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Big Tech sucht Ökonomen: Wer erforscht die Folgen der KI?

Technologiekonzerne stellen verstärkt Ökonomen ein, um die Auswirkungen von KI auf Arbeit und Gesellschaft zu untersuchen.

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Big Tech sucht Ökonomen: Wer erforscht die Folgen der KI?

Technologieunternehmen beschäftigen zunehmend Ökonomen, um zu untersuchen, wie künstliche Intelligenz (KI) Arbeit und Gesellschaft neu gestaltet. Doch diese Entwicklung wirft eine grundlegende Frage auf: Was geschieht, wenn die Unternehmen, die diese Technologie entwickeln, zugleich auch die Forschung zu ihren Auswirkungen betreiben? Genau dieser Frage widmet sich eine neue Ausgabe des FT-Podcasts, in der Moderatorin Soumaya Keynes mit führenden Ökonomen der Branche spricht.

Zu Gast sind Ara Kharazian, Chefökonom beim Finanztechnologie-Unternehmen Ramp, und Peter McCrory, Chefökonom beim KI-Unternehmen Anthropic. Gemeinsam mit dem FT-Datenjournalisten John Burn-Murdoch diskutieren sie, warum Ökonomen derzeit so stark nachgefragt werden und was proprietäre Daten über die tatsächlichen Auswirkungen der KI verraten können. Die Runde beleuchtet damit ein Spannungsfeld, das für Anleger und Beobachter der Tech-Branche gleichermaßen relevant ist.

Warum Ökonomen derzeit gefragt sind

Der wachsende Bedarf an volkswirtschaftlicher Expertise in der Technologiebranche ist kein Zufall. Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln, verfügen über enorme Mengen proprietärer Daten – Daten, die Aufschluss darüber geben können, wie sich die Technologie auf Arbeitsmärkte, Produktivität und gesellschaftliche Strukturen auswirkt. Diese Daten sind für externe Forscher oft nicht zugänglich, weshalb die Unternehmen selbst zunehmend eigene Ökonomen einstellen, um die Effekte zu analysieren.

Die Diskussion dreht sich dabei nicht nur um Messmethoden, sondern auch um die Frage, welche Schlüsse aus den firmeneigenen Daten gezogen werden können und wie belastbar diese sind. Burn-Murdoch bringt als Datenjournalist die Perspektive der unabhängigen Auswertung in das Gespräch ein.

Interessenkonflikte und die Rolle der Forschung

Ein zentraler Streitpunkt der Folge ist die Frage, ob von der Industrie unterstützte Forschung Interessenkonflikten entgehen kann. Wenn Unternehmen sowohl die Technologie entwickeln als auch die Forschung zu ihren Folgen finanzieren, entsteht ein potenzieller Zielkonflikt zwischen wissenschaftlicher Neutralität und unternehmerischem Interesse. Die Gesprächsrunde erörtert, wie sich dieser Konflikt möglicherweise auflösen lässt und welche Rolle Transparenz dabei spielt.

Daran schließt sich eine pointierte Frage an: Machen sich Ökonomen im Zuge des KI-Booms vielleicht zu nützlich? Die Formulierung deutet an, dass die wachsende Nachfrage nach ihrer Expertise auch eine kritische Kehrseite haben könnte – etwa dann, wenn wissenschaftliche Arbeit zu stark an den Interessen der Auftraggeber ausgerichtet wird.

Für deutsche Leser ist die Debatte insofern relevant, als auch hiesige Unternehmen und politische Entscheidungsträger vor der Aufgabe stehen, die Folgen von KI für den Arbeitsmarkt einzuschätzen. Die Frage, wem die Daten gehören und wer sie interpretiert, wird damit zu einem zentralen Bestandteil der öffentlichen Debatte über Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit.

Die besprochene Folge ist Teil eines wöchentlichen Newsletters, in dem Roula Khalaf, Chefredakteurin der Financial Times, ihre favorisierten Geschichten auswählt. Ergänzend verweisen die Macher auf den Newsletter „The AI Shift“ von John Burn-Murdoch und Sara O’Connor. Präsentiert wird die Episode von Soumaya Keynes, produziert von Mischa Frankl-Duval. Die Originalmusik stammt von Breen Turner, das Sounddesign von Sam Giovinco und Sean O’Garrety. Manuela Saragosa fungiert als Executive Producer, Flo Phillips leitet den Audio-Bereich der Financial Times. Ein Transkript der Folge ist auf FT.com verfügbar; die Kommentarfunktion zu diesem Artikel ist deaktiviert.

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