Barrick Mining einigt sich mit Gewerkschaften in Mali: Streiks abgewendet
Der Bergbaukonzern vermeidet Arbeitsniederlegungen in der Goldmine Loulo-Gounkoto – die Einigung betrifft mehrere Gewerkschaften und einen Catering-Dienstleister.

Barrick Mining Corp (NYSE:B) hat mit den Gewerkschaften, die die Beschäftigten in seiner Goldmine Loulo-Gounkoto im westlichen Mali vertreten, eine Einigung erzielt. Damit sind Arbeitsniederlegungen abgewendet, die am Montag hätten beginnen sollen. Das berichtete Bloomberg unter Berufung auf Abdoulaye Coulibaly von der Nationalen Gewerkschaft der Arbeiter Malis (UNTM). Der Streik sei beigelegt, erklärte Coulibaly gegenüber Bloomberg.
Betroffen waren gleich mehrere Konfliktparteien an dem Standort. Die Gewerkschaften bei Somilo SA und Gounkoto SA hatten jeweils viertägige Arbeitsniederlegungen vom 28. September bis zum 1. Oktober angedroht. Parallel dazu hatte die Gewerkschaft des Catering-Dienstleisters Food & Events Africa einen fünftägigen Arbeitskampf vom 28. September bis zum 2. Oktober ausgerufen. Die Einigung verhindert damit einen Stillstand, der den Betrieb der Mine in einem ohnehin sensiblen Umfeld getroffen hätte.
Für Barrick ist die Nachricht ein weiterer Schritt zurück zur Normalität in Mali. Die Mine Loulo-Gounkoto förderte im ersten Halbjahr 2026 rund 190.000 Unzen Gold. Der Betrieb war erst im November 2025 wieder aufgenommen worden, nachdem sich das Unternehmen mit der militärgeführten Regierung Malis geeinigt hatte.
Die Details
Die Streitpunkte waren vielfältig. Bei Somilo SA und Gounkoto SA ging es um Überstundenzuschläge, die Erstattung von Missionskosten sowie die Umsetzung bestehender Tarifverträge. Bei Food & Events Africa standen ebenfalls Überstundenzuschläge, Sozialleistungen und das Wohlergehen der Beschäftigten im Zentrum des Konflikts. Die Gewerkschaften hatten die Arbeitsniederlegungen jeweils für den Zeitraum ab dem 28. September angesetzt.
Die Einigung wurde laut Bloomberg von Abdoulaye Coulibaly von der UNTM bestätigt. Die UNTM ist die Nationale Gewerkschaft der Arbeiter Malis. Über die konkreten Inhalte der Vereinbarung – etwa die Höhe von Zuschlägen oder Erstattungen – machte die Quelle keine Angaben. Klar ist: Die angedrohten Streiks finden nicht statt.
Der Standort Loulo-Gounkoto liegt im westlichen Mali. Im ersten Halbjahr 2026 wurden dort rund 190.000 Unzen Gold gefördert. Diese Zahl stammt aus der Zeit nach der Wiederaufnahme des Betriebs im November 2025.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Vorgeschichte ist von einem langwierigen Konflikt zwischen Barrick und dem malischen Staat geprägt. Die Mine befand sich seit Juni 2025 unter vorläufiger staatlicher Verwaltung. Zuvor war es fast zwei Jahre lang zu eskalierenden Auseinandersetzungen über ein neues Bergbaugesetzbuch aus dem Jahr 2023 gekommen, das darauf abzielte, den staatlichen Anteil an den Einnahmen zu erhöhen.
Die Einigung vom November 2025 hatte konkrete Bedingungen. Barrick zahlte der Regierung 430 Millionen US-Dollar und unterzeichnete das neue malische Bergbaugesetzbuch. Im Gegenzug stellte die Regierung die Anklagen ein, ließ vier festgehaltene Mitarbeiter frei und beendete die vorläufige staatliche Verwaltung des Standorts. Im Februar 2026 verlängerte Mali die Abbaukonzession für Loulo um zehn Jahre und schuf so eine längerfristige operative Grundlage.
