Berkshire Hathaway stockt Lennar-Beteiligung trotz steigender Hypothekenzinsen auf
Warren Buffetts Berkshire Hathaway kauft Lennar-Aktien für 190 Millionen Dollar und hält nun 12 Prozent am US-Baukonzern.

Berkshire Hathaway hält trotz des schwierigen Marktumfelds für US-Bauunternehmen an seiner Position in Lennar fest – und baut sie sogar weiter aus. Wie aus einer am Montag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Mitteilung hervorgeht, tätigte Berkshire Hathaway einen weiteren Großkauf von Lennar-Aktien im Wert von rund 190 Millionen US-Dollar. Das Konglomerat von Warren Buffett signalisiert damit trotz steigender Hypothekenzinsen ein klares Bekenntnis zum US-Wohnungsbausektor.
Die Käufe erfolgten an einem Donnerstag und Freitag und umfassten 2,4 Millionen Aktien der Klasse A des Unternehmens. Durch mehrere aufeinanderfolgende Zukäufe hat Berkshire Hathaway seine Gesamtbeteiligung an Lennar auf 12 Prozent des Unternehmens ausgebaut. Damit zählt Berkshire zu den bedeutendsten Einzelaktionären des Baukonzerns.
Lennar unter Druck durch steigende Hypothekenzinsen
Lennar gehört zu den größten Wohnungsbauunternehmen der Vereinigten Staaten und ist damit besonders sensibel gegenüber Veränderungen am Hypothekenmarkt. Steigende Zinsen verteuern die Baufinanzierung für Käufer erheblich und dämpfen die Nachfrage nach Neubauten. Das Unternehmen gilt derzeit als schwächelnd, was den Einstieg von Berkshire Hathaway aus Sicht vieler Marktbeobachter als antizyklische Wette auf eine künftige Erholung des Immobilienmarktes erscheinen lässt.
Für deutsche Anleger ist der Schritt von Berkshire Hathaway besonders aufschlussreich: Er zeigt, dass Buffetts Investmentvehikel auch in Phasen erhöhter Zinsen und gedämpfter Konjunkturerwartungen bereit ist, gezielt in zyklische Sektoren zu investieren – und dabei erhebliche Summen einzusetzen. Die Strategie des geduldigen, langfristigen Kaufens in Schwächephasen gilt als eines der Markenzeichen von Berkshire Hathaway.
Berkshire setzt auf langfristige Erholung im Wohnungsbau
Die SEC-Pflichtmitteilung, die Berkshire Hathaway am Montag einreichte, macht die Transaktion für die Öffentlichkeit transparent. In den USA sind Großaktionäre ab bestimmten Beteiligungsschwellen verpflichtet, ihre Käufe und Verkäufe zeitnah bei der Börsenaufsicht zu melden. Die Offenlegung gibt Investoren weltweit Einblick in die Portfolioentscheidungen des Omaha-Konglomerats.
Mit einer Beteiligung von nun 12 Prozent an Lennar hat Berkshire Hathaway eine strategisch relevante Position aufgebaut. Ob weitere Zukäufe folgen werden, ist aus der Mitteilung nicht ersichtlich. Klar ist jedoch: Berkshire Hathaway setzt mit diesem Investment ein deutliches Signal, dass es trotz des aktuell herausfordernden Zinsumfelds langfristiges Potenzial im US-amerikanischen Wohnungsbausektor sieht.
