aufbauend auf den zwölf beziehungsweise 24 vorgegebenen Wörtern können Nutzer ein weiteres, selbst definiertes Wort hinzufügen. Haben Dritte Zugriff auf die Seed Phrase, aber nicht auf das Zusatzwort, können sie nicht auf die Bestände zugreifen. Dieses Wort sollten Nutzer sich merken oder getrennt von der eigentlichen Seed Phrase aufbewahren.

Kurz erklärt

  • Seed Phrase: Eine Folge von zwölf oder 24 Wörtern, die als Wiederherstellungsschlüssel für eine Bitcoin-Wallet dient und unbedingt sicher aufbewahrt werden muss.
  • Hot Wallet: Eine Kryptowallet mit ständiger Internetverbindung, die hohen Komfort bietet, aber ein gewisses Hacking-Risiko birgt.
  • Cold Wallet: Eine Kryptowallet ohne dauerhafte Internetverbindung, die maximalen Schutz vor Hackerangriffen bietet und sich für größere Bestände eignet.
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