Auch abseits Malis war Barrick zuletzt mit großen Themen beschäftigt. Bereits am 05.02.2026 berichtete aktien.news, dass der Konzern den Börsengang seiner nordamerikanischen Goldaktiva vorantreibt und Mark Hill dauerhaft zum CEO und Präsidenten der neuen Einheit ernannt wurde. Hill hatte die Position seit September interimistisch inne, nachdem sein Vorgänger Mark Bristow überraschend zurückgetreten war. Die US-Aktien stiegen damals im vorbörslichen Handel um 2 Prozent, Analysten schätzten die Bewertung der nordamerikanischen Aktiva auf rund 42 Milliarden Dollar.
Am 10.08.2026 berichtete aktien.news, dass Barrick und Newmont ihren erbitterten Streit beilegten. Kern der Vereinbarung war die Erweiterung des gemeinsamen Joint Ventures Nevada Gold Mines (NGM) sowie die Zustimmung Newmonts zum geplanten Börsengang von Barricks nordamerikanischen Vermögenswerten. Barrick bringt seine Goldentdeckung Fourmile in das Joint Venture ein, Newmont leistete im Gegenzug eine Einmalzahlung von rund 1,95 Milliarden US-Dollar. Ein weiterer Bericht vom 11.08.2026 ergänzte, dass der IPO noch bis Ende 2026 vollzogen werden soll.
Der Deal wurde am 10.08.2026 in einem weiteren aktien.news-Bericht präzisiert: Newmont zahlt die 1,95 Milliarden US-Dollar innerhalb von 30 Tagen. Neben Barricks Fourmile-Projekt fließen auch die Newmont-Projekte Fiberline und Mike in Nevada Gold Mines ein. Zudem einigten sich die Partner auf überarbeitete Governance-Bestimmungen für das gemeinsame Unternehmen.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht vor allem ein operatives Signal. Ein Streik in einer produzierenden Goldmine kann die Fördermenge und damit den Umsatz unmittelbar belasten. Dass die Arbeitsniederlegungen in Loulo-Gounkoto abgewendet wurden, entfernt zumindest kurzfristig einen Unsicherheitsfaktor an einem Standort, der im ersten Halbjahr 2026 rund 190.000 Unzen Gold lieferte.
Gleichzeitig bleibt das politische Umfeld in Mali ein Risikofaktor. Die vorläufige staatliche Verwaltung, das neue Bergbaugesetzbuch und die Auseinandersetzung um den staatlichen Anteil an den Einnahmen zeigen, wie stark regulatorische und politische Entscheidungen den Betrieb beeinflussen können. Die zehnjährige Verlängerung der Abbaukonzession für Loulo im Februar 2026 gibt dem Unternehmen allerdings eine längerfristige Planungsgrundlage.
Hinzu kommt die nordamerikanische Neuausrichtung. Der geplante Börsengang der nordamerikanischen Goldaktiva und die Einigung mit Newmont sind für die Bewertung des Konzerns von erheblicher Bedeutung. Anleger sollten beide Entwicklungsstränge – das Mali-Geschäft und die Nordamerika-Pläne – getrennt betrachten.
Ausblick
Konkrete Termine nennt die Quelle für die Zukunft nicht. Fest steht, dass die angedrohten Streiks vom 28. September bis zum 1. Oktober beziehungsweise bis zum 2. Oktober nicht stattfinden. Der Betrieb in Loulo-Gounkoto läuft nach der Wiederaufnahme im November 2025 weiter, gestützt auf die im Februar 2026 um zehn Jahre verlängerte Abbaukonzession für Loulo.
Auf Konzernebene bleibt der Börsengang der nordamerikanischen Vermögenswerte das zentrale Projekt. Nach den Berichten von aktien.news vom 10. und 11.08.2026 soll der IPO noch bis Ende 2026 vollzogen werden. Die Einigung mit Newmont hatte dieses Vorhaben aus Sicht der damaligen Berichterstattung von einem wesentlichen Hindernis befreit.
Kurz erklärt
- UNTM: Die Nationale Gewerkschaft der Arbeiter Malis, die Beschäftigte in dem westafrikanischen Land vertritt.
- Tarifvertrag: Eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft, die Arbeitsbedingungen und Entlohnung regelt.
- Vorläufige staatliche Verwaltung: Eine Situation, in der der Staat die Kontrolle über einen Bergbaubetrieb vorübergehend übernimmt.
