Belo Sun: Oberstes Gericht prüft Aussetzung der Goldmine-Genehmigung
Brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft will Baugenehmigung für Goldprojekt Volta Grande im Amazonas stoppen.

Das brasilianische Oberste Gericht prüft einen Antrag auf Aussetzung der wiederhergestellten Baugenehmigung für das Goldprojekt Volta Grande von Belo Sun Mining. Der Fall dreht sich um ungelöste Bedenken hinsichtlich der Konsultation indigener Gemeinschaften und der Umweltverträglichkeitsprüfung.
Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens (MPF) hat ihren Rechtsstreit gegen Belo Sun Mining (TSX: BSX, OTCQB: BSXGF) verschärft und das oberste Gericht des Landes aufgefordert, die Baugenehmigung für das Goldprojekt Volta Grande im Amazonasgebiet sofort auszusetzen.
Das Unternehmen erklärte in einer aktuellen Mitteilung, dass die MPF einen Antrag auf Aussetzung vorläufiger Maßnahmen gestellt habe, um eine Entscheidung eines Berufungsgerichts vom Februar 2026 aufzuheben, welche die Genehmigung des Projekts wiederhergestellt hatte.
Richter setzt 72-Stunden-Frist
Der Präsident des Obersten Gerichts, Richter Edson Fachin, hat eine Frist von 72 Stunden für Antworten von Belo Sun, dem Bundesstaat Pará, der Bundesregierung sowie der nationalen indigenen Behörde FUNAI angeordnet. Sowohl das Bergbauunternehmen als auch der Bundesstaat Pará haben Antworten eingereicht, in denen sie das Gericht bitten, die Aussetzung abzulehnen.
„Wir bleiben zuversichtlich, was die Stärke und Gültigkeit unserer Baugenehmigung betrifft", sagte Clovis Torres, CEO von Belo Sun. „Ein STP ist ein außergewöhnliches verfahrensrechtliches Mittel, das den Nachweis eines konkreten Risikos schwerwiegender Schäden für die öffentliche Ordnung, die Gesundheit, die Sicherheit oder die Wirtschaft erfordert. Während wir weiterhin kooperativ im Rahmen des Einigungsprozesses arbeiten, sehen wir keine Grundlage für eine solche Notaussetzung und werden das Projekt sowie die Gültigkeit der Baugenehmigung energisch verteidigen."
Die Baugenehmigung bleibt vorläufig in Kraft, während das Oberste Gericht die Eingaben prüft und auf die endgültige Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft wartet.
Projekt Volta Grande: Die größte Tagebaugoldmine Brasiliens
Das Projekt Volta Grande, gelegen im Bundesstaat Pará am Fluss Xingu, soll die größte Tagebaugoldmine Brasiliens werden. Belo Sun plant, über eine Minenlebensdauer von 17 Jahren insgesamt 3,52 Millionen Unzen Gold abzubauen.
Die Anlage befindet sich weniger als 50 Kilometer vom massiven Wasserkraftwerk Belo Monte entfernt, was intensive Prüfungen von Umweltschutzgruppen und indigenen Gemeinden nach sich zieht. Diese warnen vor kumulativen ökologischen Risiken für die Hydrologie und Biodiversität des Xingu-Flussbeckens.
Als das Bundesgericht der ersten Region (TRF-1) die Baugenehmigung im Februar wiederherstellte, entschied es, dass Belo Sun die gerichtlichen Auflagen erfüllt habe, indem es seine Studie zur indigenen Komponente mit Primärdaten abgeschlossen habe. Lokale Gruppen reichten daraufhin Beschwerden ein, in denen sie das Unternehmen beschuldigten, formale Konsultationsprotokolle umgangen zu haben – Vorwürfe, die Belo Sun bestreitet und betont, dass es unter der Aufsicht der FUNAI operiere.
Rechtlicher Sieg im Juli
Diese Herausforderung erfolgt nur wenige Wochen, nachdem Belo Sun einen wichtigen rechtlichen Sieg auf einem separaten Weg erzielt hatte. Im Juli wies das TRF-1 eine zivilrechtliche Klage aus dem Jahr 2017, die von der Bundesstaatsanwaltschaft (DPU) eingereicht worden war und ebenfalls die Aussetzung des Projekts aufgrund von Ansprüchen bezüglich indigener Konsultationen forderte, endgültig ab.
Das Gericht entschied einstimmig, dass die Handlung der DPU einer früheren Klage dupliziere. Die Abweisung wurde rechtskräftig, nachdem die DPU nicht innerhalb der gesetzlichen Frist Berufung eingelegt hatte.
„Dieses endgültige Gerichtsurteil ist ein wichtiger Meilenstein für Belo Sun und eine klare Bestätigung unserer rechtlichen Position", erklärte Torres nach der Ablehnung im Juli. „Andere repetitive Klagen werden sicherlich dasselbe Schicksal erleiden."
Ausblick und Aktienkursreaktion
Das Unternehmen arbeitet derzeit mit einer externen Bergbauberatung zusammen, um bis Ende des dritten Quartals 2026 einen phasenweisen Projektplan und eine aktualisierte Machbarkeitsstudie abzuschließen.
Die Aktie von Belo Sun fiel am Montag (14. September) um 11,45 Prozent infolge der Nachrichten. Zum Zeitpunkt von 11:40 Uhr MEZ notierten die Aktien des Unternehmens bei 1,16 kanadischen Dollar.
