Bitcoin fällt unter 70.000 Dollar: Fed und Ölpreisanstieg belasten
Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und die Zinspolitik der Federal Reserve drücken Bitcoin deutlich unter die 70.000-Dollar-Marke.

Bitcoin hat am Donnerstag deutlich nachgegeben und ist unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 US-Dollar gefallen. Bis 09:07 Uhr ET verzeichnete die weltweit größte Kryptowährung einen Rückgang von 3,8 Prozent auf 69.387,70 US-Dollar. Dabei hatte Bitcoin in der Vorsitzung noch über 74.000 Dollar notiert und zu Wochenbeginn fast die 76.000-Dollar-Marke erreicht.
Gleich zwei Belastungsfaktoren treffen den Kryptomarkt gleichzeitig: Die US-Notenbank Federal Reserve ließ die Zinssätze unverändert, warnte aber vor anhaltenden Inflationsrisiken – insbesondere durch steigende Energiepreise. Die Fed hob ihre Inflationsprognose für 2026 von 2,4 auf 2,7 Prozent an und signalisierte damit, dass Zinssenkungen länger auf sich warten lassen könnten als erhofft.
Ölpreisschock befeuert Inflationssorgen
Die Rohölpreise kletterten am Donnerstag auf über 112 US-Dollar pro Barrel. Auslöser war ein iranischer Angriff auf mehrere Energieanlagen im Nahen Osten – als Reaktion auf einen vorherigen Angriff auf das iranische South-Pars-Gasfeld. Auch die Bank of Japan hielt an ihrer lockeren Geldpolitik fest und verwies auf die Unsicherheiten durch den Nahost-Konflikt und die Rohölpreise als mögliche Einflussfaktoren auf Japans Inflationspfad.
Die steigenden Ölpreise trieben die Anleiherenditen nach oben und stützten den US-Dollar – beides klassische Gegenwindfaktoren für Kryptowährungen. Digitale Assets werden zunehmend im Gleichlauf mit makroökonomischen Trends gehandelt, was ihre Anfälligkeit für geopolitische Schocks erhöht. Auch US-Aktienfutures gaben nach, während asiatische und europäische Börsen ebenfalls unter Druck gerieten.
Altcoins leiden noch stärker
Die Verluste beschränkten sich nicht auf Bitcoin. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, verlor 5,2 Prozent auf 2.119,07 US-Dollar. XRP sank um 2,2 Prozent auf 1,43 Dollar, Solana büßte 2,9 Prozent ein und Cardano brach um 4,7 Prozent ein. Unter den Meme-Coins verlor Dogecoin 3,6 Prozent.
Für deutsche Anleger bleibt die Lage angespannt: Solange die Notenbanken Zinssenkungen verschieben und geopolitische Risiken die Energiemärkte belasten, dürfte der Risikoappetit gedämpft bleiben. Kryptowährungen gelten als besonders sensibel gegenüber einer restriktiveren Geldpolitik, da sie in einem Niedrigzinsumfeld besonders attraktiv erscheinen.
