Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus: Heizkörpertausch macht Einbau oft möglich
Vor der Heizperiode rechnen Haushalte mit Nachzahlungen. co2online erwartet 2026 deutlich höhere Kosten für Öl- und Pelletheizungen.

Die Heizperiode in Deutschland steht kurz bevor, und viele Haushalte blicken mit gemischten Gefühlen auf die kommenden Monate. Hohe Preise für Öl und Gas sorgen dafür, dass zahlreiche Verbraucher mit einer Nachzahlung rechnen müssen. Besonders betroffen sind Eigentümer und Mieter, deren Heizung noch mit fossilen Brennstoffen betrieben wird.
Vor diesem Hintergrund rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die viele Besitzer von Mehrfamilienhäusern beschäftigt: Lässt sich eine Wärmepumpe auch in bestehenden Gebäuden nachrüsten? Der Austausch einzelner Heizkörper kann dabei den entscheidenden Unterschied machen. Oft scheitert der Umstieg nicht an der Technik selbst, sondern an der Frage, ob die vorhandenen Heizflächen zur neuen Anlagentechnik passen.
Was co2online für 2026 erwartet
Die Beratungsplattform co2online rechnet für das kommende Jahr mit einem deutlichen Kostenanstieg bei bestimmten Heizungsarten. Die Schätzungen beziehen sich auf eine 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Für Ölheizungen erwartet co2online 2026 einen Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Besitzer einer Holzpelletheizung müssen sich auf höhere Ausgaben einstellen: Hier liegt die Schätzung bei einem Plus von 17 Prozent.
Diese Zahlen sind Schätzungen, keine feststehenden Größen. Sie zeigen jedoch, in welche Richtung sich die Heizkosten entwickeln könnten. Für Haushalte, die ohnehin über eine Modernisierung nachdenken, liefern sie einen zusätzlichen Anhaltspunkt für ihre Planung.
Warum der Heizkörpertausch eine Rolle spielt
Wärmepumpen arbeiten effizienter, wenn sie mit vergleichsweise niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden. Größer dimensionierte Heizkörper geben Wärme bei geringerer Temperatur besser an den Raum ab. Deshalb kann der Austausch einzelner, zu klein ausgelegter Heizkörper den Weg für eine Wärmepumpe ebnen. Statt das gesamte Heizsystem infrage zu stellen, genügt in vielen Fällen ein gezielter Eingriff an den Heizflächen.
Für Hauseigentümer und Wohnungsgesellschaften bedeutet das: Eine Machbarkeitsprüfung lohnt sich, bevor vorschnell auf eine andere Heizungstechnik gesetzt wird. Entscheidend sind die konkreten Gegebenheiten vor Ort – etwa die Größe der Räume, die vorhandene Heizfläche und der energetische Zustand des Gebäudes.
Worauf Verbraucher jetzt achten sollten
Angesichts der erwarteten Kostenentwicklung kann es sinnvoll sein, die eigene Heizsituation rechtzeitig zu prüfen. Dazu gehört ein Blick auf den tatsächlichen Verbrauch der vergangenen Jahre ebenso wie eine Einschätzung, welche Heizflächen im Gebäude vorhanden sind. Wer eine Wärmepumpe ins Auge fasst, sollte klären, ob ein Heizkörpertausch notwendig wird und welche Kosten dafür anfallen.
- Ölheizung: laut co2online-Schätzung 2026 rund 24 Prozent teurer als im Vorjahr
- Holzpelletheizung: laut co2online-Schätzung 2026 rund 17 Prozent teurer
- Berechnungsgrundlage: 70 Quadratmeter große Wohnung im Mehrfamilienhaus
Die genannten Werte gelten für eine 70 Quadratmeter große Wohnung im Mehrfamilienhaus und sind als Orientierung zu verstehen. Ob und in welchem Umfang Mehrkosten tatsächlich anfallen, hängt vom individuellen Verbrauch und den jeweiligen Preisen ab. Fest steht: Haushalte mit Öl- oder Pelletheizung sollten sich auf steigende Ausgaben einstellen und ihre Planung entsprechend ausrichten.
